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    Bad Königshofen

    Erweiterung der Therapie: Stadtrat vergibt Großaufträge

    Höhere Gebühren: Eltern, die ihre Kinder im Kinderland Bad Königshofen betreuen lassen, müssen ab 1. September zwischen fünf und zehn Prozent mehr bezahlen. Das beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend. Foto: Regina Vossenkaul

    Genehmigt ist die Planung schon länger. Nun konnte der nächste Schritt in Richtung Baubeginn getan werden: Im Zusammenhang mit der geplanten Sanierung und Erweiterung der Therapieabteilung der Frankentherme beauftragte der Stadtrat am Donnerstagabend mehrere Baufirmen mit der Ausführung von insgesamt fünf Gewerken.

    Drei Millionen Euro Gesamtkosten

    Die Auftragsvergaben mit einer Größenordnung von über 800 000 Euro waren erst der Anfang. Summasummarum werden sich die Investitionen in der Frankentherme auf rund drei Millionen Euro belaufen, wobei die Arbeiten im Laufe des Sommers aufgenommen werden sollen. Der Auftrag für die Rohbauarbeiten ging an die Firma Bömmel-Bau aus Nüdlingen zum Angebotspreis von 450 050 Euro, die Metallbauarbeiten wird die Firma IMS aus Jüchsen zum Preis von 301 607 Euro ausführen.

    Mehrere Auftragsvergaben

    Die Firma Schüller aus Eyershausen übernimmt zum Preis von 6532 Euro die Spenglerarbeiten, die Dachdeckerarbeiten wird die Firma Horn Bedachungen aus Untermaßfeld zum Preis von 66 625 Euro ausführen, die Zimmererarbeiten vergab der Stadtrat an die Firma Apler aus Trappstadt, die mit 11 203 Euro das günstigste Angebot abgegeben hatte.  Einen weiteren Auftrag gab es für die Firma Streck-Eisenmann, die im Zusammenhang mit der Dorferneuerung in Ipthausen zum Preis von 879 183 Euro die Abwasseranlage erneuern wird.

    Kinderland: Gebühren werden erhöht

    Nach vier Jahren werden im Kinderland die Krippen- und Kindergartengebühren zum 1. September 2019  angehoben. Der Stadtrat sprach sich mit großer Mehrheit für diesen Schritt aus, nachdem Bürgermeister Thomas Helbling die Anhebung unter anderem mit gestiegenen Lohn- und Energiekosten begründet hatte. Eine von zwei Gegenstimmen kam von Susanne Büttner, die die immer größer werdende Schere zwischen den Kinderland-Gebühren und den Gebühren in den Stadtteil-Kindergärten kritisierte. Stadtrat Anton Schneider regte an, bis zur nächsten Anhebung nicht wieder vier Jahre zu warten.

    Kurviertel wird zur Großbaustelle: Nachdem kürzlich die Bauarbeiten am neuen Bad Königshöfer Gesundheitszentrum begannen (im Bild links), vergab der Stadtrat nun die ersten Aufträge für die Erweiterung und Sanierung der Therapieabteilung der Frankentherme (im Bild oben rechts). Foto: Georg Leupold

    Fünf bis zehn Prozent mehr

    Für die Betreuung ihrer Kinder in der Kindertagesstätte „Kinderland Bad Königshofen“ müssen Eltern ab September zwischen fünf und zehn Prozent mehr berappen. So kostet zum Beispiel ein Platz in der Kinderkrippe bei einer Buchungszeit von vier Stunden am Tag 130 Euro monatlich. Bisher waren es 121 Euro. Wer sein Kind zwischen neun und zehn Stunden in die Krippe gibt, zahlt künftig 208 statt 180 Euro. Die Benutzungsgebühr im Kindergarten steigt bei vier Stunden am Tag auf 95 Euro, bei neun bis zehn Stunden auf 155 Euro.

    Schwammspinnerbekämpfung kommt

    Dass im Stadtwald Untereßfeld im Bereich „Himmelreich“ auf Anraten des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und auch der Unteren Naturschutzbehörde demnächst eine Schwammspinnerbekämpfung aus der Luft erfolgen wird, war eigentlich nur als Information des Bürgermeisters gedacht. Helbling trug vor, dass nach Einschätzung des AELF die aktuelle Befallsdichte ein bestandsbedrohendes Ausmaß erreicht hat, sodass aus forstfachlicher Sicht eine Bekämpfung mit dem Pflanzenschutzmittel Mimik erforderlich ist.

    Kritik aus dem Stadtrat

    Im Gremium wurde trotzdem über die Maßnahme abgestimmt, was an einem Antrag von Grünen-Stadtrat Alfred Werner lag. Der zielte darauf ab, den von Thomas Helbling erteilten Auftrag zur Bekämpfung des Schädlings zurückzuziehen. Werner begründet dies unter anderem damit, dass es sich im betroffenen Bereich um einen erstmaligen Befall handelt, eine solche Maßnahme viele Nachteile für die Tierwelt hat und es den Befürwortern doch nur um den Ertrag aus der Waldbewirtschaftung geht.

    Auch BN gegen Bekämpfung

    Auch der Bund Naturschutz sieht die chemische Bekämpfung des Schwammspinners aus der Luft kritisch, wie der in der Sitzung anwesende BN-Kreisvorsitzende Helmut Bär allen Stadträten in einem Schreiben mitgeteilt hatte. Darin stellt er in Frage, dass die betroffenen Eichenbestände tatsächlich in ihrem Bestand bedroht sind und ein Gifteinsatz eine ganze Insektenpopulation vernichten würde.  

    Den Forstfachleuten vertrauen

    Nachdem der Stadtrat sich knapp gegen ein Rederecht von Helmut Bär ausgesprochen hatte, meinten die Stadträte Anton Fischer und Oliver Haschke, dass man sich auf die Einschätzung der Forstfachleute verlassen und die Schwammspinnerbekämpung aus der Luft durchführen sollte. Dieser Meinung schlossen sich am Ende 15 der 18 anwesenden Stadträte an. Laut Bürgermeister Helbling wird die Befliegung Ende April oder Anfang Mai stattfinden und nur wenige Stunden dauern. Das betroffene Waldgebiet wird 24 Stunden vorher und nachher gesperrt. Als Vorsichtsmaßnahme sollen drei Wochen lang keine Beeren oder Früchte gepflückt werden.