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    Willmars

    Friedhof in Filke soll umgestaltet werden

    Ein Arbeitskreis hat sich mit der Umgestaltung des Friedhofs in Filke beschäftigt. Gemäß den Anregungen aus der Dorfbevölkerung sollen dort künftig auch Grabstellen möglich sein, die wenig Pflegeaufwand erfordern. Foto: Eva Wienröder

    Mit einer umfangreichen Tagesordnung hatte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung zu befassen. Dabei wurden auch die finanziellen Weichen für das neue Haushaltsjahr gestellt.

    Marc Huter, Geschäftsleiter und Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Ostheim, erläuterte den Haushaltsplan 2020. Dieser ist im Verwaltungshaushalt mit einem Volumen von 1,421 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt mit 1,091 Millionen Euro veranschlagt. Damit erhöht sich das Gesamtvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 19,5 Prozent.

    Gewerbesteuereinnahmen gehen gegen Null

    Im Verwaltungshaushalt ist noch mit leicht steigenden Zahlen bei den Einnahmen aus der Einkommens- und Umsatzsteuerbeteiligung zu rechnen. Auch werden sich die Schlüsselzuweisungen mit einem leichten Anstieg um rund 20 000 Euro auf 323 000 Euro wieder stabilisieren. Bei der Gewerbesteuer ist nach den Worten Huters jedoch mit einem weiteren massiven Einbruch zu rechnen, die Einnahmen dürften heuer gegen Null gehen.

    Die Gemeinde muss im Verwaltungshaushalt ihre gemeindlichen Einrichtungen finanzieren. Die Kreisumlage fällt heuer mit 245 000 Euro gut 20 000 Euro niedriger aus. Für 2020 wird eine Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt von 49 000 Euro erwartet.

    Keine erneute Kreditaufnahme nötig

    Wie Marc Huter weiter anführte, hatte man durch die weitere großzügige Stabilisierungshilfe des Freistaates Bayern im Jahr 2019 (200 000 Euro) keine Kredite in Anspruch nehmen müssen und es kann heuer eine Sondertilgung in Höhe von 100 000 Euro vorgenommen werden.

    Der Stand der allgemeinen Rücklage macht es möglich, eine Entnahme in Höhe von 274 000 Euro einzuplanen. Zusammen mit der Investitionspauschale, den Beitrags- und Fördereinnahmen sowie dem Zuführungsbetrag aus dem Verwaltungshaushalt können so die vorgesehenen Investitionen in die Pflichtausstattung der Gemeinde ohne eine neue Kreditaufnahme gestemmt werden.

    Schuldenstand wird sich verringern

    Zum diesjährigen Maßnahmenkatalog gehören Restarbeiten an den Feuerwehrhäusern in Willmars und Filke, Investitionen in die Erneuerung der Wasserversorgung und das Kanalnetz Völkershausen, die Planungen zum Teilumbau der ehemaligen Grundschule in Willmars in eine moderne Kindertagesstätte und die Beschaffung eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs für die Feuerwehr Völkershausen.

    Während sich 2020 der Schuldenstand der Gemeinde noch einmal um 124 000 Euro auf 270 000 Euro verringern wird, wird laut Kämmerer Huter im kommenden Jahr angesichts der anstehenden Investitionen wieder eine Kreditaufnahme nötig sein. Mit sieben zu zwei Stimmen wurden die vorliegende Haushaltssatzung und die mittelfristige Finanzplanung vom Gemeinderat verabschiedet. Der Stellenplan für 2020 wurde einstimmig gefasst.

    Maßnahmen an alten und leerstehende Anwesen werden gefördert

    Das Gremium stimmte im weiteren Verlauf der Sitzung auch der Fortschreibung des Haushaltskonsolidierungskonzeptes zu. Dieses ist Grundlage für eine erneute Antragstellung auf Stabilisierungshilfe, die von den Bürgervertretern ebenfalls beschlossen wurde. Als struktur- und finanzschwache Gemeinde hat Willmars in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 950 000 Euro erhalten.

    Zur Wiederbelebung von alten und leerstehenden Anwesen legt die Gemeinde ein kommunales Förderprogramm für alle drei Ortsteile auf. Heuer sind dafür 5000 Euro im Haushalt vorgesehen. Laut Beschluss des Gemeinderates gehört zu den Fördervoraussetzungen, dass ein Gebäude mindestens 40 Jahre alt sein muss und seit mindestens sechs Monaten ein Leerstand besteht.

    Urnengemeinschaftsanlage wird vom Gemeinderat befürwortet

    In Filke hat Gemeinderätin Helga Seidel-Barthelmes zusammen mit Beate Dutz, Martina Landgraf und Kerstin Marschall Überlegungen zur Entwicklung des örtlichen Friedhofs angestellt und mittels eines Fragebogens Wünsche und Anregungen aus der Dorfbevölkerung ermittelt. Seidel-Barthelmes stellte neben den Ergebnissen der Umfrage Gestaltungsvorschläge vor, mit denen man der veränderten Bestattungskultur mit dem zunehmenden Wunsch nach einer mit wenig Pflegeaufwand verbundenen, aber würdigen letzten Ruhestätte Rechnung tragen könnte.

    Die Gemeinderäte begrüßten den Vorschlag, wonach künftig Erdbestattungen im Sarg oder einer Urne unter einer von der Gemeinde gepflegten Rasendecke mit Grabstein und ohne Einfassung möglich sein sollen. Auch die Anlage einer Urnengemeinschaftsanlage wurde befürwortet.

    Damit im Schulungsraum niemand kalte Füße haben muss

    Desweiteren befassten sich die Ratsleute unter anderem ausführlich mit den Ergebnissen der überörtlichen Rechnungsprüfung für die Jahre 2014 bis 2017 und den Stellungnahmen der Verwaltung. Ferner wurde vom Gremium beschlossen, die Satzung über Aufwendungs- und Kostenersatz für Einsätze und andere Leistungen der gemeindlichen Feuerwehren anzupassen und neu zu erlassen. 

    Für längere Diskussion sorgte der Antrag der Feuerwehr Filke auf Einbau einer Fußbodenheizung anstatt eines Kaminofens im Schulungsraum des neuen Feuerwehrgerätehauses. Im Antrag wurden als Gründe genannt, dass der Raum nicht so „fußkalt“ sein solle und dass der Schulungsraum auch für Aktivitäten außerhalb der reinen Feuerwehrarbeit genutzt werden soll, so von Kinder- und Jugendgruppen oder Senioren. Mit drei Gegenstimmen wurde schließlich das gemeindliche Einverständnis erteilt.

    Helga Seidel-Barthelmes erkundigte sich, wie derzeit die Räumlichkeiten des Willmarser Jugendraums genutzt werden. Nach Auskunft von Bürgermeister Reimund Voß dienen die Räume für die Cocktailbar beim Weihnachtsmarkt und als Abstellfläche. Jürgen Bohn fragte nach, ob der Angelsportverein den Container als Vereinsheim nutzen dürfte, wenn die Jugend in das alte Feuerwehrgerätehaus gezogen ist. Grundsätzlich bestehen von Seiten des Bürgermeisters keine Bedenken.

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