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    Bad Neustadt

    Impfbuchdurchsicht in den 6. Klassen: Wie läuft das ab?

    Im Landkreis werden derzeit die Impfbücher der Sechstklässler durchgesehen. Hat das etwas mit der aktuellen Diskussion um Masern zu tun?
    Das Gesundheitsamt kontrolliert momentan die Impfbücher in den sechsten Klassen.
    Das Gesundheitsamt kontrolliert momentan die Impfbücher in den sechsten Klassen. Foto: dpa/Daniel Karmann

    Die Impfbücher von Sechstklässlern in Rhön-Grabfeld werden seit dem 13. Mai bis zum 5. Juni von Mitarbeitern des Gesundheitsamts durchgesehen. Diese kommen dafür in die Schulen. Die Eltern der Schüler werden zuvor über die Impfbuchdurchsicht informiert und sollen ihren Kindern das Impfbuch mitgeben.

    Wieso werden die Impfbücher durchgesehen?

    "Die Impfbuchdurchsicht ist eine jährliche Routine bei Schülern der sechsten Klassen - das ist bayernweit vorgegeben", erklärt Sophia Mohr, Pressesprecherin im Landratsamt Rhön-Grabfeld, auf Anfrage dieser Redaktion. Ziel der Kontrollen, die im Auftrag des bayerischen Gesundheitsministeriums durchgeführt werden, sei es, auf Impflücken der Kinder hinzuweisen.

    Durchgeführt wird die Kontrolle von den sozialmedizinischen Assistentinnen des Gesundheitsamts. Die Mitarbeiterinnen bekommen die Impfbücher in geschlossenen Umschlägen ausgehändigt. In einem separaten Raum werden diese geöffnet und durchgesehen, so Mohr.  Mit den Sechstklässlern selbst gibt es keine Berührungspunkte. "Die Schüler werden da auch gar nicht im Unterricht gestört", verdeutlicht die Pressesprecherin.

    Können sich Eltern gegen die Durchsicht wehren?

    Seit dem 1. Januar 2013 sind Eltern zur Vorlage von Impfdokumenten verpflichtet, heißt es weiter. Das ist im Gesundheitsdienst- und Verbraucherschutzgesetz verankert. "Man kann sich in dem Sinne nicht gegen die Durchsicht wehren", bestätigt Mohr. Falls bei den Kontrollen kein Impfbuch vorliegt, wird aber auch nicht weiter dagegen vorgegangen, ergänzt sie.

    Nach der Durchsicht der Impfbücher bekommen sie die Schüler, ebenfalls in einem verschlossenen Umschlag, zurück. Impfempfehlungen werden auf einem Informationsblatt beigelegt. Hingewiesen wird dabei sowohl auf fehlende, als auch auf in Kürze anstehende Impfungen. Ob die Empfehlungen umgesetzt werden, liegt in Hand der Eltern. Anders würde es sich verhalten, wenn die Impfungen nicht mehr freiwillig wären.

    Wie viele Impfbücher werden in Rhön-Grabfeld kontrolliert?

    Neben dem Impfbuch und dem Informationsblatt werden beispielsweise auch Flyer zu Impfungen und Untersuchungen beigelegt. Der Gedanke dahinter ist, auf bestimmte Themen aufmerksam zu machen, erläutert Mohr. Dazu gehört beispielsweise ein Flyer zur HPV (Humanes Papillomavirus)-Impfung. Eine HPV-Infektion kann unter anderem zu Gebärmutterhalskrebs führen.

    Im Schuljahr 2016/2017 wurden 708 Schüler im Landkreis zur Vorlage ihrer Impfbücher aufgerufen. 84 Prozent zeigten sie tatsächlich vor. Im Gesamtdurchschnitt in Bayern legten lediglich 77,6 Prozent die Dokumente vor. Das geht aus einer Grafik vom bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hervor.

    Wie sieht die Impfrate gegen Masern aus?

    96,5 Prozent der Schüler in Rhön-Grabfeld haben im Schuljahr 2016/17 mindestens die erste Impfung gegen Masern erhalten, so die Statistik weiter. 93, 3 Prozent der Schüler wiesen auch die zweite Impfung vor. Damit liegt der Landkreis jeweils knapp über dem Schnitt für ganz Bayern: Dort sind es 95,9 Prozent bei der ersten und 92,3 Prozent bei der zweiten Impfung. Somit wurde die angestrebte Impfquote von 95 Prozent der Weltgesundheitsorganisation bei der zweiten Impfung gegen Masern nicht erreicht. Im Landkreis Rhön-Grabfeld sind derzeit keine Masernfälle bekannt, informiert Mohr.

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