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    Bastheim

    Gemeinde sucht neues Konzept für den Dorfladen in Bastheim

    Die Zahl der Dorfläden (Symbolbild) in Bayern steigt. Nachdem die Firma Leyh den Laden in Bastheim nun doch nicht weiterbetreibt, will die Gemeinde in die Bresche springen und die Nahversorgung für die Bürger aufrecht erhalten.  Foto: Armin Weigel/dpa

    "Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt." An diesen Ausspruch von Wilhelm Busch  fühlten sich wohl viele Bastheimer erinnert, als sie am vergangenen Wochenende von der Schließung des örtlichen Ladens hörten. Auch im Rathaus wurde man von dieser plötzlichen Wende kalt erwischt. Völlig überrascht, fast schon schockiert reagierten die Bürgervertreter, als sie vom Rückzug der Firma Leyh und dem Ende von "Der Laden" erfuhren.

    Dabei hatte es am Montagabend der vergangenen Woche noch danach ausgesehen, als ob das Projekt in trockenen Tüchern wäre. Die Zukunft der Grundversorgung im Besengau schien gesichert, ein sinnvolles Konzept für die nächsten Jahre fixiert. Die Gemeinde war im Begriff, das ehemalige VR-Bank-Gebäude in der Hauptstraße zu erwerben. Dort sollte der Laden auf einer größeren Fläche, mit moderner Einrichtung und Ausstattung, gut aufgestellt in die Zukunft starten. Die Lage an der Hauptstraße schien günstig, mit ausreichend Parkflächen vor der Tür  Das EDV-Unternehmen WHW – bisher im Erdgeschoss untergebracht – wäre eine Etage nach unten gezogen, teilt die Gemeinde mit.

    In den Startlöchern

    Laut Gemeindeangaben hatten sich die Bürgervertreter noch an jenem Montagabend zu einer extra einberufenen Sondersitzung mit Thorsten Leyh getroffen, hatten die notwendigen Investitionen besprochen und die Mietkonditionen festgezurrt. "Wir hatten uns auf einen Mietpreis verständigt und die erforderlichen Umbauten bei Heizung und Innenausbau sowie einen barrierefreien Zugang besprochen. Wir standen in den Startlöchern, um loszulegen", sagt der enttäuschte stellvertretende Bürgermeister Werner Fuchs, der zurzeit die erkrankte Bürgermeisterin Anja Seufert vertritt. Dass man sich jetzt Vorwürfen aus der Bevölkerung ausgesetzt sieht, die Gemeinde hätte sich intensiver um den Fortbestand des Ladens bemühen müssen, will man so nicht stehen lassen.

    Entsteht im ehemaligen Gebäude der Volksbank-Raiffeisenbank Bad Neustadt an der Durchgangsstraße in Bastheim doch noch ein Einkaufsladen? Die Verantwortlichen der Gemeinde bemühen sich jedenfalls intensiv, die Grundversorgung der Bevölkerung vor Ort zu sichern. Foto: Klaus-Dieter Hahn

    Frühzeitig hatte Marion Schrenk, die bisherige Ladeninhaberin, die Gemeinde davon in Kenntnis gesetzt, dass sie ihren Laden Anfang 2019 nicht mehr weiter betreiben werde. Die Bürgermeisterin hatte sich daraufhin mit Verwaltung und Gemeinderat intensiv bemüht, den Fortbestand des für Bastheim und die umliegenden Dörfer wichtigen Ladens zu sichern. Man hatte sich mit dem Gedanken einer Weiterführung unter Regie der Gemeinde, als Dorfladen mit Hilfe der Bevölkerung, beschäftigt und auch Gespräche mit potenziellen Betreibern geführt. Im Herbst schien mit der Firma Leyh die Lösung gefunden und der Laden gerettet.

    Ostern sollte es losgehen

    Thorsten Leyh sah zwar am jetzigen Standort keine Zukunftschance, war aber von der Alternative im früheren VR-Bank-Gebäude, in der vor einigen Jahren schon der Schlecker-Markt war, angetan, heißt es vonseiten der Gemeinde. Daraufhin forcierte die Gemeinde ihre Bemühungen und führte erfolgreiche Kaufverhandlungen mit der Volksbank-Raiffeisenbank Bad Neustadt. Die Gemeindevertreter setzten sich mit Peter Schneider von WHW, der im Haus umgezogen wäre, zusammen, und auch die technische Umrüstung , Elektro- und Telefonumrüstung, der Umbau der Heizungsanlage und vieles mehr wurde besprochen. Bis Ostern hätte laut Plan der Gemeinde der Umbau abgeschlossen sein sollen und der Geschäftsbetrieb in den neuen Räumlichkeiten starten können. Peter Schneider und sein Team hatten bereits zu packen begonnen, warteten laut Gemeindeführung eigentlich nur noch auf grünes Licht für den Umzug.

    War jetzt alles vergebens ? Nein, wenn es nach dem stellvertretenden Bürgermeister Werner Fuchs, dem dritten Bürgermeister Theo Behringer und dem Gemeinderat geht. Zwar beginnt man fast wieder bei Null. Doch alle Beteiligten sind fest entschlossen, weiter mit allen Kräften zu versuchen, dass man in Bastheim Lebensmittel und die Waren des täglichen Bedarfs erwerben kann. Und vielleicht auch noch mehr. "Jetzt erst recht!" – so die Trotzreaktion aus dem Rathaus. Mit einem neuen Konzept und mit engagierten Bürgern wollen Bürgermeister und Gemeinderat einen neuen Anlauf starten.

    Ideen der Bürger sind gefragt

    Schon in der kommenden Woche sind alle, die Interesse am Fortbestand einer Einkaufsmöglichkeit in Bastheim haben, zu einem Infoabend ins Rathaus eingeladen. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. "Kommt, helft, packt mit an, bringt eure Ideen ein - gemeinsam schaffen wir es", appelliert Werner Fuchs an seine Mitbürger. Vielleicht trifft am Ende dann in weiterer Ausspruch von Wilhelm Busch zu: "Ausdauer wird früher oder später belohnt – meistens aber später !"

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