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    Unterweißenbrunn

    Handwerker-Idee: Lehrlinge bekommen E-Auto für Schulfahrten

    Henning und Mauritz Küchler aus Braidbach freuen sich, dass sie von der Kreishandwerkerschaft mit einem Fahrzeug unterstützt werden, um zur Berufsschule und zum Ausbildungsbetrieb zu gelangen. Foto: Marion Eckert

    Ein unzureichender Öffentlicher Personennahverkehr im  ländlichen Raum macht es minderjährigen Auszubildenden schwer den Ausbildungsbetrieb und die Berufsschule zu erreichen.  Dieses Thema war beim diesjährigen Handwerkertreffen auf dem Kreuzberg im März schon ausführlich diskutiert worden.

    Busverbindungen gebe es häufig überhaupt nicht oder zu gänzlich unpassenden Zeiten, sodass die jungen Leute eine Odyssee mit zig mal Umsteigen auf sich nehmen müssten, um beispielsweise aus der Rhön in die Berufsschule nach Bad Kissingen zu kommen, wurde festgestellt. Eine Lösung war schon einmal der vorgezogene Führerschein, um mit Sondergenehmigung zur Schule und zum Ausbildungsbetrieb zu fahren. Viele Jahre sei dies vielen jungen Leuten entgegengekommen. Doch die Sondergenehmigung sei durch übereifriges Reglementieren so stark eingeschränkt worden, dass sie heute keine Alternative mehr darstelle, so die Handwerker.

    Die Handwerker hatten die Idee, dass Auszubildende mit einem vierrädrigen Leichtkraftrad, für das nur ein Moped-Führerschein nötig sei, zu Schule und Arbeit fahren könnten. Die Handwerksbetriebe beziehungsweise die Handwerkskammer können solche Fahrzeuge über Sponsoring zur Verfügung stellen. Diese Idee wurde von der Handwerkskammer Rhön-Grabfeld aufgegriffen. Kreishandwerksmeister Bruno Werner und sein Stellvertreter Klaus Engelmann haben mit dem Geschäftsführer Heinz Tüchert nun einen Renault Twizzy angeschafft, der genau den Anforderungen entspricht, die sie sich vorgestellt haben.

    Das vierrädige Leichtkraftrad ist ein Zweisitzer mit Elektroantrieb. Übergeben wurde das Fahrzeug an den 17-jährigen Henning Küchler und seinen zwei Jahr jüngeren Bruder Mauritz. Beide beginnen eine Ausbildung zum Schreiner und können nun in die Berufsschule nach Bad Kissingen sowie in ihren Ausbildungsbetrieb fahren. Von ihrem Heimatort Braidbach aus wäre es nur mit großem Aufwand möglich, täglich mit dem Bus nach Bad Kissingen zu fahren. Um 5.20 Uhr müssten sie los und dreimal umsteigen, um um 8 Uhr in der Schule zu sein. Zwei Stunden und 40 Minuten müssten sie morgens und abends unterwegs sein. Mit dem Twizzy geht es deutlich schneller, auch wenn sie nur 45 Stundenkilometer fahren dürfen.

    Die Kreishandwerkerschaft stellt das Fahrzeug den beiden Braidbacher Azubis zur Verfügung, bis Henning Küchler im nächsten Jahr seinen Pkw-Führerschein hat. Dann könne ein anderer Auszubildender dieses Fahrzeug bekommen, erklärte Bruno Werner. Die Kreishandwerkerschaft Rhön-Grabfeld möchte mit dieser Aktion zeigen, dass es möglich sei junge Auszubildende zu unterstützen. Das sei im eigenen Interesse, um Fachkräfte auszubilden und damit die Zukunftsfähigkeit des Betriebes zu sichern. Daher war auch der Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken, Walter Heußlein, eigenes nach Unterweißenbrunn gekommen, um der Kreishandwerkerschaft zu ihrem innovativen Engagement zu gratulieren.

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