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    OBERELSBACH

    Für einen kreativen Umgang mit Bier

    Kreativköpfe unter sich: Alternative Bierbrauer aus ganz Deutschland trafen sich auf Einladung von Pax-Bräu-Braumeister ... Foto: Marc Huter

    Es sind ganz bestimmte Eigenschaften, die sie gemeinsam haben: Kreativität, Leidenschaft, Authentizität und eine große Portion Unangepasstheit. Die kreativen Bierbrauer, die ein Wochenende zusammen in der Umweltbildungsstätte Oberelsbach (Lkr. Rhön-Grabfeld) verbrachten, kamen aus ganz Deutschland.

    Ein lockeres Treffen sollte es werden, verbunden mit einem intensiven Austausch und der einen oder anderen Brauereibesichtigung.

    Organisiert hat das Treffen Pax-Bräu-Braumeister Andreas Seufert aus Oberelsbach, der die Teilnehmer aus ganz Deutschland auf diversen Bierveranstaltungen und -messen wie der „Braukunst live“ in München oder den „Craft Beer Days“ in Hamburg kennengelernt hatte. Nicht nur die Brauer selbst waren zum Austausch eingeladen, sondern auch deren Frauen und Kinder, die allesamt ein gemeinsames „Schicksal“ teilen beziehungsweise „bei der Leidenschaft ihrer Männer für das Bierbrauen miteifern müssen“.

    Diplom-Braumeister Thorsten Schoppe von der „Schoppe Bräu“ in Berlin fasst die Gemeinsamkeiten der kreativen Brauer, die sich in Oberelsbach trafen, zusammen: Handwerklich echt, transparent und ganz und gar unangepasst. Ihre Maxime heißt, dass „alles erlaubt ist, was natürlich ist“.

    Liberalisierung des Reinheitsgebots?

    In Oberelsbach dachten die Teilnehmer darüber nach, ob sie einen Verband oder eine Vereinigung für kreative Brauer gründen sollten. Etwas vorsichtig noch, aber doch zielstrebig wird überlegt, im Rahmen dieser zu gründenden Vereinigung ein Statement für die Liberalisierung des Reinheitsgebots abzugeben. Vorsichtig ausgedrückt – schließlich wolle man anderen Brauern und erst recht nicht der Großindustrie auf die Füße treten.

    Die „Craft-Beer“-Bewegung an sich, wie die Bewegung der kreativen Brau-Köpfe landläufig bezeichnet wird, stammt ursprünglich aus den USA der 1970er Jahre. Langsam ist die Bewegung in andere Länder auf anderen Kontinenten übergeschwappt. Doch anders als in vielen Nachbarländern liegt der deutschlandweite Marktanteil von „Craft Beer“ noch immer im Promillebereich. In Nachbarländern sei er bereits bei fünf bis zehn Prozent. „Wir kleinen Brauer brauchen die Möglichkeit für ein Alleinstellungsmerkmal“, sind sie sich einig.

    Mit dabei bei dem Treffen war auch der ehemalige Biersommelier-Weltmeister Oliver Wesseloh von der Kehrwieder Kreativbrauerei in Hamburg. Ebenfalls aus Hamburg kam Friedrich Matthies von der Brauerei „Wildwuchs“.

    Johannes Heidenpeter von „Heidenpeters“ reiste aus Berlin an, während Fritz Wülfing von „AleMania“ aus Bonn und Thomas Wachno von „Hopfentropfer“ aus Bad Rappenau den Weg nach Oberelsbach fanden. Mit dabei auch Maximilian Krieger vom „Riedenburger Brauhaus“, Kolja Gigla von „Mashsee“ aus Hannover, Philipp Overberg von der Brauerei „Gruthaus“ in Münster, Christian Hans Müller von „Hans Craft & Co.“ aus Aschaffenburg, sowie Simon Siemsglüß von der „Buddelship Brauerei“ ebenfalls Hamburg.

    Besichtigung der Pax Bräu und Rhönmalz

    Bei ihrem Aufenthalt in Oberelsbach haben sich die Kreativbrauer mit ihren Familien nicht nur die „Pax Bräu“ angeschaut, sondern auch die „Rhönmalz“ in Ostheim sowie die Kreuzbergbier-Brauerei der Franziskaner. Im Zentrum stand jedoch die programmatische Arbeit beziehungsweise das „Palaver“, wie es die Bierbrauer nennen.

    Bei den Biermessen selbst bleibe immer nicht viel Zeit, um sich wirklich ernsthaft und gründlich auszutauschen. Das war an diesem Wochenende anders.

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