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    Hollstadt

    Hollstadt: Es tut sich etwas in der Gemeinde

    Die alte Bäckerei von Hollstadt wurde in den vergangenen Tagen abgerissen. Auf dem Gelände entsteht ein neuer Dorfladen.
    Die alte Bäckerei von Hollstadt wurde in den vergangenen Tagen abgerissen. Auf dem Gelände entsteht ein neuer Dorfladen. Foto: Eckhard Heise

    Die Wahl wirft ihre Schatten voraus, denn der Besuch der Bürgerversammlung in Hollstadt war ausgesprochen gut. Das rege Interesse rührt aber wohl auch daher, dass sich in diesem Jahr in Hollstadt und den Ortsteilen so viel ereignet wie schon lange nicht mehr, wie aus dem Vortrag von Bürgermeister Georg Menninger hervorging.

    Wie allgemein nimmt auch in Hollstadt die Einwohnerzahl ab, berichtete das Ortsoberhaupt aus der Statistik. Erstmals ist die Gemeinde unter die 1600er-Marke gerutscht. Finanziell steht die Gemeinde dagegen recht gut dar, obgleich eine Reihe kostspieliger Investitionen eingeleitet worden sind. Ganz oben auf der Liste steht der Kauf des Grundstücks und der Immobilien am Ortseingang, in denen Bauhof und Feuerwehr ihre neue Unterkunft finden sollen. Für das Vorhaben wurden allein eine halbe Million Euro ausgegeben. Danach folgen auch schon die Erschließung von Grundstücken für Baugrundstücke und der Kommunikationshof von Wargolshausen.

    Gute Einnahmesituation im laufenden Haushalt

    Dank guter Einnahmesituation im laufenden Haushalt kann die Finanzierung ohne größere Probleme erfolgen. Die Pro-Kopf-Verschuldung ging auf unter 500 Euro zurück. Diese Zahl wird sich auf Grund der zahlreichen Vorhaben in den nächsten Jahren aber sicherlich ändern.

    Das sichtbarste Projekt ist der Bau eines neuen Dorfladen auf dem Gelände der ehemaligen Bäckerei. Die Kosten liegen bei 600 000 Euro, wobei ein Großteil allein auf den Straßenbau auf dem Grundstück fallen. Die Gemeinde muss etwa die Hälfte des Betrags aufbringen. Das Wohnhaus oberhalb der Einrichtung wird hergerichtet und vermietet. Mit der Pacht hofft Menninger, den Unterhalt des Dorfladens decken zu können.

    In einer "Blitzaktion" erwarb die Gemeinde Hollstadt die Gewerbeimmobilie am Ortseingang, um in den Gebäuden Feuerwehr und Bauhof unterzubringen.
    In einer "Blitzaktion" erwarb die Gemeinde Hollstadt die Gewerbeimmobilie am Ortseingang, um in den Gebäuden Feuerwehr und Bauhof unterzubringen. Foto: Eckhard Heise

    Dorferneuerung von Junkershausen

    Ein noch größeres Projekt ist jedoch die Dorferneuerung von Junkershausen. Der Baubeginn steht unmittelbar bevor. Im April erfolgt der Auftakt mit der Sanierung der Kreisstraße. Der Auftrag in Höhe von 1,2 Millionen Euro wurde bereits vergeben. Die Hauptlast trägt der Landkreis, allerdings werden auch Wasserleitung und Kanäle auf Vordermann gebracht, womit dann die Anlieger mit zur Kasse gebeten werden. Im folgenden Jahr kommt dann die Staatsstraße an die Reihe. Am 11. März gibt es in Junkershausen noch einmal eine Informationsversammlung.

    Gleichzeitig soll für Junkershausen auch der Anschluss an das Glasfasernetz von Wülfershausen erfolgen. Allein dafür sind 600 000 Euro für die komplette Versorgung angesetzt. Für Wargolshausen ist ebenfalls ein kompletter Anschluss noch in diesem Jahr vorgesehen, aber dann schon nach der Bayerischen Giga-Richtlinie für noch höhere Datenmengen. Dabei sei eine Förderung von 90 Prozent und mehr in Aussicht gestellt.

    Gekauft wurde die Gewerbeimmobilie am Dorfeingang von Hollstadt. Das Geschäft musste innerhalb von elf Tagen über die Bühne gebracht werden, weil weitere Interessenten mit ins Geschäft kommen wollten. Im August soll das Areal übergeben werden. Ein Teil der Gebäude, die nicht benötigt werden, soll weiter vermietet, die Freifläche soll ansehnlicher gestaltet werden. Mit dieser Vorgehensweise fahre die Gemeinde weit günstiger als mit dem bisher vorgesehenen Bau eines Gerätehauses.

    Ausbau des Kernwegenetzes

    Damit aber noch nicht genug. Auch der Ausbau des Kernwegenetzes kündigt sich an. An erster Stelle stehen laut Menninger der Ausbau der Hessstraße und der Vässeralstraße. Das Ganze sei ein Projekt, bei dem die Gemeinde mit etwa zehn Prozent der Kosten beteiligt werde. Ebenso soll das Baugebiet auf der Höhe von Hollstadt weiter vorangetrieben werden.

    Menninger geht außerdem davon aus, dass die SuedLink-Trasse entlang der A 71 realisiert und daher durch die Flur Hollstadts verlaufen wird. Dazu erklärte er, dass die Leitungen durch Anwendung eines Bohrverfahrens das Saaletal unterirdisch durchqueren werden, dazu gibt es bisher zwei Varianten. Menninger bemängelte, dass die Einflussmöglichkeiten der Gemeinden relativ gering seien. Er habe zumindest versucht, im Vorfeld der Planungen die Belange Hollstadts einzubringen.

    Aktueller Stand der Wasserproblematik

    Zu guter Letzt stellte Menninger den aktuellen Stand der Wasserproblematik in den beiden Ortsteilen vor. Danach ist die Gemeinde der im Grabfeld tätigen "Arbeitsgemeinschaft Trinkwasser" beigetreten, die eine überörtliche Versorgung anstrebt. Dabei gibt es verschiedene Varianten, die auch für Wargolshausen und Junkershausen in Betracht gezogen werden könnten. Allerdings sind noch ausführliche und langwierige Beratungen von Nöten. Auch bei der weiteren Vorgehensweise bei Kindergarten und Krippe ist keine kurzfristige Lösung angedacht.

    Manfred Müller plädierte dafür, den Kindergarten vorrangig zu behandeln. Er erinnerte an die relativ hohe Geburtenzahl und die Ausweisung von Bauland, das junge Familien nach Hollstadt ziehen werde. Menninger bemerkte jedoch, dass die Unterbringung der Kinder innerhalb der Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft geregelt werde und noch kein endgültiges Konzept vorliege.   

    Gosbert Fries monierte, dass die Tagesordnungspunkte aus den nichtöffentlichen Sitzungen nicht mehr bekannt gemacht würden. Menninger verwies dazu auf die neue Datenschutzverordnung, die den Kommunen zu einem restriktiveren Vorgehen zwinge.

       

       

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