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    HERBSTADT

    Erstes Gebräu im Hof „Altes Gut“gekostet

    Das erste Gebräu ist fertig: Hausherr Klaus Wehe stieß mit Jürgen Heusinger an. Foto: Regina Vossenkaul

    Das „erste Gebräu“, das mit Hilfe der mobilen Brauanlage von Jürgen Heusinger entstanden ist, war am Freitagabend im ehemaligen Schulzenhof von Künstlerin Christine Wehe-Bamberger und Klaus Wehe in Herbstadt zu kosten. Gemeinsam mit einer Reihe von Gästen hatten sie das Bier selbst hergestellt, das am Freitag für „gut trinkbar“ befunden wurde. Der Erlös des Abends geht an die Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, der es sich zur Aufgabe gemacht hat die vielgestaltige Regionalkultur zu erhalten, zu gestalten und weiter zu entwickeln.

    Sechs Wochen gereift

    Mit der Braukultur hat sich Christine Wehe-Bamberger befasst und begeisterte auch ihren Mann. Gemeinsam mit Sulzfelds Bürgermeister Jürgen Heusinger, der eine selbst gebaute mobile Brauanlage besitzt, wurde der erste Brauversuch in der Scheune des liebevoll sanierten ehemaligen Schulzenhofs gestartet (wir berichteten).

    Sechs Wochen lang gärte und reifte das „Gebräu“ im Gewölbekeller, am Freitag nahm Klaus Wehe den Anstich vor. Zuvor sagte Wehe-Bamberger, wie erstaunt sie war, dass man die Braukultur auch in kleinem Rahmen aufrechterhalten könne und berichtete vom Landesverein für Heimatpflege, wo sie viele engagierte Leute kennengelernt hat, die sich unter anderem dem Erhalt von alten Häusern widmen.

    Lebensmittel

    Jürgen Heusinger gab vor der Verkostung noch einige Hinweise zum Brauvorgang. Sein Wissen hat er vor allem von Werner Lang, der die letzte Brauerei im Grabfeld besitzt, sowie von Nachbarn, die er befragt hat. Schließlich wurde in früheren Zeiten auch in Privathaushalten mit Braurecht das als „Lebensmittel“ eingestufte Getränk gebraut. Die Idee des Selbstbrauens in kleinem Rahmen hat ihn fasziniert und so entstand die Brauanlage, die in Herbstadt zum Einsatz kam.

    Unfiltriertes Lagerbier

    Das Rezept für ein unfiltriertes Lagerbier stammt ebenfalls von Werner Lang. Das sei „ganz einfach“, hatte der Braumeister gesagt. Dass es aber nicht immer so läuft, wie in der Anleitung vorgesehen, mussten die Hobbybrauer bald erfahren, denn trotz der Einhaltung aller Vorschriften trat die Gärung nicht so ein, wie sie sein sollte. Vielleicht stimmte die Temperatur nicht? Ein Hefe-Nachschlag brachte dann das gewünschte Ergebnis und das Umfüllen konnte erfolgen.

    Durchaus annehmbar

    „Man weiß nie, was sich entwickelt“, erklärte Heusinger, der schon mehrmals Erfahrungen mit seiner Brauanlage gemacht hat. Die Kunst der Braumeister bestehe unter anderem darin, aus Naturprodukten, die stets ein wenig variieren, immer den gleichen Geschmack zu treffen. Die Kunden wollen schließlich, dass die von ihnen bevorzugte Sorte so schmeckt, wie sie es gewohnt sind. Die mit Spannung erwartete erste Geschmacksprobe des „Gebräus“ in Herbstadt zeigte, dass ein trinkbares Bier entstanden ist, etwas trüb, weil ungefiltert, aber würzig und für den ersten Versuch durchaus annehmbar.

    Microbrauereien

    Brauen ist immer noch ein Handwerk, das man erlernen kann. Es gibt immer mehr „Microbrauereien“ mit Braumeistern, die eigene Biere kreieren und auch Hobbybrauer, die vom Selbermachen fasziniert sind. Respekt vor der Braukultur und Freude an der ungewöhnlichen Aktion in netter Gesellschaft für einen guten Zweck gehörten zum Fazit der Organisatoren auf dem Herbstädter Hof.

    Begeistert von der Braukultur: Jürgen Heusinger hat die mobile Brauanlage selbst gebaut und ließ sich dabei von Braumeister Werner Lang beraten. Foto: Regina Vossenkaul

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