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    Bad Königshofen

    Immer der Nase nach: Rettungshundestaffel sucht Nachwuchs

    Rettungshund Mogly wartet im Sambachswald darauf, dass ihre Besitzerin Johanna Hanika das Kommando "Such und Hilf" gibt. Foto: Hanns Friedrich

    Es liest sich fast schon wie selbstverständlich, wenn bei der Suche nach vermissten Personen aus Rettungshunde eingesetzt werden. Wer jedoch die umfangreiche Ausbildung der Hunde kennt, sollte wissen, dass alle Hundeführer und Helfer diese Aufgabe ehrenamtlich ausüben. Viel Zeit investieren die Mitglieder in die Ausbildung der Flächensuchhunde und Mantrailer, der Personenspürhunde. Der Erfolg der vergangenen Jahre gibt ihnen Recht, denn die Hundestaffel wird immer wieder angefordert, und zwar nicht nur im Landkreis.

    Besonders herauszustellen ist die Rolle der Helfer, denn ohne sie könnte ein Rettungshund nicht ausgebildet werden. Ebenfalls ehrenamtlich waren am Wochenende beim Training der Hundestaffel Jugendrotkreuzler des BRK Rhön-Grabfeld aus Bad Königshofen mit dabei. Sie standen auch als "Übungspersonen" zur Verfügung.

    Ein Rettungshund muss "Köpfchen" haben, wenn er sich auf die Suche nach einem Vermissten macht. Denn nicht immer ist die Geruchsspur, der der Hund folgt, genau dort, wo der Vermisste wirklich gelaufen ist. "Es kommt durchaus vor, dass der Wind die Spur verweht und der Hund dann der Spur versetzt auf dem Weg folgt", sagt Michaela Hanika. Sie ist eine der Ausbilderinnen bei der Rettungshundestaffel des BRK Rhön-Grabfeld.

    Immer der Nase nach heißt es für "Mira", wenn sie mit ihrem Besitzer Richard Wagner beim "Trailen" unterwegs ist. Foto: Hanns Friedrich

    Mütze genügt als Geruchsträger

    Erst kurz dabei ist die drei Jahre alte Mira. Die junge Hündin kommt aus einer Tötungsstation in Rumänien, berichtet ihr Besitzer Richard Wagner: "Sie hat sich sehr positiv entwickelt, aber wir haben auch viel Zeit und Energie investiert." Mira sei wohl auch geschlagen worden, fügt Michaela Hanika an und streicht der Hündin über den Rücken. "Das ging vor einiger Zeit noch gar nicht." Jetzt aber soll die Hündin zeigen, was sie gelernt hat.

    Zunächst nimmt Mira Kontakt mit der Übungsperson auf, bevor diese sich auf den Weg zu ihrem Versteck macht. Natürlich so, dass der Hund ihn nicht sieht. Kurze Zeit später darf Mira am Geruchsträger, der Uhr der Person, schnuppern und dann geht es an der langen Leine auf die Suche –immer schön der Nase nach.

    Beinahe hätte Mira die Vermisste gefunden, aber ein anderer Geruch hat sie abgelenkt. So musste ihr Hundeführer sie am Halsband auf den Trail führen. Im zweiten Versuch spürt Mira die vermisste Person auf und erhält ein Leckerli als Belohnung.

    Nun ist Zoey, 16 Monate jung, an der Reihe: Sie ist der Familienhund von Michaela Hanika und ihrer Tochter Johanna. Sie bekommt die Mütze eines Jugendrotkreuzler als Geruchsträger, bevor sie sich zielsicher auf die Suche macht. Die Border-Collie-Hündin zieht ihr Frauchen energisch über die Straße in ein Neubauviertel, es geht einen kleinen Abhang hinab und schon hat sie den "Vermissten" entdeckt. Warum der Vierbeiner diesen Weg nahm, obwohl die Spur doch auf dem Gehweg gelegt war? Johanna Hanika: "Wir haben heute teils heftigen Wind, da können die Geruchspartikel verweht werden."

    Gefunden! Mit lauten Gebell macht Mogly sein Frauchen aufmerksam, bleibt aber bei den beiden Gesuchten. Foto: Hanns Friedrich

    Kenndecke bedeutet für Hunde "Jetzt beginnt die Arbeit"

    Das Team der Rettungshundestaffel fährt nach dem Training der Mantrailer in den Sambachswald, um mit den Flächensuchhunden zu arbeiten. Das Waldstück wechseln sie wöchentlich, immer in Absprache mit dem zuständigen Förster oder Revierleiter.

    Als Zeichen für den Hund, dass nun seine "Arbeit" beginnt, wird ihm eine sogenannte Kenndecke angelegt, die mit Glocke und Licht ausgestattet ist. So können die Hundeführer die Tiere besser orten. Auf das Kommando "Such und Hilf" startet der Hund ohne Leine in das Suchgebiet. Die Nase hoch in die Luft gereckt versucht er, die Witterung nach Menschen aufzunehmen. Im Gegensatz zu den Mantrailern ist es die Aufgabe der Flächensuchhunde, nicht einer konkreten Spur nachzugehen, um einen bestimmten Menschen zu finden, sondern jeden Menschen im Suchgebiet. Durch seine Art zu bellen zeigt der Hund an, wenn er jemanden gefunden hat, der eventuell Erste Hilfe braucht.

    Die sogenannte Kenndecke ist mit Glocke und Licht ausgestattet. Foto: Hanns Friedrich

    "Es muss das Schönste auf der Welt für unsere Hunde sein, wenn sie eine gesuchte Person gefunden haben. Nur so sind sie immer wieder mit viel Freunde bei der Arbeit, die für sie eigentlich ein Spiel ist", erklären die Rettungshundeführer. Das ist es wohl auch, was sie dazu bringt, so viel Zeit mit ihren Tieren und der ehrenamtlichen Ausbildung zu verbringen.

    Die Rettungshundestaffel sucht Nachwuchs: Interessierte können sich bei der Servicestelle Ehrenamt unter Tel.: (09771) 6123 31 oder direkt bei der Fachdienstleitung Rettungshund bei Thomas Klett unter Tel.: 0170 1613908 melden. Weitere Infos auf Facebook unter Rettungshundestaffel Rhön-Grabfeld oder auf Instagram unter rettungshunde_rhoengrabfeld

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