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    Bad Neustadt

    Gemeindehaus bietet Raum für Begegnungen

    Die Pfosten an der Christuskirche geben einen ersten Eindruck, wir groß das neue Gemeindehaus werden wird. Dekan Dr. Matthias Büttner (Bild) freut sich schon auf den Spatenstich. Foto: Björn Hein

    Dekan Dr. Matthias Büttner kann an Christi Himmelfahrt durchatmen. Auch wenn dann die Arbeiten für das neue Gemeindehaus erst beginnen, ist doch eine wichtige Hürde genommen. "Vor drei Jahren gingen die Planungen konkret los, es dauerte, bis die verschiedenen Vorschläge in ein Konzept gegossen werden konnten", so der Dekan. Er schätzt, dass vom Spatenstich bis zur Einweihung des neuen Gemeindehauses, das  parallel zur Christuskirche neben der Martin-Luther-Straße verläuft, noch mindestens eineinhalb Jahre ins Land gehen werden. "Schließlich müssen wir immer die Kosten im Auge haben", sagt er.

    Insgesamt geht man von rund drei Millionen Euro aus, eine Summe, die man erst einmal schultern muss. Zum Glück kann man auf Zuschüsse zurückgreifen. "Über den hohen Zuschuss durch die Stadt Bad Neustadt und den Landkreis haben wir uns sehr gefreut", so Dr. Büttner. An so genannten "Sonstigen Zuschüssen" fließen 750 000 Euro, die Evangelische Kirche in Bayern beteiligt sich mit 1,25 Millionen Euro an der Maßnahme. Natürlich schießt auch die Kirchengemeinde eine hübsche Summe zu, nämlich 500 000 Euro. "Auf Spenden sind wir dennoch angewiesen. Dazu haben wir extra ein Fundraising-Team eingerichtet, das sich darüber Gedanken gemacht hat", erklärt der Dekan. Ein Teil der Spenden - 500 000 Euro sollen hier zusammenkommen - ist schon bei der Kirchengemeinde eingegangen. Dekan Dr. Büttner schätzt aber, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis man den Betrag beisammen hat.

    Improvisation notwendig

    Für den dringend notwendigen Neubau des Kindergartens musste das Pfarrhaus in der Hedwig-Fichtel-Straße weichen. Die Räumlichkeiten für die Dekanatsjugendarbeit und die Kirchenmusik mussten in diesem Zuge ins bisherige Gemeindehaus umziehen. "Deshalb ist im Moment bei uns alles sehr improvisiert", so der Dekan. Mit dem Neubau eines Gemeindehauses kann das bisherige Gemeindehaus dann für andere Zwecke genutzt werden. Im Obergeschoss soll es Angebote für Jugendliche geben, im Untergeschoss ist dann Platz für die Kirchenmusik.

    Büttner freut sich schon auf den Neubau. Dort soll der Konfirmandenunterricht stattfinden, die Senioren-, Chor- und Kinderchorarbeit durchgeführt werden. Außerdem entsteht ein zentraler Treffpunkt nach dem Gottesdienst, nämlich für das Kirchencafé. Und für den Seniorenkreis, die Kantorei, Vorträge und Dekanatssynoden hat man dann ebenfalls Platz genug.

    Symbiose des Nützlichem mit dem Schönen

    Mit der Glasfront des neuen Gebäudes will man einerseits Offenheit demonstrieren. "Die Menschen sollen sich eingeladen fühlen, dass sie jederzeit vorbeischauen können", sagt Dr. Büttner. Andererseits ist das Gebäude dadurch lichtdurchflutet. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die niedrig stehende Sonne im Winter das Gemeindehaus erwärmt, zeigt die Glasfront doch nach Süden. Im Sommer soll das vorgebaute Dach für Abkühlung sorgen. Natürlich ist auch alles gedämmt, so dass man möglichst viele laufende Kosten einspart. 

    Eine Terasse lädt dabei zum draußen sitzen bei schönem Wetter ein, der große Saal soll knapp 200 Quadratmeter umfassen. "Dadurch, dass er teilbar ist, kann man seine Größe variieren", erläutert der Dekan. An Küche und WC ist dabei ebenso gedacht wie einen Tagungsraum, dem so genannten Kapitelsaal. Außerdem ist Platz für zwei Büros, so dass man auch für das Tagesgeschäft bestens gerüstet ist.

    "Bei der Planung waren uns kurze Wege wichtig. So entsteht das neue Gemeindehaus unmittelbar neben der Christuskirche. Ein barrierefreier Zugang vom einen zum anderen Gebäude ist somit gewährleistet", freut sich der Dekan. "Ich  denke, wir haben hier eine sehr gute Lösung gefinden. Wir bauen, was die Kirche für ihre Arbeit braucht und was sie finanziell schultern kann", so der Dekan. Mit einem Schmunzeln fügt er hinzu: "Goldene Wasserhähne brauchen wir nicht".

    Zentraler Anlaufpunkt entsteht

    Mit dem neuen Gemeindehaus will man einen zentralen Anlaufpunkt schaffen. Schließlich hat die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ein großes Gemeindegebiet von 120 Quadratkilometern, 5800 Personen werden hier seelsorgerisch betreut. "Uns war wichtig, dass man nach dem Gottesdienst auch noch gemütlich beisammensitzen kann. Begegnung wird bei uns groß geschrieben", so der Dekan.

    An Christi Himmelfahrt, am 30. Mai, ist in der Christuskirche um 10 Uhr Familiengottesdienst, um 11 Uhr ist dann der Spatenstich für das neue Gemeindehaus, bei der auch Bürgermeister und Landrat vor Ort sein werden. Dabei wird es ein umfangreiche Kinderprogramm geben. Musikalische Unterhaltung gibt es vom Posaunenchor "Heilig's Blech", von der Kirchenband "Feel G(o)od" und von der Singgruppe "Regenbogen".

    "Ich wünsche mir, dass das neue Gemeindehaus ein Ort der vielen Begegnungen wird, der Glaube und das Miteinander sollen hier wachsen", ist der Wunsch von Dekan Dr. Matthias Büttner. Mit dem Spatenstich ist man diesem Ziel dann ein Stück näher gerückt.