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    Strahlungen

    Freie Finanzspanne schmilzt

    Die Sanierung der Günter-Burger-Halle in Strahlungen kann nun langsam in Angriff genommen werden. Sie wurde in das bayerische Städtebauförderungsprogramm aufgenommen. Foto: Brigitte Chellouche

    Martin Koller von der Kämmerei der VG legte den Haushaltsplan 2019 mit Finanzplanung 2020 bis 2022 in der Gemeinderatssitzung von Strahlungen vor.

    Der Gesamthaushalt besitzt ein Volumen von 3,44 Millionen Euro, davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 1,8 Millionen Euro und auf den Vermögenshaushalt 1,64 Millionen Euro. Die laufenden Einnahmen im Verwaltungshaushalt teilen sich auf in die Schlüsselzuweisungen vom Land (399 000 Euro), in den Anteil an der Einkommens- und Umsatzsteuer (470 000 Euro), die Zuweisungen vom Land (247 000 Euro) und die Gewerbesteuer (180 000 Euro). Bei den Ausgaben stehen der Verwaltungs- und Betriebsaufwand mit 394 000 Euro ganz oben, es folgen die Kreisumlage in Höhe von 366 000 Euro, die Zuschüsse für den Kindergarten mit 289 000 Euro und die Personalausgaben (226 000 Euro). Die Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt 126 000 Euro.  

    Durch  1,5 Millionen Euro für Investitionen wird der Vermögenshaushalt auf eine Abschlusssumme von 1,6 Millionen Euro festgelegt. Davon übernimmt der Neubau des Feuerwehrhauses mit 365 000 Euro den ersten Rang. Es folgen die Erschließung Baugebiet Zehnt III mit 282 000 Euro, Grunderwerb für die Innenentwicklung mit 222 000 Euro und die Umgestaltung der Hauptstraße oberhalb des Rathauses mit 189 000 Euro. Die Restkosten für die Sanierung des Rathauses schlagen mit 130 000 Euro zu Buche. Die Finanzierung der im Vermögenshaushalt veranschlagten Maßnahmen erfolgt durch Herstellungs- und Erschließungsbeiträge (507 000 Euro), Grundstücksverkäufe (386 000 Euro), Zuschüsse in Höhe von 302 000 Euro, die Zuführung vom Verwaltungshaushalt 126 000 Euro und 123 000 Euro als Entnahme aus der allgemeinen Rücklage. Ferner wird eine Kreditaufnahme von 200 000 Euro notwendig.

    Für die kommenden Jahre müssen weitere Investitionen getätigt werden. Für das Rechnungsjahr 2020 sind 1,9 Millionen Euro für den Neubau des Feuerwehrhauses, die Sanierung des Bürgerzentrums Günter-Burger-Halle, die Kanalsanierung und den Glasfaseranschluss von Münnerstadt eingeplant. 2021 verringern sich die Investitionen auf 156 000 Euro für die weitere Kanalsanierung, Grunderwerb und Umlage Abwasserverband. 2022 sind 357 000 Euro eingeplant für die Gestaltung des Außenbereiches der Günter-Burger-Halle, als Restkosten für die Kanalsanierung und den Grunderwerb (Innenentwicklung). Zur Finanzierung dieser Investitionen mit einem Gesamtvolumen von rund 2,5 Millionen Euro sind voraussichtlich neue Kreditaufnahmen in Höhe von 760 000 Euro erforderlich.

    Der Schuldenstand der Gemeinde Strahlungen belief sich Ende 2018 auf 789 000 Euro. Das entspricht einer Verschuldung pro Einwohner von 843 Euro. Die allgemeine Rücklage der Gemeinde weist einen Stand von 123 000 Euro auf. Dieser Betrag wird für 2019 entnommen, so dass ab dem Jahr 2020 keine Rücklagen zur Verfügung stehen werden.

    Nach Hinzurechnung der Investitionspauschale vom Land verbleibt der Gemeinde eine freie Finanzspanne von rund 202 000 Euro. Aufgrund der Wirkungen des Finanzausgleichs werden diese Werte in den Jahren bis 2022 nicht mehr erreicht. Für 2020 ergibt sich sogar voraussichtlich keine freie Finanzspanne. Daher ist die Gemeinde angehalten, alle Einsparmöglichkeiten zu nutzen. Die Gemeinde Strahlungen hat zuletzt 2016 Stabilisierungshilfe erhalten. Die Folgeanträge 2017 und 2018 wurden jeweils abgelehnt, mit der Begründung, dass der Saldo der freien Finanzspanne der letzten Jahre positiv ist und damit das Kriterium "Finanzielle Härte" nicht erfüllt. Da sich die Werte der Steuer- und Umlagekraft in den letzten Jahren weiterhin nach oben entwickelt haben, wird Strahlungen auch 2019 keinen Antrag auf Stabilisierungshilfe stellen.

    Der Gemeinderat stimmte geschlossen dem von Martin Koller vorgetragenem Zahlenwerk zu.

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