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    Fladungen

    Fladungen: Zum Jubiläum unterwegs am Grünen Band

    Die drei Bund-Kreisverbände Meiningen, Fulda und Rhön-Grabfeld haben anlässlich des Jubiläums "30 Jahre Mauerfall – 30 Jahre Grünes Band" zu einer grenzüberschreitenden Wanderung mit dem Thüringer Botschafter des Grünen Bandes Mario Goldstein (rechts neben dem Banner) eingeladen. Foto: Marion Eckert

    Der Eiserne Vorhang trennte von 1945 bis 1989 ganz Europa. In seinem Schatten entwickelte sich ein weltweit einzigartiges, zusammenhängendes Band vielfältiger Lebensräume, die anderswo bedroht oder ganz verschwunden sind – auf über 12 500 Kilometern Länge in Europa, davon 1400 Kilometer in Deutschland. Dort, wo es früher nur hohe Mauern, Stacheldraht und Wachtürme gab, ist heute das Zuhause einer Vielzahl seltener Tiere und Pflanzen.

    Das Jubiläum "30 Jahre Mauerfall – 30 Jahre Grünes Band" war für die drei Bund-Kreisverbände Meiningen, Fulda und Rhön-Grabfeld Anlass, zu einer besonderen Grenzlandwanderung am Tag der Deutschen Einheit einzuladen. Zwar ist es schon Tradition, dass an diesem Tag eine Dreiländerwanderung am Grünen Band im Bereich der Rhön stattfindet, doch in diesem Jahr war es eine zweitägige Veranstaltung, die am Vorabend mit einem Vortag begann.

    Mit dem Botschafter für das Grüne Band in Thüringen Mario Goldstein ins Gespräch kommen

    Mario Goldstein berichtete in seiner Multivisionsshow "Abenteuer Grünes Band – Vom Todesstreifen zur Lebenslinie" in Frankenheim (Thüringen) über seine ganz persönlichen Erlebnisse während seiner hundert-tägigen Wanderung entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Er entdeckte auf seiner Wanderung durch Geschichte und Gegenwart entlang dieser grünen Grenze seltene Pflanzen- und Tierarten, traf interessante Menschen und blickte zurück auf prägende Geschehnisse vor Ort, die auch seine eigene Jugend als Grenzflüchtling überschattet haben.

    Goldstein begleitete auch die grenzüberschreitende Wanderung der drei Rhöner Kreisverbände am Tag der Deutschen Einheit im Dreiländereck Hessen, Bayern und Thüringen. Bei Nebel und Regen starteten die gut 60 Teilnehmer in der Nähe von Birx. Ganz ungezwungen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, mit dem Botschafter Thüringens für das Grüne Band ins Gespräch zu kommen. Mit dabei auch Karin Kowol, die beim Bund Thüringen Referentin für das Grüne Band ist.  Von hessischer Seite organisierte Julia Djabalameli die Verköstigung in Birx und den Abschluss auf dem  Spiegelshof in Melperts. Doch bevor es soweit war, wanderten die Teilnehmer zum Schwarzen Moor, durch das sie von Joachim Urban (Kreisgruppe Rhön-Grabfeld) geführt wurden.

    Grünes Band hat eine große Bedeutung für den Naturschutz

    Mit dabei war auch der Kreisvorsitzende des Bund Rhön-Grabfeld Helmut Bär, der von einer sehr gelungenen Veranstaltung sprach. Auch wenn sich die Rhön wettermäßig von ihrer herbstlichen Seite zeigte, war es eine beeindruckende Tour, bei der die Teilnehmer neben eindrucksvollen Biotopen entlang des Grünen Bandes auch Relikte der früheren deutsch-deutschen Grenze besichtigten.

    Ziel der zweitägigen Veranstaltung sei es gewesen, über die Bedeutung des Grünen Bandes für den Naturschutz zu informieren und dies auch durch die Wanderung erlebbar zu machen. Der Bund mache sich seit 30 Jahren für den Schutz dieses einmaligen Gebietes stark. Wie Bär ausführte, sei es diese einmalige Verbindung von Natur und Geschichte, die das Grüne Band zu einem ganz besonderen Ort mache und das die Bewohner der Region geprägt habe.

    Wunsch: Schutzstatus auf das gesamte Grüne Band ausweiten

    Ganz besonders zeigte er sich erfreut darüber, dass das Land Thüringen als erstes Bundesland diese besondere Bedeutung erkannt habe und dem Grünen Band 2018 eine monumentale Anerkennung zukommen lies. Thüringen wies das Grüne Band als Nationales Naturmonument aus. Ganz im Sinne des Bund sei es, wenn weitere Länder dem folgen würden, sagte Bär.

    Bereits heute haben 88 Prozent des Grünen Bandes einen Schutzstatus, diesen auf die gesamte Fläche auszuweiten, sei ebenfalls wünschenswert. Darüber hinaus mache sich der Bund für eine Biotopvernetzung stark. Denn das Grüne Band, das sich quer durch Deutschland ziehe, sei nicht isoliert zu betrachten, sondern wirke sich auf die Randbereiche aus. Ähnlich wie in der Rhön und mit dem Schwarzen Moor reiche das Grüne Band in die Regionen hinein, wie Rippen in eine Landschaft. "Das bedeutet, dass auch die Tier- und Pflanzenwelt sich nicht auf das Grüne Band beschränkt. Wir brauchen eine Vernetzung der vorhandenen Biotope", so Bär.

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