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    Sulzfeld

    Grabfeld-Allianz: Öko-Beauftragte für Gemeinden ernennen

    Die artgerechte Tierhaltung gehört zu den Prinzipien der Ökolandwirtschaft, erläuterte Corinna Ullrich unter anderem in einem Vortrag bei der Lenkungsgruppensitzung der Grabfeld-Allianz. Foto: Regina Vossenkaul

    Mit der Vorstellung des Landgasthofs "Bärental" in Sulzfeld durch Inhaber Tobias Rieß und Lebensgefährtin Anna-Lena Sichler begann die Sitzung der Lenkungsgruppe der Grabfeld-Allianz. Die Angebote aus dem Bioanbau, die es dort gibt, passten zum Vortrag von Managerin Corinna Ullrich, die über den aktuellen Stand der Ökomodellregion Rhön-Grabfeld informierte.

    Die 27 Ökomodellregionen in Bayern widmen sich besonders den Handlungsfeldern Landwirtschaftliche Erzeugung, Verarbeitung, Vermarktung und Verwendung in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung sowie Information und Bewusstseinsbildung. Das Prinzip der Kreislaufwirtschaft, die mit artgerechter Tierhaltung beginnt, vielseitige Fruchtfolge beinhaltet und mit der Erzeugung von betriebseigenen Futtermitteln endet, stellte Ullrich vor.

    12,5 Prozent der Betriebe  arbeiten ökologisch

    Fast 11 Milliarden Euro wurden in Deutschland 2018 im Bereich Bio-Lebensmittel umgesetzt. Rhön-Grabfeld folgt dem allgemeinen Aufwärtstrend der Bio-Erzeugung: Von 1250 landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten 156 ökologisch, das sind rund 12,5 Prozent, bayernweit sind es nur 10 Prozent. Im hiesigen Landkreis gehören rund 14 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche zu den Ökoflächen, in Bayern sind es 10 Prozent. Einige Beispiele wie den Naturlandhof Derleth in Salz, den Schwalbenhof in Wülfershausen, Kolbs Biohof in Oberelsbach und das Hofgut Räder in Bastheim stellte Ullrich vor.

    Fachvorträge für Landwirte, Orientierungsseminare Ökolandbau, Unterstützung bei der Vermarktung zum Beispiel durch den Verein "Rhöner Biosphärenrind" und die "Rhöner Bio Heumilch" gehören zur Umsetzung der angestrebten Ziele. Innerhalb des Projekts "Insektenfreundliches Rhön-Grabfeld" sind Kommunen aufgefordert ihre eigenen Flächen entsprechend zu gestalten und das Anlegen von Blühflächen zu unterstützen.

    Verpflegung in Schule und Kitas auf bio umstellen

    Die Gemeinschaftsverpflegung in Schulen und Kindergärten sollte möglichst auf "bio" umgestellt werden, riet Ullrich, auf argentinisches Rindfleisch sollte man wegen der dortigen, schlimmen Haltungsbedingungen verzichten. Ihre Anregung in den Gemeinden Öko-Beauftragte zu benennen, wenn im nächsten Jahr die Gremien nach der Kommunalwahl neu zusammengestellt werden, unterstützte Bürgermeister Emil Sebald. "Wir haben Senioren- und Jugendbeauftragte, warum keinen Öko-Beauftragten?", fragte er. Das wäre auch im Sinne einer Ökomodellregion, so Sebald. Michael Custodis wandte ein, dass die Feste meist von Vereinen organisiert werden und man ihnen nicht vorschreiben könne, wo sie einkaufen. Ullrich stellte Einkaufsmöglichkeiten vor und lud ein zur Verbrauchermesse der Ökomodellregion Rhön-Grabfeld am 27. Oktober, 12 bis 18 Uhr, in Wechterswinkel.

    Gaumenfreuden und Mundart miteinander verbinden

    Die Idee der Kulturagentur, Gaumenfreuden und Mundart miteinander zu verbinden, wird an die Vereine im Allianzgebiet weitergegeben. Die entsprechenden Veranstaltungen sollen im Zeitraum 24. bis 28. September 2020 stattfinden. Allianzsprecher Jürgen Heusinger erinnerte an die von der Allianz veranstalteten Genusstage in vorangegangenen Jahren, sie seien von den Gastronomen zu wenig angenommen und deshalb eingestellt worden.

    Michael Kuhn vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) stellte einige Neuerungen aus dem Förderbereich vor. Für die Allianz war besonders erfreulich, dass die Förderung des Managements noch einmal um fünf Jahre verlängert werden kann, wenn eine Evaluierung stattgefunden hat - was die Grabfeld-Allianz bereits erledigt hat. Kuhn riet die Ergebnisse baldmöglichst einzureichen.

    Ganz neu ist die Förderung von kleinen Projekten innerhalb eines Regional-Budges, das 100 000 Euro beträgt, davon soll der Erstempfänger (eventuell die Allianz) 10 000 Euro als Eigenanteil übernehmen. Infrage kommen Maßnahmen, die der Grundversorgung und der Dorfentwicklung, dem Klima- und Ressourcenschutz oder der Innenentwicklung dienen. Die genauen Bestimmungen und Auswahlkriterien werden noch bekanntgegeben. 

    Grabfeld-Bildband soll im November erscheinen

    Hanns Friedrich stellte anschließend seinen Grabfeld-Bildband vor. Noch können Korrekturen vorgenommen werden, im November soll das 120 Seiten umfassende Buch über die Orte im Grabfeld erscheinen. Projektmanagerin Silvia Schmitt brachte die Anwesenden noch auf den neuesten Stand bezüglich der Jobmeile 2020, es liegen bereits 50 Anmeldungen vor, mehr als in diesem Jahr.

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