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    Bad Neustadt

    Freibadsaison: Nur die finanziellen Sprünge sind nicht groß

    Juhu, die Freibadsaison ist eröffnet in Rhön-Grabfeld! Auch im Freibad Bischofsheim genossen am Dienstag Ken und Celina den Sprung ins kühlende Nass. Foto: Gerhard Fischer

    So ist es in Deutschland. Entweder zu kalt - oder schon wieder zu heiß. Gegen letzteres Problem helfen im Landkreis Rhön-Grabfeld die Freibäder, die eine schöne Abkühlung versprechen und erfrischende Stunden in der Sommerhitze. Am vergangenen Wochenende war der inoffizielle Saisonstart. Wenn auch nicht für alle Bäder.  

    Im kleinen Wargolshausen mit seinem Freibad sind den Verantwortlichen Reparaturen dazwischen gekommen. Mit dem Sandstrahler mussten alte Farbbeläge abgelöst und das Becken neu gestrichen werden. "Das muss erst fest werden. Denn das Chlor im Badewasser könnte den Aushärtungsprozess stören", erklärt Klaus Scherl. Mit seiner Frau Edith betreibt er den zum Freibad gehörenden Kiosk. "In der zweiten Ferienwoche, spätestens nach den Ferien geht es dann bei uns los", bedauert Scherl die Verzögerung des Saisonstarts. Immerhin, auch ohne Badebetrieb ist der Kiosk geöffnet. Das dürfte den Wargolshäusern zupass kommen, denn die einzige Dorfgaststätte macht ebenfalls Pfingsturlaub. Auch ohne Badebetrieb kann man sich also in Wargolshausen täglich ab 14 Uhr und an den Wochenenden ab 11 Uhr Abkühlung verschaffen.    

    Thema Freibad im Gemeinderat Hollstadt

    Mit Spannung dürften die Wargolshäuser auch auf die Hollstädter Gemeinderatssitzung diesen Donnerstagabend schauen. Dann ist die Badeaufsicht Sitzungsthema. Wie es heißt, wurde die Aufsicht in dem Bad, das an keiner Stelle tiefer als 1,50 Meter ist, bisher über Minijobs geregelt. Nun hat sich aber die Kämmerei eingeschaltet. Die Gemeinderäte dürften sich Gedanken machen, ob es auch zu einer neuen Form des Freibad-Betriebs kommen könnte, zum Beispiel unter Vereinsträgerschaft.  

    Das Schönauer Freibad ist ein Idyll, das vom Verein der Schwimmbadfreunde in Schuss gehalten wird. Foto: Fischer

    Dieses Modell wird in Schönau schon seit vielen Jahren praktiziert. Die Schwimmbadfreunde haben von der klammen Gemeinde den Badebetrieb übernommen. Zuerst konnte jedermann das Bad benutzen. Seit einigen Jahren muss man Vereinsmitglied werden, um ein Eintrittsticket erstehen zu können. Die Jahresmitgliedschaft für eine Familie kostet sehr überschaubare fünf Euro, hinzu kommen dann die Eintrittspreise. "Am Wochenende war es schon ein gutes Geschäft", freut sich der Vereinsvorsitzende Christoph Keßler. Und ganz besonders glücklich ist er, dass Kiosk-Betreiber Kurt Wehner auch in der dritten Saison für die Bewirtung sorgt. Auch unabhängig vom Badebetrieb hat er von Mittwoch bis Sonntag geöffnet.

    Nachwuchs gesucht für den Schönauer Helferkreis

    "Es ist halt immer der gleiche Helferkreis, der den Betrieb aufrecht erhält. Und die Leute sind in der Mehrzahl 50 plus", klagt Keßler etwas. Nachwuchs, der sich für den Erhalt des idyllischen, waldnahen Bades einsetzt, täte dem Verein einfach gut, so der Vereinsvorsitzende.

    In Fladungen hatten engagierte Bürger ebenfalls über einen Verein das städtische Freibad gerettet und betreiben das Bad mit Herzblut und Erfolg. Am Wochenende startete in Bayerns nördlichster Stadt ebenfalls der Freibad-Betrieb mit Erfolg. Und auch in Mellrichstadt startete am 1. Juni die Freibad-Saison. Die Kombination aus Hallenbad und Freibad ist seit Jahren Stadtratsthema, denn eigentlich bräuchte das Haus eine Generalsanierung. Aber  Betriebsleiter Wolfgang Fritz schafft es auch ohne das große Generalprojekt, die Einrichtung am Laufen zu halten. Ganz neu in diesem Jahr: Stadträtin Nicole Seemann hat den Kioskbetrieb im Freibad übernommen, nachdem die Stadt einige Zeit auf der Suche nach einem Pächter gewesen war. 

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    In Bischofsheim wurde das Freibad zwar offiziell am 17. Mai eröffnet, richtig los ging es aber auch hier erst am vergangenen Wochenende, wie Manfred Markert berichtet. Als Stadtrat und Schwimmmeister ist er so etwas wie das Gesicht des Freibads. "Wir sind froh, dass die Schäden durch den Kioskbrand im letzten Jahr vollständig beseitigt sind", erklärt Markert. Der Kiosk hat jetzt auch eine neue Edelstahlküche bekommen, um die hungrigen und durstigen Schwimmbadgäste zu verwöhnen.    

    "Der Rasen hat sich gut erholt von der Hitzewelle im letzten Jahr", weiß Markert zu berichten. Außerdem sei das Aufsichtspersonal verstärkt worden. Noch bis 16. Juni ist in Bischofsheim auch das Hallenbad in Haselbach geöffnet, dann ist bis 1. September nur das Freibad geöffnet in der Stadt.

    Letzte Arbeiten für Waltershausen

    Noch wenige Tage, dann startet auch im Grabfeld die Freibadsaison, wenn man den Heilwassersee der FrankenTherme nicht richtig zu den Freibädern rechnet.Denn dann kann man sich auch in den Fluten des Waltershäuser Freibads Kühlung verschaffen oder sportliche Bahnen ziehen. "Wir richten gerade die Anlage her und sind mit Reinigungsarbeiten befasst, dann kann es losgehen", erklärt Rudolf Förster, der mit Sohn David einen Nachfolger als Hauptansprechpartner in Sachen Freibad gefunden hat. Betreiber des Bades ist der Fremdenverkehrsverein Waltershausen, die Technik betreuen Mitarbeiter des Saaler Bauhofs. "Nun warten wir auf das Söder-Darlehen für bayerische Bäder", sagt Förster. Eine solche Unterstützung käme auch dem kleinen Waltershäuser Bad zugute, in das auch etwas investiert werden müsste", so Förster. Über 50 Jahre ist das Bad immerhin schon alt.

    Das größte Freibad im Landkreis: Das Triamare in der Kreisstadt Bad Neustadt hat schon seit dem 11. Mai geöffnet. Foto: Hatchbox

    Leichte Verspätung beim Triamare

    Sorgen wie bei den kleinen Bädern im Landkreis hat man im Triamare-Freibad der Kreisstadt Bad Neustadt nicht. Aber der Start in die Freibadsaison verlief nicht ganz reibungslos. "Wir konnten heuer erst am 11. Mai unsere Freibadsaison eröffnen, üblicherweise geht es am 1. Mai los", sagt Joachim Stöhr, bei der Stadt verantwortlich für die Triamare-Betriebsleitung. "Wir mussten einige Reparaturen und Fliesen-Arbeiten auch im Außenbereich erledigen als Folge des Winters", erklärt Stöhr. Wirkliches Freibad-Wetter herrschte sowieso erst seit dem vergangenen Wochenende. "Und da hatten wir mit 1300 Gästen am Sonntag schon einen sehr guten Start", sagt der Betriebsleiter.      

    Bleibt also für die Verantwortlichen wie für die Gäste im Landkreis Rhön-Grabfeld, auf einen ähnlichen Sommer zu hoffen wie 2018: Lang und heiß, damit sich die Arbeit für die Freibäder auch bezahlt macht. 

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