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    Frickenhausen

    Furioser Start mit viel Schmackes

    Eine starke Truppe: Die Frickenhäuser Musikanten spielten am Freitagabend im Schützenhaus die Serenade. Dass sie nicht am See stattfand, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Foto: Brigitte Gbureck

    Mit viel Applaus wurden die Frickenhäuser Musikanten mit ihrem Dirigenten Johannes Ebert am Freitagabend im Schützenhaus empfangen. Und mit Schmackes – mit dem Fliegermarsch – legten sie gleich kräftig los. Der Vorsitzende Hilmar Omert begrüßte die Gäste. War die Serenade ursprünglich am Frickenhäuser See geplant, wurde sie aus wettertechnischen Gründen in das Schützenhaus verlegt, was aber der guten Stimmung keinen Abbruch tat. 

    Patrick Werner, der Moderator des Abends, führte mit Humor durch das Programm. Der eingangs gespielte populärste österreichische Fliegermarsch aus 1912 war eigentlich für die Operette „Der fliegende Rittmeister“ geschrieben, wird jedoch immer als Militärmarsch angesagt. Sehr schwungvoll wurden „Blasmusik klingt so“ und die „Feinschmecker-Polka“ von Ernst Mosch, arrangiert von Franz Bummerl, gespielt. Die „Isabel-Polka“ hat Komponist Berthold Schick für seine zweitgeborene Tochter Isabel komponiert. Und weiter ging es mit der Polka „Am Seehafen“ von Alexander Pfluger. „Ich träume nur von dir“ war ein Walzer zum Träumen und Mitschwingen. Das Original von „Beyond the sea“ stammt von Jack Lawrence aus 1946, der das französische Chanson „La Mer“ ins Englische übertrug. Die englische Coverversion von Robbie Williams ist im Animationsfilm „Findet Nemo“ zu hören. Eine wunderbare Melodie, lieblich, auch mal aufdrehend. Erste Bravorufe, das kam gut an.

    Streifzug durch die Egerländer Blasmusik

    Auch der „Egerländer Zauber“, eine Liebeserklärung an die Egerländer, riss mit. Ein Egerländer Medley machte einen Streifzug durch die Egerländer Blasmusik, Ernst Mosch war der Gründer und Leiter. Johannes Ebert hat das Medley aus sieben bekannten Stücken wie beispielsweise „Drei Weiße Birken“, „Kannst du Knödel kochen“ oder die „Vogelwiese“ arrangiert. Und wieder ein lautes Bravo, toll gemacht. Bevor sich mit den „Flotten Musikanten“ in die Pause verabschiedet wurde, nahm Renate Haag noch Ehrungen vor. 

    Alfred Mühlfeld wurde vom Nordbayerischen Musikbund für 70-jährige Mitgliedschaft mit der Ehrennadel in Gold „70“ geehrt. Mit im Bild von links: 2. Bürgermeister Frank Vetter, Renate Haag, Kreisvorsitzende und stv. Bezirksvorsitzende NBMB Bezirksverband Unterfranken, und Hilmar Omert, Vorstand der Frickenhäuser Musikanten. Foto: Brigitte Gbureck

    Vom NBMB wurden dann geehrt: für fünf Jahre aktive Musikertätigkeit mit der Junior-Nadel: Vanessa Friedel, Moritz Goebel, Stefan Kamm, Regina Sauer und Celina Schmitt; für zehn Jahre mit der Ehrennadel in Bronze: Eva-Maria Kamm, Michael May (auch Vereinsehrung) und Julius Schmitt (auch Vereinsehrung); für 20 Jahre mit der Ehrennadel in Silber: Elisabeth Schmitt (auch Vereinsehrung) und Johannes Will; für 30 Jahre mit der Ehrennadel in Gold: Katja Fuchs (auch Vereinsehrung), Regina Fuchs (auch Vereinsehrung), Ralf Hartmann (auch Vereinsehrung) und Marco Reß; für 40 Jahre mit der Ehrennadel „40“ in Gold: Regina Hartmann Winkler (auch Vereinsehrung), Udo Omert und Rüdiger Schmitt; für 50 Jahre mit der Ehrennadel „50“: Benno Müller (auch Vereinsehrung) und für 70 Jahre mit der Ehrennadel in Gold „70“ Alfred Mühlfeld, vor dem Regina Haag „innerlich den Hut zog“. Das sei eine Lebensleistung und zeige, was Musik mit den Menschen machen kann: sie halte jung und fit. Auch seine Musikerkollegen zollten Alfred Mühlfeld stehend und mit viel Applaus ihren Respekt. Für ihre D1-Prüfung wurde noch Regina Sauer geehrt, Bruno Fuchs und Dietmar Raab für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft, sie stehen aber auf der Passivliste. Und Dirigent Johannes Ebert bekam eine Schultüte, weil er wieder in die Schule muss. Er hat nämlich sein Lehramtsstudium abgeschlossen.

    Gruppenbild mit Geehrten. Mit im Bild 2. Bürgermeister Frank Vetter (vorne links), Ortssprecher Bernd May (oben links), Renate Haag, Kreisvorsitzende und stv. Bezirksvorsitzende NBMB Bezirksverband Unterfranken, und Dirigent Johannes Ebert (2. von rechts). Foto: Brigitte Gbureck

    Nach Ende der Pause ging es weiter mit dem „Märchenkönig“. Frank Vetter, der das Duell mit Ortssprecher Bernd May um die Rede gewonnen hatte, begrüßte im Namen der Stadt herzlich zur Serenade. Das Schützenhaus sei ein guter Ort. Er dankte allen, dass sie diesen wunderschönen Abend auf die Beine gestellt haben und beglückwünschte alle, die geehrt wurden, besonders Alfred Mühlfeld für die 70 Jahre. Er dürfe als Vorbild und Ansporn genommen werden.

    Julius Schmitt zeigte dann beim “Lieblingstrommler“, dass Schlagzeuger echte Musiker sind, was manchmal angezweifelt wird. Er bekam viel Zwischenapplaus für seine Schlagzeugsolos. Mit dem „Egerländer Traum“, „Träumereien im Egerland“ und „Wie ein Traum“ wurden drei Stücke aus dem Konzert mit dem Thema „Träumereien“ von vor drei Jahren gespielt, immer noch aktuell. Italo Pop Classics mit „Sarà perché ti amo“ (Ricchi e Poveri), Azzuro (Adriano Celentano) und Gloria (Umberto Tozzi) erinnerten an Sommer, Sonne, Strand und Meer. Eine schmissige Polka war der „Egerländer Feiertag“ von Holger Mück, bei dem Johannes Ebert im Orchester spielt, arrangiert von Alexander Pfluger, mitreißend, jung, frisch.

    Laute Zugaberufe

    „Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören“, meinte Patrick Werner nach der „Nacht in Böhmen“, ebenfalls von Alexander Pfluger. Laute Zugaberufe brachten noch die „Böhmische Liebe“ und die „Südböhmische Polka“. Im Namen der Musikkapelle wurde sich bei einem bedankt, der im Holzregister die Stellung hält und immer da ist, immer Zeit hat und dem es immer Spaß macht: Michael Eisenmann. Er unterstützt seit vielen Jahren im Holzregister, ist ein Allrounder und spielt alles, was verlangt wird. Auch beim „großartigen Publikum“ wurde sich bedankt. Hilmar Omert sagte allen Helfern danke. Ob Musik die Welt verändert? Sie könne auf jeden Fall Stimmung erzeugen, die noch möglichst lange anhalten soll. Wenn Leute zusammenkommen, die gerne spielen und solche, die gerne zuhören, sei das eine gute Mischung. Als endgültig letztes Stück wurde schließlich der “Böhmische Traum“ gespielt.

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