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    MITTELSTREU

    Hungrige Räuber und ein bäuerlicher Schwank

    Der Gerichtsvollzieher (Leon Krauß, rechts) ist im Haus. Die Bäuerin (Lena Mock, Bildmitte) ist davon ebenso wenig begeistert wie auch Sohn Dieter (Jonathan Schmitt, links), seine Freundin und vermeintliche Dorfhelferin (Marie Fischer, Zweite von links) und Bauer Maas (Leo Mock, sitzend rechts). Foto: Sabine Pagel

    Dass der Nachwuchs der Kolpingfamilie Mittelstreu den Erwachsenen in Sachen Theaterspielen in nichts nachsteht, bewiesen die Kinder und Jugendlichen am Sonntagnachmittag beim Sommernachtsfest.

    Zunächst führten die Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren das Theaterstück „Die Räuberschule“ auf. Seit mehreren Wochen hatten sie unter der Leitung von Susanne Kaul, Christiane Fischer und Sabine Pagel für ihren Auftritt geprobt. Der Inhalt: Die Räuber im Wald plagt der Hunger. Es wird der Plan für einen Überfall geschmiedet. Weder die drei Mädchen noch die zwei Polizisten bemerken die Räuber in ihren Verstecken. Mit einer List erbeutet der Räuberhauptmann einen Essenskorb. Endlich hat man Wurst und Kuchen.

    Nur was sind das für bunte Tabletten? Da keiner der Fünf lesen kann, wissen sie auch nicht, dass es die Schlaftabletten für Oma sind. Im Nu sind alle eingeschlafen.

    Die Fuchsmama warnt ihre drei Kinder vor den schlafenden „Vielfraßen“ mit ihren dicken Bäuchen. Die drei Mädchen kommen zurück und finden die schlafende Bande. Als einer der Räuber im Schlaf redet, beschließen sie, ihnen das Lesen beizubringen. Nachdem sie die Schlafmützen aufgeweckt haben, kann der Unterricht beginnen. Letztendlich waren sich alle Räuber einig, wie wichtig das Lesen ist.

    Fast in Eigenregie hatten die Jugendlichen des Vereins den bäuerlichen Schwank „Süß wie Zucker“ einstudiert. Schon im 8. Jahr stehen die meisten von ihnen auf der Bühne. Der Betriebsprüfer rechnet Bauer Maas vor, dass sein Betrieb keinen Gewinn einfährt. Der arbeitsscheue Bauer möchte weder den Viehbestand aufstocken noch intensiven Gemüseanbau betreiben. Der Landwirtschaftsrat empfiehlt, das Zuckerrübenkontingent zu erhöhen. Das ist jedoch nicht mehr so einfach zu bekommen. Was beide nicht wissen, die Bäuerin verkauft unter der Hand Eier und Milch. Schließlich muss sie das Haushaltsgeld für die anstehende Kur aufstocken.

    Sohn Dieter, der unterdessen bei der Bundeswehr ist, schreibt in einem Brief von einem Mädchen, in das er sich verliebt hat. Sie hat jedoch einen „kleinen Schönheitsfehler“: Elke ist evangelisch. Das geht gar nicht für die beiden Bauersleute. Nachbarin Irmgard ist natürlich schon über alles bestens informiert. Da die Bäuerin für die Kur eine Dorfhelferin engagiert hat, schmuggelt Dieter seine Freundin Elke als diese auf den Hof. Die richtige Hauswirtschafterin spielt das Spiel gerne mit. Als der Gerichtsvollzieher auftaucht, kann die vermeintliche Dorfhelferin die Situation retten.

    Hat sie doch zuvor viel Geld vom Kleintierzüchter für den Bauern entgegengenommen. Der verkauft ebenfalls Getreide nebenbei, auch ohne Wissen seiner Gattin. Zum Schluss klärt Dieter seine Eltern auf, das Elke seine Freundin ist und nicht die engagierte Dorfhelferin. Da Elke die benötigten Zuckerrüben-Lieferrechte mit in die Ehe bringt, spricht auch nichts mehr gegen den „Schönheitsfehler“.

    Das Publikum im voll besetzten Pfarrgarten sparte nicht mit Applaus für die jungen Akteure. Zum Festausklang unterhielt die Trachtenkapelle Mittelstreu die Gäste.

    gel

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