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    MELLRICHSTADT

    Immer ein frischer Blumenstrauß aus dem eigenen Garten

    Altbürgermeister Helmut Will in seinem Elternhaus in der Bauerngasse 28. Ein Bereich, in dem man sich wohlfühlen und ausspannen kann. Hier merkt man den „grünen Daumen” von Helmut Will, vor allem an seinen Rosenstöcken. Foto: Hanns Friedrich

    Wer in die Wohnung von Helmut und Sigrid Will in der Bauerngasse 28 in Mellrichstadt kommt, wird dort immer frische Blumen auf dem Tisch finden. Helmut Will ist begeisterter Garten- und Blumenfreund. So lange es grünt und blüht, bringt er Blumen mit nach Hause. „Da freut sich nicht nur meine Frau, wenn ich ihr einen Blumenstrauß mitbringe, sondern auch ich habe gerne Blumen am Tisch stehen.“ 70 Jahre wird der Mellrichstädter Altbürgermeister an diesem Mittwoch. Sein Alter sieht man ihm nicht an. Ein Kompliment, dass Helmut Will freut, vor allem, wenn er an manche gesundheitliche Einschnitte denkt. „Ich laufe gerne in der Flur und im Mellrichstädter Wald, habe meinen Garten, unsere beiden Kinder und vier Enkel, die meine Frau und ich gerne besuchen.“ Will ist mit sich und der Welt zufrieden. „Auch wenn es hie und da mal kräftig zwickt und zwackt“, fügt er lachend an.

    Lehrling im Rathaus

    1964 begann Helmut Will als Lehrling zur Zeit von Bürgermeister Alfons Halbig bei der Stadt Mellrichstadt. „Damals war das Rathaus noch am Marktplatz.“ 1970 wurde er Stadtinspektor, fünf Jahre später wurde die Verwaltungsgemeinschaft ins Leben gerufen. Nach dem Weggang von Hubert Storath, war Helmut Will Geschäftsstellenleiter. 1994 stellte ihn die CSU als Bürgermeisterkandidat auf und er errang in einer Stichwahl gegen Rudi Glaesner die Mehrheit. Bis 30. August 2006 leitete er die Geschicke der Stadt.

    In dieser Zeit ist viel geschaffen worden. „Wenn ich zum Beispiel im Park, dem ehemaligen Friedhof, spazieren gehe oder bei starkem Regen daran denke, dass früher die Keller im südlichen und nördlichen Hainberg vollgelaufen sind, bevor die Kanalsanierung kam, erfüllt mich das schon mit Freude. Am Marktplatz erinnert er sich an die Gründung des „Aktiven Mellrichstadt“. Das habe zunächst Überzeugungsarbeit gekostet. Heute ist es ein Erfolgsmodell.

    Gescholten worden

    Beim Rundgang führt der Weg zum großen Parkplatz am Bahnhof. „Was bin ich da gescholten worden, aber heute sind wir froh, dass es diesen Parkplatz gibt.“ Dann fällt sein Blick auf den Bahnsteig und er erinnert sich an das Rhönzügle und den Lückenschluss von Ostheim nach Mellrichstadt. Ob es die Grundstücksangelegenheit „altes Industriegelände“ war, der Abwasserzweckverband oder das „Schloss Wolzogen“, das heute Museum ist, all das und vieles mehr trägt seine Handschrift.

    Schmunzelnd fügt er an: „Von dem was Helmut Will als Bürgermeister auf den Weg gebracht hat. ist oberirdisch weniger zu sehen, aber viel, sehr viel wurde in die Untergrund mit Kanal, Wasserleitung, Abwasser und Hochwasser-Rückhaltung investiert.“ Ein schwieriges Kapitel waren die Schließung des Krankenhauses und der Kaserne.

    1996 wurde Helmut Will in den Kreistag gewählt und gehörte ihm ununterbrochen bis 2014 an. Zwölf Jahre war er Stellvertreter des Landrats. Wo auch immer er war, hatte er „sein Mellrichstadt“ bekannt gemacht. „Ich habe immer gesagt, dass ich aus Mellrichstadt bin und eben auch stellvertretender Landrat für den Landkreis Rhön-Grabfeld.

    Grenzöffnung und Lückenschluss

    Fragt man den Jubilar nach seinen schönsten Erlebnissen in seiner Amtszeit nennt er ohne zu Zögern die Öffnung der Innerdeutschen Grenze, den Lückenschluss der Bahn nach Meiningen und ganz besonders den Bau der Autobahn A 71 und die stete Aufwärtsentwicklung Mellrichstadts. Immer lagen ihm die Menschen in seiner Stadt und den Stadtteilen am Herzen.

    Langweilig ist es dem Altbürgermeister im Ruhestand noch nicht geworden. „Es ist ruhiger geworden“, sagt Will, und schenkt sich eine Tasse Kaffee ein. Dann fällt sein Blick auf seinen gemütlich gestalteten Innenhof in seinem Elternhaus in der Bauerngasse, mit den historischen Bereichen und den Rosen. „Ist das nicht schön?“

    Kurzreisen

    So nebenbei erfährt man im Gespräch, dass er eigentlich als Kind Landwirt werden wollte. Kein Wunder, dass das heute noch zu spüren ist. Garten, Haus und Hof sind groß genug, da gibt es immer was zu tun. Mit Ehefrau Sigrid unternimmt er immer wieder Kurzreisen. Sie fahren zu den Kindern nach Aschaffenburg oder Bad Abbach besuchen die Enkel und nehmen sich so eine „Auszeit“. Zu Hause wartet dann der Garten, in dem Helmut Will noch seine eigenen Kartoffen anbaut.

    Was macht der Altbürgermeister sonst noch gerne? „Ich engagiere mich bei der Seniorenunion und im Altbürgermeisterkreis, kaufe gerne selbst ein, bin in der Stadt unterwegs und genieße mein Leben ohne Terminkalender.“ Wer Helmut Will gratulieren möchte, ist eingeladen und kann das zwischen 10.30 Uhr und 14 Uhr im Hotel Sturm in Mellrichstadt tun. Dort wird der 70. mit einem Empfang gefeiert.

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