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    Wülfershausen

    Haushalt Wülfershausen: Die dicken Brocken kommen 2020

    Die Sanierung des Schulhauses (eine Aufnahme von 2017) wird auch im kommenden  Jahr zu einer kostspieligen Angelegenheit für die Gemeinde Wülfershausen. Schon für heuer sah der Haushalt, der erst in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats verabschiedet wurde, 300 000 Euro vor.  Foto: Hanns Friedrich

    Der Zeitpunkt zur Verabschiedung des Jahreshaushalts gut sechs Wochen bevor dieses Jahr endet, entspricht nicht der üblichen Praxis. Warum es nicht geklappt hat, das Zahlenwerk im Laufe des ersten Halbjahres zu erstellen und abzusegnen, erklärte der Saaler VG-Geschäftsststellenleiter Maximilian Nunn mit den personellen Umbesetzungen in der Verwaltung in diesem Jahr. Nunn selbst hat seinen Posten auch erst Ende Januar  angetreten.    

    Böse war ihm wegen der Verzögerung ihm niemand im Gemeinderat, hat doch die späte Aufstellung des Etats auch einen Vorteil. Die Ergebnisse, was Ausgaben und Einnahmen betrifft, stehen so gut wie fest und erleichtern die Planung für nächstes Jahr . So geriet die ohnehin schmale Diskussion um den Haushalt denn auch eher zu einem Blick zurück. Der Verwaltungshaushalt beträgt 2,99 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt 1,366 Millionen. Die höchsten Einnahmen resultieren aus der Einkommensteuerbeteiligung mit rund 830 000 Euro, der Gewerbesteuer und den Schlüsselzuweisungen mit je rund 480 000 Euro. Größte Ausgabenposten waren die Kreisumlage mit 625 000 Euro und der Kindergarten mit 500 000 Euro.  Der Haushalt wurde einstimmig angenommen.   

    So richtig in die Vollen geht der Gemeinderat aber erst im nächsten Jahr. 1,4 Millionen Euro für das Schulgebäude, 1 Million Euro für die  Kindergartenerweiterung, über 800 000 Euro zur Wasser- und Abwassererschließung des Kindergartens, 700 000 Euro für den Hortbau und 300 000 Euro für die Breitbanderschließung, um nur die dicksten Brocken zu nennen.  Das lässt den Investitionshaushalt auf über fünf Millionen Euro anschwellen. Gleichzeitig erwartet die Gemeinde aber gut 2,8 Millionen Euro an Fördergeldern, da viele der Maßnahmen mit bis zu 80 Prozent bezuschusst werden. Trotzdem wird ein Kredit von rund 1,33 Millionen notwendig.

    Millionenkredit für ein Prozent Zins bei einer Laufzeit von 20 Jahren 

    Bei einem Zinzsatz von einem Prozent bei 20 Jahren Laufzeit lässt sich deswegen wohl niemand im Gremium graue Haare wachsen, wenngleich auch stellvertretender Bürgermeister Willi Irtel mahnte, mit Bedacht vorzugehen, um zu vermeiden, eines Tages Stabilisierungshilfe beantragen zu müssen. Die Bemerkung von Bürgermeister Wolfgang Seifert angesichts der hohen Investitionen,dass in der Vergangenheit manches  liegen geblieben sei, stieß auf den heftigen Widerspruch von Gemeinderätin Ruth Markert. Bei der Schule etwa, hätten sich Rahmenbedingungen geändert, die nicht vorhersehbar gewesen seien, betonte sie. Irtel erinnerte daran, dass sich auch erst spät das Kommunalinvestitionsprogramm KIPs  eröffnet habe.             

    Auch die Rücklagen schmelzen angesichts der Projekte zusehends dahin. Schon heuer mussten 334 000 Euro entnommen werden, nächstes Jahr sind es noch einmal rund 93 000 Euro. Stünden die hohen Investitionen nicht an, dann wäre Wülfershausen demnächst so gut wie schuldenfrei gewesen. Zum Ende diesen Jahres werden es voraussichtlich rund 239 189,13  Euro sein, was bei 1467 Einwohner eine Pro-Kopf-Verschuldung von 163, 05 Euro ausmacht.     

    Gemeinderat beschließt neues Feuerwehrauto zu bestellen

    Ein dicker Brocken, der zwar jetzt wegen der langen Lieferzeit schon bestellt, aber erst 2021 bezahlt werden muss, ist zudem das neue Feuerwehrauto für die Wülfershäuser Wehr. Das Löschgruppenfahrzeug 10 (LF 10) kostet rund 353 000 Euro. Weil die Gemeinde aber mit einem Zuschuss von rund 73 000 Euro rechnen kann, bleiben schließlich zur rund 280 000 Euro zur Eigenfinanzierung.     

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