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    MELLRICHSTADT

    Helfer und Retter fordern mehr Unterstützung

    Ehrenpflicht für den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann: der Eintrag in das Goldene Buch von Mellrichstadt. Mit ... Foto: Fred Rautenberg

    Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann ließ den Hilfsorganisationen in Rhön-Grabfeld bei seinem Besuch in Mellrichstadt die Würdigung zukommen, die sie verdienen: Er dankte zahlreichen Vertretern der sogenannten Blaulicht-Organisationen im Hause des Technischen Hilfswerks im Wiestalgraben für ihr Engagement.

    Herrmanns Besuch schloss sich an die Besichtigung der ehemaligen Hainberg-Kaserne an, wo ihm Gerhard Höhn vom Kameradschafts- und Freundeskreis der Garnison Mellrichstadt (KFG) das Dokumentationszentrum „Eine Grenzgarnison im Kalten Krieg“ vorgestellt hatte (wir berichteten). Christian Klein, der Ortsbeauftragte des THW Mellrichstadt, oblag als Hausherr die Begrüßung des Ehrengastes. Zudem stellte er den Ortsverband und dessen Einsätze in der jüngeren Vergangenheit vor.

    Lob für die Helfer

    Innenminister Herrmann lobte den Einsatz der ehrenamtlichen „Blaulichtorganisationen“ wie THW, Feuerwehr, Rotes Kreuz und Malteser. Auch wenn die Polizei sich durch ihren Status als staatlich-berufliche Institution von den Ehrenamtlichen unterscheidet – der Einsatz der Beamten wurde natürlich auch entsprechend gewürdigt. Herrmann bezog in seiner Rede sogar die Bundeswehr mit ein – als eine Reserve an Hilfskräften, die bei Katastrophen im Inland eingesetzt werden dürfen.

    Wenn es um die innere Sicherheit in Deutschland geht, denke man zuerst an die Polizei, so der Minister. 3500 zusätzliche Polizeibeamten-Stellen wolle der Freistaat schaffen, sagte er in seiner Ansprache. Dabei gehöre Rhön-Grabfeld laut Statistik zu den Regionen, wo die Verbrechensrate sehr niedrig ist. Die ehrenamtlichen Hilfsorganisationen wie Feuerwehr, Rotes Kreuz, THW und Malteser seien im Landkreis gut vertreten. Die Helfer lassen alles und stehen, um für andere da zu sein, lobte er. Zugleich beklagte Herrmann eine Verrohung in der Art, wie die Öffentlichkeit mit diesen Helfern umgeht. Wichtig sei der menschliche Umgang miteinander, machte er deutlich. Er versprach, im Bereich der Ausstattung zu investieren, so dass die Hilfsorganisationen auch für Extremfälle und Katastrophen vorbereitet sind.

    Offenes Gespräch mit dem Minister

    Der Landtagsabgeordnete Steffen Vogel, der zu dem Empfang geladen hatte, wies auch auf die Bedeutung der Notfall-Seelsorge hin, die auch die Helfer betreut, welche aus ihren Einsätzen oft traumatische Erlebnisse mitnehmen müssen. Alle Vertreter der Blaulicht-Organisationen sollten in Mellrichstadt die Gelegenheit haben, dem Minister ihre Gedanken, Wünsche und Vorschläge mitzuteilen, sagte Vogel und forderte zum offenen Gespräch auf. Als erster Redner wünschte sich Markus Groenen, Stadtratsmitglied und Feuerwehrmann in Mellrichstadt, dass die Feuerschutzabgabe wieder eingeführt werden sollte. Diese Forderung unterstützte auch Mellrichstadts Bürgermeister Eberhard Streit. Denn das hierbei erhobene Geld käme letztlich wieder dem Bürger zugute.

    Kreisbrandrat Stefan Schmöger wünschte sich eine die Bundesländer übergreifende, offizielle Regelung, dass die Wehren im grenznahen Gebiet ohne bürokratische Hürden auch im Nachbarland in Notfällen eingreifen dürfen. Auf unterer Ebene sei zwischen Bayern, Hessen und Thüringen bereits ein funktionierendes Modell erstellt worden. Steffen Vogel selbst regte die Einführung eines allgemeinen Dienstjahrs für junge Männer und Frauen an. Dies sei auch für das Gewinnen von Nachwuchs für die Hilfsorganisationen bedeutsam.

    Mehr Geld für neue Technik

    Hubert Kissner vom Bayerischen Roten Kreuz wies darauf hin, dass der technische Wandel schnell fortschreite, so dass die für den Einsatz wichtigen Geräte bald veralten und durch neue ersetzt werden müssten. Darum bat er, dass die Organisationen auch weiterhin und verstärkt finanziell durch den Freistaat unterstützt werden. Malteser-Geschäftsführer Rainer Kaufmann stellte die privaten Rettungsdienste in Frage, weil deren Motivation zu helfen nicht zuletzt am Gewinnstreben orientiert sei.

    Eine dicke Lanze brach Klaus-Dieter Sopp von der Mellrichstädter Polizei für seine bayerischen Kollegen. Diese würden in den anderen Bundesländern höchsten Respekt genießen. Den Innenminister bat er dringend, dass die ehrenamtlichen Hilfsorganisationen kräftig unterstützt werden. Denn deren Einsätze seien auch für die Polizei eine unentbehrliche Hilfe.

    Mehr Polizei für den ländlichen Raum

    Eberhard Streit wandte sich an den Minister mit der Bitte, nicht weiter Dienststellen der Polizei abzubauen, sondern auch die Randbereiche in Bayern wie den Landkreis Rhön-Grabfeld mit genügend Personal auszustatten. Auf alle diese Wünsche ging der Minister in kurzen Stellungnahmen ein und versprach zu prüfen, was sich realisieren lässt. Mit dem Überreichen von Gastgeschenken und dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt endete der Empfang.

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