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    AUB

    Entwicklungsschub in Aub durch die Flurbereinigung

    Jetzt liegt alles in den Händen der Stadt. Nach 67 Jahren ist die Flurbereinigungsgenossenschaft von Aub Geschichte: Im Bild die Übergabe der Flurbereinigungsdokumente von Vorstand Peter Ebner an Bürgermeister Thomas Helbling.
    Jetzt liegt alles in den Händen der Stadt. Nach 67 Jahren ist die Flurbereinigungsgenossenschaft von Aub Geschichte: Im Bild die Übergabe der Flurbereinigungsdokumente von Vorstand Peter Ebner an Bürgermeister Thomas Helbling. Foto: Wolfgang Somieski

    Die Flurbereinigungsgenossenschaft Aub hat sich mit Abschluss der letzten Jahreshauptversammlung am vergangenen Freitag aufgelöst und ihre Aufgaben und Unterlagen an die Stadt übergeben. Zukünftig werden notwendige Arbeiten in der Flur unter Führung der Stadt Bad Königshofen in Zusammenarbeit mit den Jagdgenossen Aub erledigt.

    Der Vorsitzende Peter Ebner blickte zunächst auf die verrichteten Arbeiten des Vorjahres zurück, die sich alle in der Auber Flur abspielten. Die betrafen Böschungsarbeiten mit dem Einsatz des Baggers der Stadt, die Säuberung und Sanierung von Entwässerungsgräben und den Heckenschnitt mit Unimog und Mulchgerät.

    Sogar ein GPS-Gerät zur genauen Grenzfeststellung eines Weges wurde eingesetzt. Natürlich ging das nicht gänzlich ohne finanzielle Mittel, die wie immer die Jagdgenossen bereitstellten.

    1949 gegründet

    Und so hat alles begonnen mit der nun aufgelösten Flurbereinigung:

    Die Flurbereinigung wurde im Dezember 1949 vom damaligen Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Aub, Julian Freund, bei einer Bürgerversammlung ins Leben gerufen. Grund waren die damals gegebenen örtlichen Verhältnisse, die geprägt waren von zersplitterten und verstreuten landwirtschaftlichem Grund und Boden. Es gab nur schlechte Feldwege und das Schmelzwasser suchte sich jedes Frühjahr selbst seinen Lauf – über den Grund und Boden der Einwohner hinweg und auch durch das Dorf. Im Sommer richteten Gewitterregen Schäden an. Die wirtschaftliche Lage war in Aub auch deshalb sehr schlecht, und eine Verbesserung für die Zukunft schien nur mit Hilfe der Flurbereinigung erreichbar zu sein.

    Beispielgebend waren die benachbarten Gemeinden Althausen und Gabolshausen, die schon 1931 Flurbereinigungsgenossenschaften gegründet hatten und deren Arbeit nicht erst nach dem Weltkrieg positive Auswirkungen zeigten.

    Flächen zusammengelegt

    Ihre Arbeit nahm die Flurbereinigung Aub im März 1950 auf. Die landwirtschaftlichen Verhältnisse verbesserten sich. Auf besseren Wegen und größeren, weil zusammengelegten Flächen, konnten neue Maschinen, Traktoren und Mähdrescher besser eingesetzt werden und so schwere Handarbeit ersetzen.

    Eine Grundstücksfläche von 380 Hektar wurde bereinigt und neun Prozent davon für Wege und Gräben eingesetzt. Ende 1952 waren 2319 Einlageflurstücke mit einer Durchschnittsgröße von 0,164 Hektar neu verteilt und die Hauptaufgabe erfüllt. Die Verrohrung des ganzen Dorfes 1952, hauptsächlich mit Muskelkraft gestemmt, zähmte die Wassermassen, die sich kontinuierlich aus den Haßbergen Richtung Aub ergossen. In späteren Jahren widmete sich die Flurbereinigung Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen, der Pflege der Wege und der Grabenentwässerung.

    Einen Rückblick in die Geschichte der Auber Flurbereinigung ermöglichte der Heimatpfleger und Chronist Heinrich Fries. Von ihm kam der Hinweis auf eine Facharbeit von Rainer Albert im Abiturjahrgang 1984 zum Thema „Strukturwandel in der Landwirtschaft am Beispiel Aub i. Gr.“.

    Geräte sinnvoll nutzen

    Im seinem Grußwort dankte der Bürgermeisters der Stadt Bad Königshofen, Thomas Helbling, der Flurbereinigungsgenossenschaft für die Arbeit, in über 67 Jahren.

    Anschließend übergab der Vorsitzende Peter Ebner die Aufgaben der Flurbereinigung in die Hände der Stadt. Thomas Helbling versprach auch weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit dem Stadtteil und die neu angeschafften Geräte sinnvoll zu nutzen.

    Gemeinsam vieles geschafft: Grabungsarbeiten zum Beispiel zur Verrohrung des Ortes, wurden in Handarbeit erledigt.
    Gemeinsam vieles geschafft: Grabungsarbeiten zum Beispiel zur Verrohrung des Ortes, wurden in Handarbeit erledigt. Foto: Archiv
    Der damalige Bürgermeister von Aub, Julian Freund, gab den Anstoß zur Flurbereinigungsgenossenschaft.
    Der damalige Bürgermeister von Aub, Julian Freund, gab den Anstoß zur Flurbereinigungsgenossenschaft. Foto: Archiv
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