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    Bad Neustadt

    Eugen Münch: Seilbahn wäre ein großer Sprung für Bad Neustadt

    Seilbahnen mit großen Gondeln gibt es bisher meistens in den Bergen - wie hier bei Innsbruck. Bad Neustadt sollte auch eine zum Klinik-Campus bekommen, findet Rhön-Klinikum-Gründer Eugen Münch. Foto: Innsbruck Tourismus

    Die Seilbahn, eigentlich schwebt sie schon seit langem über Bad Neustadt. Bisher allerdings nur als Idee. Eine verrückte oder eine geniale - die Meinungen sind geteilt, tendieren allerdings mehr in Richtung genial, wenn man die Reaktionen im Internet betrachtet. Auch wenn es natürlich vehemente Gegner gibt. Klarheit wird eine Bürgerbefragung bringen. 

    In nur 3,5 Minuten soll die Seilbahn die Innenstadt mit dem Klinikberg verbinden. Der Gründer der Rhön-Klinikum AG und deren jetziger Aufsichtsratsvorsitzende Eugen Münch steht der Idee dieser Verbindung zwischen Bad Neustadt und dem neuen Rhön-Klinikum Campus jedenfalls sehr aufgeschlossen und sehr wohlwollend gegenüber, wie er in einem Gespräch mit dieser Redaktion sagt. Von Anfang an fand er die Idee richtig und wichtig und formuliert es so: "Das wäre ein Sprung für Bad Neustadt".

    Immer mehr Leute kommen zum Campus

    "Jeden Tag kommen eine Menge Leute zum Campus hoch", stellt Münch fest, "und es werden mehr." Da wäre es doch schön, wenn diejenigen, die Patienten hoch bringen und auf das Ende ihrer Untersuchung oder Behandlung warten, mit der Seilbahn einen Trip in die Stadt machen könnten, findet er. Das würde mehr Menschen in die Innenstadt bringen. Gut für die Stadt, die seiner Meinung nach davon profitieren würde. Zum  Sightseeing könnte man ebenfalls schnell auf den Berg hinaufkommen. Münch hat jedenfalls festgestellt, dass gerade am Wochenende viele Leute oben unterwegs sind. Immerhin hat man von dort einen wunderbaren Blick in die Rhön. 

    Eugen Münch ist nicht nur Gründer der Rhön-Klinikum AG und treibender Mann hinter dem Klinik-Campus, sondern seit Dezember 2015 auch Ehrenbürger von Bad Neustadt. Foto: Hubert Herbert

    Die Verbindung der beiden Zentren Innenstadt und Campus hält Münch für eine vernünftige Idee. Auch als zweite Verkehrsanbindung des Campus - neben der über die neue NES 20 - hat sie seiner Ansicht nach ihre Berechtigung. Die Gondelkabinen, die etwa im fünf-Minuten-Takt verkehren könnten, müssten nur groß genug sein. Nicht nur, um viele Menschen transportieren zu können, sondern auch deswegen, damit sich Menschen mit Angst vor der Seilbahnfahrt  in die Mitte stellen könnten und nicht nach unten schauen müssten, fügt er lächelnd an. Der zusätzliche Energieaufwand für eine größere Gondelkabine sei ohnehin nur marginal. Die abwärts fahrende Gondel ziehe die bergwärts fahrende ja nach oben.  

    Möglichst zügig

    Und wann sollte es losgehen? "Möglichst zügig", lautet Münchs Anwort auf die Frage. "Am besten schon nächstes Jahr." Dass das natürlich nicht realistisch ist, weiß der Rhön-Klinikum-Gründer. Trotzdem: "Wünschen kann man sichs's doch." Und er erklärt warum. Er hat einen Trend zu alternativen Verkehrsmöglichkeiten auch in anderen Städten festgestellt. Zum Beispiel denkt man ja in Würzburg ebenfalls über eine Seilbahnprojekt nach. "Da wäre es doch schön, wenn Bad Neustadt vorne wäre." 

    "Entweder die Bad Neustädter wollen die Seilbahn, oder halt nicht."
    Eugen Münch, Rhön-Klinikum-Gründer

    Über die Kosten für eine Seilbahn zum Klinik-Campus wurde bisher noch nicht gesprochen. Ob sich die Rhön-Klinikum AG daran beteiligen würde, dazu sagt Münch nichts. "Darüber zu entscheiden, wäre Aufgabe des Konzern-Vorstands", erklärt er. Direkt auf das Gerücht angesprochen, Eugen Münch würde quasi aus seiner Privatschatulle die Seilbahn finanzieren, sagt er ruhig aber bestimmt: "Das wird sicher nicht der Fall sein." Er macht klar auf wen es aus seiner Sicht beim Projekt Seilbahn ankommt: "Entweder die Bad Neustädter wollen die Seilbahn, oder halt nicht."    

    Mit Eventcharakter

    Auf jeden Fall zeigt er sich überzeugt, dass das Projekt nicht nur die Innenstadt aufwerten würde, sondern die ganze Stadt. Dass die Menschen eher dazu neigen, etwas zu akzeptieren, wenn es einen Event-Charakter hat, da ist sich Münch sicher. "Und eine Seilbahn hat diesen Event-Charakter." 

    Projekt Seilbahn zum Rhön-Klinikum Campus: Von hier an der Falaiser Brücke würde die Gondel starten. Angepeilter Zeittakt: Fünf Minuten Foto: Hubert Herbert

    Dass eine Seilbahn wirtschaftlich betrieben werden kann, das denkt Münch schon, wenn eine entsprechende staatliche Förderung dazu kommt. Er macht aber auch deutlich, dass eine Fahrt mit der Seilbahn preisgünstig sein müsste und weist daraufhin, dass nicht alles was die Stadt für ihre Bürger betreibt immer kostendeckend ist. Man müsse das als Gesamtprojekt sehen. "Natürlich lässt sich alles kaputt rechnen", sagt Münch. Man müsse aber die positiven Auswirkungen für die Stadt mit bedenken, wenn dadurch mehr Menschen in die Stadt kommen, argumentiert er.  

    Touristischer Effekt

    Den touristischen Effekt einer solchen Seilbahn dürfe man ebenfalls nicht aus dem Blick verlieren. Ganz ernst meint es Münch ja vielleicht nicht, aber angesichts von Diskussionen über absehbare verkehrstechnische Einschränkungen, könnte es ja eine Renaissance des Urlaubs in der Heimat geben, statt teuer nach Mallorca zu fliegen. Und da, so Münch, hätte Bad Neustadt mit der Seilbahn dann einen touristischen Vorteil.

    Lebenslauf von Eugen Münch
    Eugen Münch ist Unternehmensgründer und derzeitiger Aufsichtsratsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG.  Der 1945 geborene Betriebswirt übernahm 1970 die Sanierungsgeschäftsführung einer Abschreibungsgesellschaft in Bad Neustadt. 1974 war die Sanierung abgeschlossen und Münch wurde Geschäftsführer der Kurbetriebs- und Verwaltungs GmbH, die in Rhön-Klinikum GmbH umbenannt wurde. 1988 folgte die Umwandlung der Rhön-Klinikum GmbH in eine Aktiengesellschaft, die Münch zunächst als Alleinvorstand leitete. 1989 wurde der Vorstand erweitert und er übernahm den Vorsitz. Seit 2005 ist Münch Aufsichtsratsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG. Seit Dezember 2015 ist er außerdem Ehrenbürger von Bad Neustadt.                                              Quelle: Homepage der Rhön-Klinikum AG

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