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    SCHÖNAU

    Im flotten Galopp durch den Kolpingsaal

    Den Auftakt der zehnten Fränkischen Woche im Landkreis machte die Kulturagentur Rhön-Grabfeld mit einem ebenso zünftigen wie unterhaltsamen Fränkischen Tanzabend im Kolpingsaal in Schönau.

    Dieser Tanzsaal, vom damaligen Schönauer Katholischen Burschenverein im Jahr 1925 erbaut, strahlt auch nach fast 100 Jahren noch das Flair Rhöner Geselligkeit und Lebensfreude aus. Projektkoordinator Thomas Eckert von der Kulturagentur wählte darum gerade diesen Saal für den Auftakt.

    Eine Woche unter dem Motto Heimat

    Mit dem Begriff „Heimat“ ist die diesjährige Fränkische Woche überschrieben. Für Herbert Grönemeyer ist Heimat kein Ort, sondern ein Gefühl. Der Fränkische Tanzabend hob dieses heitere und entspannte Lebensgefühl „Heimat“ besonders deutlich heraus.

    Thomas Eckert begrüßte hierzu gleich drei Musikgruppen. Mit dem neuen Begriff „Rhönradmusikanten“ unter der Leitung von Helmut Zirkelbach waren natürlich auch die einheimischen Kermesmusikanten am Start. Weiterhin eine bunte Mischung aus Musikanten aus der gesamten Region unter der Bezeichnung „Quetschn-Blech“ und die „Rhöner Streicheleinheiten“, eine Besetzung mit Violinen und Kontrabass. Beide Gruppen standen unter der Leitung von Thomas Eckert. Die Moderation des Abends übernahm mit viel Charme und humorigen Beiträgen Franz-Josef Schramm von der Beratungsstelle für Volksmusik in Hammelburg.

    Rhöner Dörfer auf den Arm genommen

    Auch eine Premiere hatten sich die Musikanten von Quetschn-Blech für diesen Abend ausgedacht. Sonja Rahm als Sängerin und „Quetschnspielerin“ überraschte das Publikum mit einem Tanzlied, in welchem die Rhöner Dörfer mit ihren „Spitznamen“ köstlich auf den Arm genommen wurden.

    Später folgte das Rhönradlied, welches fast vergessen war und zum 90. Jubiläum der Erfindung des Sportgerätes von Sonja Rahm wieder aufgelegt wurde. Den Text hierzu schrieb im Jahr 1927 Felix Wolff, vertont wurde es für die Auftritte der damaligen Rhönradturner in Amerika von dem jüdischen Komponisten Leopold Maaß.

    Flotter Galopp

    Richtig „gut drauf“ waren auch die diesjährigen Schönauer Kermespaare, welche natürlich zu den Klängen der Rhönradmusikanten ihre „Kermes“ ankündigten: „Wem gehört die Kermes?“ „Ons gehört die Kermes“. „Die Kermes lebe hoch“. Das gefiel besonders auch Franz Josef Schramm, der immer wieder zu den fränkischen Tanztouren aufrief mit Walzer, Rheinländer, Schottisch, und natürlich auch mit einem flotten Galopp als „Züpfele hinne drauf“.

    Schramm griff dann auch selbst hin und wieder zu seiner Gitarre, um einige fröhliche „Liedlich“ mit dem Publikum anzustimmen. Natürlich kam da die „Wallfahrt zum Kreuzberg“ bei den richtig gut aufgelegten Gästen gut an: „ Burkardroth, nuuch a moal“, liechd ned weid vo Stangeroth“. Auch für seine kurzen humorvoll vorgetragenen Geschichten erntete Schramm reichlich Beifall.

    Lust auf eine Wiederholung

    Der Tanzabend in Schönau war ein voller Erfolg, darin waren sich alle Gäste des Abends einig, auch wenn der eine oder andere Platz im Kolpingsaal leider leer geblieben war. Der Schwung und die Leichtigkeit dieses Abends machte jedenfalls Lust auf Wiederholung, was den Veranstaltern auch vom begeisterten Publikum mit auf den Weg durch die Fränkische Woche gegeben wurde.

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