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    Bad Neustadt

    Ideen für mehr Grün in Dörfern und Städten

    Hier soll nicht mehr nur Gras wachsen: Bei einem Workshop für Bauhof-Mitarbeiter und Privatleute erklärte Kreisgartenfachberater Georg Hansul (vorne) das richtige Anlegen einer insektenfreundlichen Blühmischung. Foto: Gerhard Fischer

    "Mehr Grün. Mehr Leben." - Ein Slogan, der in diese Frühjahrstage sehr gut passt. Und deshalb passt in diese Tage auch die Ausstellung   "Dorfgrün gestalten", die am Mittwoch im Eingangsbereich des Bad Neustädter Stadtbauamtes eröffnet wurde. Noch bis vor Ostern kann man sich von den Schautafeln inspirieren lassen. Dazu gehört auch eine Auswahl von Fachbüchern, die Büchereileiterin Claudia Scheler ergänzend zur Schau in der Stadtbücherei bereitgelegt hat.          

    Gemeinschaftsausstellung vieler Behörden

    Initiator der Ausstellung ist Gartenfachberater Georg Hansul vom Landratsamt Rhön-Grabfeld. Die Ausstellung wurde unter anderem auch vom Amt für Ländliche Entwicklung in Unterfranken in Zusammenarbeit mit der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege konzipiert. Hansul hat für den dazugehörigen Ratgeber auch viel Fotomaterial mit Rhön-Grabfelder Beispielen beigesteuert. 

    Die Infotafeln, so genannte Roll-ups, informieren über verschiedende Aspekte des dörflichen oder städtischen Grüns. So wird das Dorfgrün als Teil der dörflichen Geschichte erläutert, die jedem Dorf sein eigenes Gepräge geben. Weinbergstulpen, Gerichtslinden oder Obstkulturen sind auf ganz spezielle Weise mit der Ortsgeschichte verbunden und darum wichtig. Generationenlang wurden zum Beispiel Hausrebstöcke oder andere Nutzpflanzen weniger für die Dekoration denn für die Ernährung herangezogen.  

    Die Ausstellung "Grün im Dorf" ist noch bis Ostern zu sehen. Im Bild: (v. links) Stadtbaumeisterin Barbara Stüdlein, Büchereileiterin Claudia Scheler, Franziska Burmester, Bauhofleiter Konrad Wehe, Georg Hansul, Egon Friedel, Bürgermeister Bruno Altrichter und Horst Wels vom Stadtbauamt. Foto: Gerhard Fischer

    "Auch verwendete Gehölze erzählen viel über die Dörfer, seien es Stufenlinden wie in Salz oder Gerichtslinden wie diejenige von Stetten in der Rhön", wie Hansul bei der Ausstellungseröffnung erklärte. So erlebe ja auch der Holunder derzeit wieder eine Renaissance in der Rhön, auch durch den Anbau für Bionade. 

    Fassadenbegrünung

    In vielen Dörfern mit engen Gassen gibt es nicht immer ausreichend Platz für üppige Begrünung. Eine Fassadenbegrünung ist deshalb ein typisches Gestaltungsmittel in fränkischen Dörfern und sollte auch heute gepflegt werden. Aber auch die Straßenbegrünung komme mehr und mehr zu ihrem Recht, gerade bei Dorferneuerungsmaßnahmen. Hansul zeigte dies am Beispiel Großbardorf.

    Geradezu ein Modebegriff, nicht nur durch das Volksbegehren zum Schutz der Bienen, ist das Wort Blühflächen, denen sich ebenfalls eine Roll-up-Tafel widmet. Ganz einfach lassen sich solche neuen Blühflächen nicht anlegen, davor müssen alte Grünflächen nämlich umbrochen werden. Einfach sei dies bei der Neubepflanzung für die gefällte Rödleser Trauerweide gewesen, wo man die Gunst der Stunde für eine Blühfläche nutzen konnte.    

    Bis Ostern im Stadtbauamt zu sehen

    Bürgermeister Bruno Altrichter freute sich, dass die Ausstellung in den Räumen des Stadtbauamtes zu sehen ist. Grünflächen seien für Dörfer wie für Städte wichtig für die Lebensqualität, auch wenn es immer wieder auch zu Diskussionen führt wie unlängst das Thema Ahornbäume in der Stadt. Auch das Volksbegehren für Artenvielfalt mache deutlich, welchen Stellenwert insektenfreundliche Grünflächen in der Bevölkerung haben. Zuletzt habe das Interesse am Thema beim Vortrag im Stadtsaal der Gartenstadt die Neugierde der Hobbygärtner gezeigt.   

    Kreisgartenfachberater Georg Hansul erinnerte daran, dass es in Bayern schon sehr lange eine Beratung für Gärtner gebe. "Die Baugestaltung in Dörfern und Städten muss Hand in Hand gehen mit der Grüngestaltung", forderte Hansul. Büchereileiterin Claudia Scheler freute sich, dass immer mehr Bürger sich auf Natur besinnen und auch tierfreundliche Gärten anlegen wollen. Sie erwähnte auch die Sammlung der kritischen Filme von Dieter Wieland, die seinerzeit im BR Furore gemacht haben und die ebenfalls ausleihbar sind.   

    Ratgeber liegen aus

    Noch informativer als die Roll-ups ist der ausliegende Ratgeber, der sich außerdem mit Dorfwegen, Friedhofsgestaltung oder Zäunen, Mauern und Belägen befasst und viele bildreiche Anregungen für das eigene Gärtnern enthält.

    Am Tag nach der Ausstellung waren Blühflächen ein weiteres Mal Thema. Georg Hansul leitete einen Workshop für Bauhofmitarbeiter und Privatleute mit Tipps zum Anlegen einer solchen Blühfläche.Aus dem ganzen Landkreis waren Bauhof-Mitarbeiter gekommen, um sich die richtigen Schritte für eine solche Fläche erklären zu lassen. Einfach eine Blühmischung ausbringen genügt nämlich nicht. 'Mit dem Abschalen alter Rasenflächen, der Bodenlockerung, dem Feinkrümeln, der Aussaat, dem Feinplanieren und dann dem Walzen ind sieben Arbeitsschritte zu befolgen. Deren Lohn ist freilich eine bunte, naturnahe Grünfläche, an der sich immer mehr Menschen erfreuen.

    Die Ausstellung ist täglich von 8 bis 18 Uhr zu den Öffnungszeiten des Stadtbauamtes zugänglich. Die dazugehörigen Bücher aus der Stadtbücherei können Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10 bis 18 Uhr gelesen werden, Mittwoch von 14 bis 18 Uhr.      

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