• aktualisiert:

    Wegfurt

    Im Spannungsfeld zwischen Wald und Wild

    Ein gutes Verhältnis sowohl zur Stadt Bischofsheim als auch zu den Jagdpächtern gehört bei den Wegfurter Jagdgenossen zur größten Selbstverständlichkeit. Alle bisherigen Vorstände habe diese schöne Tradition gepflegt und sie wird auch unter dem neuen Vorsitzenden Benjamin Lenhard genauso freundschaftlich weiter geführt.

    Gut besucht war die Jahreshauptversammlung in der Wegfurter Geisfürsthalle, als Benjamin Lenhard seinen umfangreichen Bericht vortrug. Vor allem informierte er über den Abschluss der Bauarbeiten am Krummbach-Bergweg, welcher im Herbst letzten Jahres abgeschlossen werden konnte. Alles sei zur besten Zufriedenheit abgelaufen, freute sich Lenhard. Dies sei vor allem der guten Arbeit seines Vorgängers Gregor Kamm zu danken, welcher im Vorfeld der Maßnahme alle Anrainer des Weges bestens informiert hatte. Mit der Realisierung der Maßnahme sei jetzt jeder Anlieger des neuen Weges mit seiner Waldfläche bestens erschlossen.

    Jagdkataster in digitaler Form

    Ebenfalls könne festgestellt werden, dass das Projekt im geplanten finanziellen Rahmen habe abgewickelt werden können. Weiterhin informierte er über den neuen Jagdkataster, welcher vom Bauernverband in digitaler Form zur Verfügung gestellt worden sei. Damit würde die Arbeit des Vorstandes bei Nachfragen durch die Eigentümer stark verbessert. Lenhard machte allerdings auch darauf aufmerksam, dass Auskünfte an Dritte wegen des Datenschutzes seitens der Genossenschaft nicht möglich seien.

    Eine Zusammenkunft aller Jagdvorstände im Bereich der Stadt Bischofsheim konnte sich über gewünschte einheitliche Regelungen nicht einigen. Deshalb soll es in Wegfurt bei den bisherigen Regelungen mit der IG Wege und Pflege verbleiben. Die Jagdstrecke des letzten Jahres gab Lenhard mit 19 Stück Schwarzwild, 23 Stück Rotwild, 30 Stück Rehwild, 7 Füchsen und 11 Waschbären bekannt. Am 18. November hat eine Flurbegehung stattgefunden, bei welcher die notwendigen Erneuerungsmaßnahmen in Augenschein genommen wurden.

    Dank für vorbildliche Arbeit

    Bei der IG Wege und Pflege werde vorbildliche Arbeit geleistet, stellte Lenhard fest. Dies sei vor allem Lothar Schiftner und Michael Orschel zu danken, welche sich während des ganzen Jahres um den Zustand der Flur-und Waldwege sowie das Ausschneiden von Hecken und das Ausfräsen der Wegeränder kümmern. Für Erneuerungs- und Pflegemaßnahmen beantragte Lenhard für das laufende Jahr einen Etat von 5000 Euro. Nach Abzug des städtischen Anteils von 25 Prozent muss damit die Jagdgenossenschaft für 4000 Euro aufkommen.

    Die Kasse der Genossenschaft ist wohl geordnet. Sie wird von Edwin Keidel sorgfältig geführt und weist trotz der Ausgaben für den Krummbach-Bergweg eine ordentliche Rücklage auf. Der Reinertrag verbleibt auch in diesem Jahr bei der Jagdgenossenschaft und wird für allgemeine Aufgaben in der Flur und in Gemeinschaftsaufgaben des Dorfes investiert. Die IG Wege und Pflege erhält die beantragten 4000 Euro, der Kindergarten Wegfurt wird mit einer Spende von 300 Euro für eine Gartenhütte bedacht. Die Musikkapelle Wegfurt kann sich über einen Zuschuss von 500 Euro für die Anschaffung von Notenpultbannern freuen und das Wallfahrtsteam Maria Ehrenberg wird mit 180 Euro für Ehrenmedaillen bedacht. Die Kirchenverwaltung erhält für die Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Peter und Paul 2000 Euro. Der Rest des Reinertrages wird dem Rücklagenkonto zugeführt.

    Ein weiterer Beschluss betraf die Anschaffung eines Energieholzhackers, welcher von 2. Vorsitzendem Heribert Wappes vorgestellt wurde. Er wird rund 4000 Euro kosten.

    Ein wertvolles Gremium

    Der 2. Bürgermeister der Stadt Bischofsheim Egon Sturm bezeichnete die Jagdgenossenschaft als wertvolles Gremium der bürgerlichen Selbstverwaltung, welches im Spannungsfeld zwischen Wald und Wild sowie Ertrag und Naturschutz stehe. Die Zusammenarbeit im Bereich des Wegeunterhalts nannte er vorbildlich und wünschte dies auch für die Zukunft. Er bedankte sich bei den Jagdgenossen für die geleistete Arbeit, mit welcher schließlich auch die Verwaltung entlastet würde.

    Großes Lob ernteten die Jagdgenossen von Revierförster Michael Heinrich, welcher gerade die Pflege von Wald und Flur als vorbildlich bezeichnete. Heinrich informierte die Versammlung über das im letzten Jahr erstellte forstliche Gutachten, welches besonders die Folgen des Klimawandels beschreibt. Mit dem Klimawandel seien besonders die Nadelhölzer, darunter die Fichte, besonders betroffen und er empfahl, bei der Naturverjüngung besonders auf das Anlegen von Mischwald zu setzen. Große Sorgen müssten sich die Waldbesitzer auch um den Wildverbiss machen, nachdem die Population von Rot- und Rehwild in den letzten Jahren zugenommen habe. Es müsse darauf geachtet werden, dass die Abschusszahlen konsequent nach oben korrigiert werden.

    Zum Thema Borkenkäfer empfahl Heinrich, die einzelnen Parzellen des Waldbestandes immer wieder zu kontrollieren. Jeder Waldbesitzer sei für seinen Bestand verantwortlich. Nachdem die Wegfurter die angebotene Waldflurbereinigung vor längerer Zeit abgelehnt hatten, machte der Förster auf den freiwilligen und für die Waldbesitzer völlig kostenfreien Landtausch aufmerksam.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!