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    OSTHEIM

    „Es gibt viel zu tun, packen wir es an“

    Ostheim fit für die Zukunft machen: Die Stadtführung beschäftigt sich mit der Erstellung von Konzepten, die die Basis sein sollen für Entscheidungen zur künftigen städtebaulichen und wirtschaftlichen Entwicklung. Foto: Eva Wienröder

    Zur Jahresabschlusssitzung hatte sich der Stadtrat kurz nach dem Jahreswechsel getroffen. In entspannter Atmosphäre bei einem gemeinsamen Abendessen ließ man im Rathaussaal das abgelaufene Jahr Revue passieren, das wieder sehr arbeitsreich gewesen ist, und blickte schon einmal auf die mitunter nicht weniger bedeutsamen Aufgaben der Stadtführung in den nächsten Monaten.

    Große Bauprojekte

    „Es warten wieder verantwortungsvolle Aufgaben auf uns“, sagte Bürgermeister Ulrich Waldsachs. Die Beratungen im Stadtrat und die Arbeit in der Verwaltung waren, so Waldsachs, insbesondere geprägt von dem großen Bauprojekt der Generalsanierung des Grundschulgebäudes und der Sporthalle sowie vom Einstieg in die Erstellung von Konzepten, die die Basis sein sollen für Entscheidungen zur künftigen städtebaulichen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt und ihrer Stadtteile.

    Die Arbeiten am Schulhaus hielten die Stadtoberen weiter in Atem. Der Einzug der Klassen in die Räume musste noch einmal verschoben werden auf Ostern 2019. Unvorhergesehene, aber notwendige Maßnahmen, Verzögerungen bei der Bauausführung und die allgemeine Teuerungsrate schlagen zu Buche. Waren 2016 noch 6,2 Millionen Euro für Schule, Turnhalle und Außenanlagen veranschlagt (bei gut 80-prozentiger Förderung), dürfte man jetzt zwei Millionen darüber liegen. Dies ist eine Entwicklung, die Waldsachs offenkundig bedauerte. Etwas entschädigen dürfte der Gedanke, dass man Lehrern und Schülern dann eines der modernsten, energetisch nach neuestem Stand sanierten und räumlich großzügigsten Schulhäuser weit und breit bieten kann.

    An Ort und Stelle konnten sich die Gäste der Jahresabschlusssitzung von der gelungenen Neugestaltung der Rathaushalle mit ihren multifunktionalen Nutzungsmöglichkeiten überzeugen. Die Arbeiten, bei der die schon lange gehegte Schaffung eines barrierefreien Zugangs zu den Verwaltungsräumen verwirklicht werden konnte, wurden bereits vor einigen Monaten abgeschlossen. Mit rund 440 000 Euro ist die Maßnahme beziffert, wovon die Stadt rund 160 000 Euro selbst zu tragen hat.

    Umstrukturierung geplant

    In die Zukunft gewandt ist auch die Umstrukturierung im Bereich Tourismus und Stadtmarketing mit der Gründung des Kommunalunternehmens und dem aus dem ursprünglichen Fremdenverkehrs- und dem Gewerbeverein resultierenden neuen Verein.

    Ein größeres Vorhaben ist heuer die Sanierung des Außenbereichs der Dr.-Alfred-Hauser-Schule (Förderschule), die mit einer kompletten Neugestaltung einhergehen soll. Mit knapp 555 000 Euro ist das Projekt veranschlagt, die Stadt kann mit einer sehr großzügigen staatlichen Förderung von bis zu 90 Prozent rechnen.

    Der Tätigkeitsbericht zeigte, dass der Stadtrat in den letzten Monaten zweifelsohne wieder sehr viel geleistet hat. Der Bürgermeister stellte in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Ehrenamts heraus. Dabei konnte Waldsachs auf das rührige Vereinsleben und die regen Aktivitäten der Kirchengemeinden in Ostheim und den Stadtteilen verweisen. Und immer wieder sind es auch Einzelpersonen, die als Aushängeschild für den Luftkurort und die Stadtteile dienen. Der Bürgermeister nannte als Beispiel die Auszeichnung des Urspringer Edelbrenners Sebastian Stapf durch die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber als ein weiterer Pluspunkt für das von der Stadt erworbene Qualitätssiegel Ostheims als „Genussort in Bayern“. Sicherlich eine gute Werbung für das Streutalstädtchen, das im vergangenen Jahr zum neunten Mal den in inzwischen in ganz Deutschland bekannten Rhöner Wurstmarkt veranstaltet und dabei wieder mehr als 20 000 Besucher verzeichnet hat.

    Waldsachs griff in seinem Bericht die Streutal-Allianz mit ihrer Wegweiserfunktion für die verstärkte interkommunale Zusammenarbeit der elf Mitgliedsgemeinden auf und schlug den Bogen vom Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) zum Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK), das die Stadt derzeit beschäftigt. Zu den weiteren Modulen zählen ein Einzelhandelskonzept, ein Kommunales Denkmalkonzept und ein Neuordnungskonzept für den Stadtbereich „Ostheim-Süd“. In diesem Zusammenhang kam der Bürgermeister auf die vom Wasserzweckverband „Mellrichstädter Gruppe“ beantragte Ausweitung des Wasserschutzgebietes für die „Mittelstreuer Quellen“ zu sprechen. Die Planungen sind in Ostheim bekanntlich umstritten, da diese beträchtliche Einschränkungen für die künftige städtebauliche Entwicklung und insbesondere auch für bestehende Gewerbeareale und künftige Unternehmensansiedlungen mit sich bringen dürften. „Wir haben zahlreiche stichhaltige Gegenargumente“, kündigte Waldsachs zum weiteren Verfahren an.

    Der dritte Bürgermeister, Steffen Malzer, meldete sich abschließend mit einer kurzen pfiffigen Rede zu Wort, um schließlich auch dem Stadtchef Dank zu zollen. Malzer hatte als Aufmerksamkeit ein Tragerl mit von ihm selbst gebrauten Bier mitgebracht.

    Dankeschön an das Stadtoberhaupt und seine Gattin: Ostheims 3. Bürgermeister Steffen Malzer (rechts) überreichte Bürgermeister Ulrich Waldsachs selbst gebrautes Bier und ließ bei Maritta Waldsachs Blumen sprechen. Foto: Eva Wienröder
    Nicht nur im Schulhaus, insbesondere auch auf dem Pausenhof und an den Außenanlagen rund um die Grundschule sind noch umfangreiche Arbeiten nötig. Foto: Fotos (3): Eva Wienröder

    ewie

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