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    Bad Neustadt

    FOS: Einblicke in die Arbeit von Solwodi

    Veronika Richler berichtete an der FOS über ihre Arbeit bei Solwodi, einer Organisation, die sich für Solidarität mit Fr... Foto: Karin Nerche-Wolf

    Am Tag der Menschenrechte, der seit 70 Jahren begangen wird, verlief die Stunde von Pädagogik/Psychologie-Lehrerin Hildegard Neumann an der FOS einmal ganz anders. Damit die 12. Jahrgangsstufe ein wenig über den Tellerrand einer menschenrechtsbewussten deutschen Gesellschaft hinausschauen kann, berichtete Veronika Richler von den Erfahrungen, die sie bei Solwodi in Bad Kissingen mit geschundenen und missachteten Frauen machte.

    Fühlbares Herzklopfen herrschte im Klassenraum, als ein Film demonstrierte, in welch gefahrvolle Situationen sich Solwodi-Mitarbeiterinnen hier in Deutschland begeben, um ausländische junge Frauen aus der Zwangsprostitution zu holen, in die sie mit den schönsten Versprechungen gelockt wurden. Wenn der Sprung in die Freiheit gelingt - nicht selten auch aus der Versklavung durch einen deutschen Ehemann - werden die Frauen weit weg in einer Schutzwohnung untergebracht und aufgebaut.

    Veronika Richler konnte sich sogar an einen Fall erinnern, in dem sie eine Frau, die von ihrem Mann in Bad Neustadt eingesperrt wurde, befreien und auswärts in Sicherheit bringen konnte. In Schweinfurt gelang es ihr, eine Schülerin, die sich dem Lehrer anvertraut hatte, vor der drohenden Zwangsverheiratung zu bewahren.

    Das Anliegen von Solwodi (Solidarität mit Frauen in Not) bewegte die Schüler, interessiert hakten sie nach. Darüber zeigte sich Veronika Richler sehr erfreut, denn als sie gefragt wurde, was bisher das Schlimmste für sie gewesen sei, antwortete sie: "Da hat eine junge Frau in ihrer Heimat ganz viel Gewalt erfahren, sie ist geflüchtet, unterwegs tat man ihr übelste Brutalitäten an und hier glaubt ihr niemand. Es interessiert niemanden."

    Nicht damit abfinden kann sich Veronika Richler auch damit, dass Zwangsprostitution oder Zwangsbeschneidung junge Frauen zur Flucht bewegen, diese Gründe aber hier nicht für ein Asyl ausreichen. Die Organisation Solwodi hat 18 Beratungsstellen in Deutschland. In Bad Kissingen unterhält sie eine Schutzwohnung mit vier Plätzen. Für ihre Arbeit ist sie auf Spenden angewiesen.

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