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    Hollstadt

    Glasfaser, neue Bauplätze und der Biber

    Der Kindergärten kommt muss saniert oder neu gebaut werden. Ruhige Bürgerversammlung im Sportheim mit wenigen Zuhörern und wenigen Nachfragen.
    Sanieren oder neu bauen? Die Zukunft des Kindergartens in Hollstadt muss in ein Betreuungsnetzwerk der Verwaltungsgemeinschaft integriert werden.
    Sanieren oder neu bauen? Die Zukunft des Kindergartens in Hollstadt muss in ein Betreuungsnetzwerk der Verwaltungsgemeinschaft integriert werden. Foto: Stefan Kritzer

    Alljährlich arbeitet Bürgermeister Georg Menninger die obligatorischen Bürgerversammlungen für die Ortsteile Junkershausen und Wargolshausen sowie für die Gemeinde Hollstadt schnell hintereinander ab. So auch diesmal. Nach der teilweise deutlichen Kritik aus den Ortsteilen durfte Menninger die Versammlung in Hollstadt in aller Ruhe und ohne kritische Gegenworte durchziehen. Es gab lediglich Anregungen in der Diskussion, ansonsten lauschten die gut drei Dutzend Bürger und ganz wenigen Bürgerinnen seinen Ausführungen.

    Hollstadt wird immer kleiner. Seit 2010 hat die Gesamtgemeinde rund 100 Einwohner verloren. Derzeit sind es (gesamt) 1.616, wobei in Hollstadt 1.033 Bürger wohnen. Georg Menninger gab einen umfassenden Einblick in den Haushalt der Gemeinde aus dem Vorjahr, sprach über hohe Ausgaben für die Kindergärten, die Krippe und den Hort in der Verwaltungsgemeinschaft, freute sich über einen hohen Gewerbesteueranteil (188.535 Euro) und hohe Schlüsselzuweisungen (687.284 Euro). Dem gegenüber steht aber eine stattliche Kreisumlage (577.316 Euro) und die VG-Umlage in Höhe von 209.040 Euro. Insgesamt kann die Gemeinde aber im vergangenen Jahr eine solide Haushaltsführung verzeichnen, immerhin werden 555.000 Euro vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt weitergeleitet. Die Pro-Kopf-Verschuldung in Hollstadt beträgt derzeit 625,65 Euro was unter dem Wert vergleichbarer Gemeinden in Bayern liegt.

    "Die gute Finanzlage werden wir aber nicht beibehalten können", sagte Menninger. Grund hierfür: die Dorferneuerung in Junkershausen. Der Bürgermeister listete die großen Projekte in dem kleinen Ortsteil mit seinen aktuell 119 Einwohnern auf. Bei der Nennung der Gesamtkosten in Höhe von 6 Millionen Euro mussten die Zuhörer im Sportheim doch mal kräftig schlucken.

    An Großinvestitionen ist das aber noch nicht alles: Ein neues Feuerwehrhaus wird neben dem Sportheim wie dem entstehenden Vereinsheim des TSV Hollstadt gebaut. Kostenpunkt: 600.000 Euro, ein Drittel davon will die Gemeinde als Förderung wiederhaben. Die Glasfaserverkabelung in den Außenbereichen wird derzeit gebaut oder vorbereitet. Das schnelle Internet für die Solhöfe und die Neumühle kostet insgesamt 235.000 Euro, 47.000 Euro muss die Gemeinde selbst aufbringen, der Großteil der Maßnahme wird gefördert.

    Die Umnutzung der ehemaligen Bäckerei in der Hauptstraße zu einem "Dorfladen 2.0" muss finanziert werden, auch wenn hierfür eine stattliche Förderung zu erwarten ist. Die Dippachsbrücke soll neu gebaut werden, allerdings erst dann, wenn man die im Bach ansässige Biberfamilie mal stören darf. "Der Biber ist flächendeckend in der Gemeinde aktiv", so Menninger.

    Nicht gerade begeistert ist der Bürgermeister von den SüdLink-Plänen, die Stromtrasse entlang der Autobahn A 71 zu führen. Damit muss sie schließlich quer durch die Gemarkung Hollstadt. Am 16. Mai gibt es hierzu einen Infoabend in der Stadthalle.

    Das Baugebiet "Auf der Höhe" wird derzeit erschlossen und bekommt Glasfaserkabel bis an den Grundstücksrand. Für die Zukunft stehen bis zu 40 weitere Bauplätze im Gebiet "Leiladen" zur Verfügung. Erfolgreich ist die Gemeinde im Betreiben ihrer beiden Dorfläden. An deren Konzept will Menninger erst mal nicht rütteln.

    Diskussionsbedarf auf VG-Ebene besteht noch in Zukunft, was Kindergärten, Krippe und Hort betrifft. Die Nachfrage steigt immer weiter. Auch kommt der Hollstädter Kindergarten langsam in die Jahre, muss saniert oder neu gebaut werden. Aber nur innerhalb eines Gesamtkonzeptes der VG.

    In der Diskussion wurde ein Unfallschwerpunkt an der Kreuzung Hessbergstraße, Hinterer Dorfweg angemerkt. Der Bürgermeister sicherte zu, die Verkehrssituation an dieser Stelle zu überdenken. An neuralgischen Punkten im Dorf könnten bald schon Boxen für Beutel installiert werden, damit die Hinterlassenschaften von Hunden weggeräumt werden können. Aufstellorte sollen ermittelt werden. Für den Gemeinderat und die anwesenden Bürger bedankte sich 2. Bürgermeister Jürgen Gruß bei Georg Menninger für dessen stetiges Arbeiten für die Gemeinde.

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