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    Merkershausen

    Feucht-Kühler Mai ideal für die Natur

    Der regenreiche Wonnemonat reicht zwar noch lange nicht, um das Defizit im Grundwasserbereich auszugleichen. Manche Pflanzen haben aber jetzt schon genug bis zur Ernte.
    Wetterbeobachter Hilmar Mauer in der Station des Deutschen Wetterdienstes in Merkershausen. Hier erklärt er die Funktionsweise eines Regenmessers.  Foto: Michael Petzold

    "Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauer Scheuer und Fass" - die alte Bauernregel mag sprachlich etwas antiquiert daher kommen, der Wahrheitsgehalt ist aber auch in Zeiten des Klimawandels enorm hoch. "Das trifft unbedingt zu", sagt Mathias Klöffel, der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes. Denn im Moment entscheide sich etwa beim Weizen, wie viele Ähren gebildet und wie groß die Körner werden. "Letztes Jahr um die Zeit hatten wir Dürre", erinnert sich Klöffel. Da seien von den sechs bis sieben Ähren, die eine Pflanze normalerweise ausbildet, zwei oder drei übrig geblieben. Alle anderen habe die Pflanze nach und nach abgeworfen, weil es zu trocken und zu heiß gewesen sei. 

    Geradezu ideal stuft Klöffel die zwei, drei Tage ein, in denen ergiebiger Landregen gefallen ist und in die Erde eindringen konnte, ohne dass Wasser abgelaufen ist, wie das bei Starkregen häufig der Fall ist. Im Laufe des Sommers könne zwar noch viel passieren, was der Ernte schaden könne, eine gute Basis sei mit der aktuell feuchten Witterung aber gelegt. Etwa bei der sehr genügsamen Wintergerste. Die jetzt verfügbare Feuchtigkeit reiche wahrscheinlich bis zur Ernte.             

    77,3 Liter Niederschlag im Mai sorgt für etwas Entspannung

    30,6 Liter hat es am 20. Mai und in den frühen Morgenstunden des darauf folgenden Tages bis 7.30 Uhr geregnet. Um diese Uhrzeit kontrolliert Hilmar Mauer tagtäglich das Regenmessgerät in der Station des Deutschen Wetterdienstes auf einer Wiese nah seines Hauses in Merkershausen. Der ergiebige Niederschlag an diesem Tag ist auch in erster Linie dafür verantwortlich, dass der Mai mit bis jetzt schon 77,3 Liter auf den Quadratmeter deutlich über dem Wert von 60,5 Liter liegt - der durchschnittlichen Menge für den Wonnemonat.  Die hier bezifferten Niederschlagsmengen beziehen sich immer auf die Messergebnisse in Merkershausen. Gut möglich, dass es in anderen Orten des Grabfelds mehr oder weniger geregnet hat.     

    Der vergleichsweise viele Regen im Mai sollte laut Hilmar Mauer aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die bisherige Niederschlagsmenge in diesem Jahr doch mehr als zehn Prozent unter dem normalen Level liegt. Eigentlich sollten es von Januar bis inklusive Mai 226,1 Liter sein, tatsächlich waren es bis einschließlich 27. Mai in der Messstation aber nur 201, 7 Liter. Das sind 24,4 Liter oder  10,8 Prozent zu wenig. Als besonders trocken entpuppte sich der Februar mit gerade einmal 15,1 Liter statt dem Soll von 36,8 Liter. Auch der Januar und der April waren zu trocken, lediglich im März wäre der übliche Schnitt von 41,5 Liter fast erreicht worden.     

    Die lange Dürre vom vergangenen  Jahr ist noch lange nicht kompensiert

    Von einer Normalisierung der Verhältnisse kann also keine Rede sein, zumal es ja auch im vergangenen Jahr von Mai bis Dezember viel zu wenig Niederschläge gab. Das Minus summierte sich dann über die Monate zu einer Gesamtmenge von 183,2 Liter pro Quadratmeter. Statt 619, 6 Liter, was dem langjährigen Mittel entsprochen hätte, waren es tatsächlich nur 436,4 Liter. Hätte es im Dezember mit 71,9 Liter nicht um ein Viertel mehr geregnet, als im Schnitt, wäre die Bilanz noch deutlich schlechter ausgefallen.

    Vor gut fünf Wochen haben die Wasserversorger in Bad Königshofen aufgrund der niedrigen Pegelstände in den Brunnen eine Anordnung zum Wassersparen erlassen. Bis die aufgehoben werden kann, wird es wohl noch lange dauern. 

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