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    Bad Neustadt

    "Handicap on Ice": Eislaufen als eine willkommene Abwechslung

    Kinder und Jugendliche vom Schülerhort Streutal und der Herbert-Meder-Schule wurden von der Familie Griebel auf die Eisbahn eingeladen. Wie das bei den jungen Menschen ankam.
    Insgesamt 22 Kinder und Jugendliche vom Schülerhort Streutal in Unsleben und der Tagesstätte der Herbert-Meder-Schule waren der Einladung der Familie Griebel unter dem Motto "Handicap on Ice" auf die Eisbahn in Bad Neustadt gefolgt. Mit auf dem Bild Barbara Griebel (links) und die drei Begleitpersonen Monika Löhr (Zweite von links), Ilka Wagner (hinten in der Mitte) und Franziskus Gerr (hinten rechts). Foto: Andreas Greubel

    Kinder und Jugendliche sausten über die Bad Neustädter Eisbahn auf dem Marktplatz. Der eine etwas schneller als der andere, aber alle waren in Bewegung. Man sah ihnen an, dass es ihnen Freude bereitete. Viele trauten es sich, alleine zu fahren. Die im Eislaufen noch nicht ganz so sicheren schnappten sich lieber einen Pinguin oder Eisbär, hielten sich an diesem fest und drehten so ihre Runden. Hin und wieder sah man auch einmal jemanden hinfallen, aber auch schnell wieder aufstehen und dann die Fahrt, als sei nichts gewesen, fortsetzen. 

    Insgesamt 22 Kinder und Jugendliche vom Schülerhort Streutal in Unsleben und der Tagesstätte der Herbert-Meder-Schule waren der Einladung der Familie Griebel auf die Eisbahn gefolgt. Mit ihren drei Begleitpersonen verbrachten sie zwei schöne Stunden auf Kufen. Barbara Griebel, auch für die Organisatoren Johannes und Florian Griebel sprechend, erklärte den Gedanken dahinter: "Wir wollten, da uns die Eisbahn mittlerweile selbst gehört, Aktionen starten. Mit der Lebenshilfe arbeiten wir schon seit Jahren zusammen. Deswegen haben wir uns gedacht, wir machen einmal 'Handicap on Ice'. Einfach für die, die leider oft vergessen werden und sich ansonsten eventuell nicht auf das Eis trauen."

    Sie fügte hinzu: "Wir wollten ihnen ein Erlebnis bieten und haben deswegen die Eisbahn für diese Zeit geblockt. Dann haben sie genug Platz und können sich etwas austoben." Deswegen sei man auf die Lebenshilfe Rhön-Grabfeld zugegangen und diese hätte dann die zwei Einrichtungen ausgewählt.

    Auch von Stürzen nicht unterkriegen lassen und einfach weiterfahren

    Mit auf dem gefrorenen Untergrund war die 11-jährige Milinda aus Brendlorenzen, die sichtlich Spaß am Eislaufen hatte und sich schon relativ sicher auf der Eisfläche bewegte. "Ich finde das ganz toll", erzählte sie freudestrahlend. Sie sei schon früher auf Schlittschuhen gestanden und es gefalle ihr auch wieder gut. "Ich bin heute noch gar nicht hingefallen", fügte sie stolz hinzu.

    Roman aus Rödelmaier, ebenfalls elf Jahre alt, hingegen hielt sich lieber an einem Eisbären fest, da er sich noch nicht vollkommen wohl auf dem Eis fühlte. "Ich bin früher schon einmal gefahren, bin da aber häufiger gestürzt", erklärte er. Auch heute habe er schon zweimal das Gleichgewicht verloren und sich deswegen das Tier geschnappt. Er habe sich bei den Stürzen glücklicherweise nicht weh getan. "So langsam macht es aber 'Klick' und es geht immer besser", kann er schon von ersten Fortschritten berichten.

    Wer sich noch nicht ganz so sicher auf Schlittschuhen fühlte, schnappte sich einfach einen Eisbär oder einen Pinguin und drehte so dann bei "Handicap on Ice" seine Runden. Foto: Andreas Greubel

    Eine willkommene Abwechslung für die Kinder und Jugendlichen

    Franzikus Gerr, Erzieher im Schülerhort Streutal in Unsleben, war mit neun Kindern vor Ort. Er berichtete, dass die Kids sofort begeistert waren, als es hieß, dass sie Eislaufen gehen: "Es ist für sie eine willkommene Abwechslung." Mit einem Lachen hängte er an: "Statt Hausaufgaben machen ging es heute auf die Eisbahn." Gerr freute sich darüber, dass auch die Neulinge auf dem Eis sich mit zunehmender Dauer immer wohler fühlten. "Ich finde es gut, dass es so etwas in Bad Neustadt gibt. Sie können uns gerne häufiger einladen", sagte er abschließend.

    Auch Ilka Wagner, die Leiterin der Tagesstätte der Herbert-Meder-Schule, zeigte sich über diese besondere Aktion begeistert. Von dort waren 13 Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren aus der Mittel- und Berufsschulstufe mit dabei. "Ich habe auch zuvor schon häufiger gedacht, dass wir einmal auf die Eisbahn könnten. Aber das ist immer mit viel Organisation verbunden. Deswegen haben wir uns sehr darüber gefreut und es gerne wahrgenommen", erklärte sie sichtlich zufrieden. 

    Griebel: Mit den ersten vier Wochen "Neuschter Eiszeit" mehr als zufrieden

    Griebel bilanzierte, dass man mit den ersten vier Wochen der "Neuschter Eiszeit" mehr als zufrieden sei und man mit "Family on Ice", "Business on Ice" und dem Eisstockschießen schon weitere Aktionen ins Leben gerufen habe. Sie könne es sich bei entsprechender Nachfrage sehr gut vorstellen, "Handicap on Ice" noch häufiger durchzuführen, da man so etwas Gutes tue. Und die Kinder und Jugendlichen so wieder unbeschwert über das Eis sausen können.

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