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    Mellrichstadt

    In Mellrichstadt haben die Kinder das Wort

    Dritter Bürgermeister Frank Vetter (4. von links) leitete die Kinderbürgerversammlung im Rahmen des Ferienprogramms. Daneben Stadtrat Christian Herbig. Ganz links Jasmin Muhr, die die Kinder begleitete, hinten rechts Michaela Drescher als Vertreterin des AM, das das Ferienprogramm in Zusammenarbeit mit den Vereinen anbietet. Foto: Brigitte Gbureck

    Wie sehen die Kinder ihre Stadt? Das wollten der Dritte Bürgermeister Frank Vetter und sein Stadtratskollege Christian Herbig am Mittwochnachmittag im VG-Sitzungssaal wissen. Dazu begrüßten Vetter und Herbig eine Reihe von Kindern im Alter zwischen acht und 14 Jahren, begleitet von Jasmin Muhr. Als Vertreterin des Aktiven Mellrichstadt war Michaela Drescher gekommen.

    „Dürfen wir solche Stühle in der Schule haben?“ fragte gleich ein Bub und meinte damit die schweren Ledersessel. Frank Vetter stellte zunächst sich selbst vor. Dass der Zweite Bürgermeister Thomas Dietz heißt, wussten die Buben gleich. Aber der Erste Bürgermeister? Da dauerte es eine Weile, bis sie auf Eberhard Streit kamen. Dann stellten sich die Kinder, die aus Mellrichstadt, Mühlfeld und Hendungen zur Versammlung gekommen waren, der Reihe nach vor.

    Mit dem Motorrad über die Skaterbahn

    "4000 Einwohner hat Mellrichstadt, dazu gehören sechs Stadtteile", berichtete Frank Vetter. Mit den Ortsteilen zusammen hat Mellrichstadt etwa 5600 Einwohner. Im VG-Sitzungssaal hält der Stadtrat sonst seine Stadtratssitzungen ab. 20 Stadträte gehören zum Stadtrat, die alle um den großen Tisch sitzen und verschiedenen Parteien angehören, das sind die Freien Wähler, die SPD, die CSU und die Bürgerlisten. Ob von den Kindern jemand einen Stadtrat kenne? Da herrschte Schweigen. Erst als Frank Vetter die Liste vorliest, heißt es bei manchen Namen „ach ja“.

    Welche Vorstellung sie von der Stadt hätten, fragte Frank Vetter dann die Kinder. "Wie seht ihr die Stadt, was würdet ihr anders machen?", wollte er wissen. Hennes meinte, dass die Kindern einen größeren Skaterpark bräuchten mit einer Altersbegrenzung. Bei der Skaterbahn an der Streuwiese würden die Großen feiern, dann würden Bierflaschen und Zigaretten rumliegen und alles würde zerstört. Manche würden sogar mit dem Motorrad über die Bahn fahren, ergänzte Tim. Eine Altersbeschränkung sei schlecht zu kontrollierten, meinte Frank Vetter. Die Skaterbahn liegt den Jungs jedenfalls sehr am Herzen, wie sie in der Versammlung deutlich machten.

    Mehr Angebote für die Jugend gewünscht

    Das Schwimmbad fanden sie in Ordnung, aber am Hartplatz am Sportplatz würden immer Ältere sein. Frank Vetter meinte, dass dort ein Schild hängen müsste, dass die Älteren erst ab 18 oder 19 Uhr spielen dürften, das sei so im Stadtrat beschlossen worden. Eine ganze Reihe von Ideen hatte Jenny mitgebracht. Sie wünschte sich mehr Parkplätze, vor allem einen Rentnerparkplatz, weil diese sich nicht auf den Behindertenparkplatz stellen wollten und sich dann immer auf den Mutter-Kind-Parkplatz stellen würden. Am Friedhof seien immer die Gießkannen kaputt, beklagte sie. Und für Jugendliche gäbe es zu wenig Angebote.

    Einmal im Monat ein Filmeabend in der Oskar-Herbig-Halle wäre schön oder Spiele für Ältere oder ein Treffen am Nachmittag, meinte Jenny. Einen Bauwagen, eine Bude oder Ähnliches gebe es nicht, stellte Michaela Drescher fest. Im Moment sei auch der Treffpunkt zu, keiner wolle da die Verantwortung übernehmen, so Frank Vetter, der auf das Ferienprogramm hinwies, das viel anbiete. Als Ergänzung zum geplanten Mehrgenerationenspielplatz am Hainberg wünscht sich Jenny einen Streichelzoo, vielleicht ein paar Ziegen. Die Stadt könne keine Tiere vorhalten, wurde ihr gesagt.

    Kinderdisco und Schwimmbadrutsche

    Aber es gebe Bauern, wo man Tiere anschauen kann. Für das Hallenbad wünscht sie sich eine kleine Rutsche. Man müsse beim Schwimmbad immer auf die Kosten schauen, wurde ihr bedeutet. Die Stadt allein könne eine Sanierung nicht stemmen. Die Landtagsabgeordneten müssten in München schauen, was es für Förderungen gebe, damit das Sportbad, wo auch die Schulen schwimmen und die Wasserwachten trainieren, erhalten wird.

    Eine Kinderdisco, wie von Jenny weiter gewünscht, sei eine gute Idee und könnte von Vereinen durchgeführt werden. Wie sollen Fußgänger beim Kreisel über die Straße kommen, wenn er fertig ist? So lautete eine weitere Frage der Kinder. Bei jeder Fahrrinne werde es einen Fußgängerüberweg mit einem Zwischenhalt geben. Es müsse immer nur eine Fahrtrichtung im Blick behalten werden.

    Bauerngasse eignet sich nicht zum Spielen

    Neben einer Kinderdisco wünscht sich Hennes eine Rampe zum Fahrradfahren. Diesen Wunsch will die Stadt an das Aktive Mellrichstadt weitergeben. Dass in der Bauerngasse zu schnell gefahren wird, stört Maximilian. Auf der Straße könne man deshalb nicht spielen, die Polizei müsste seiner Meinung nach dort mal blitzen. Außerdem sei das Schild, das Schrittgeschwindigkeit anzeigt, schon fast in der Hecke verschwunden.

    Oft werde ihnen in der Stadt die Vorfahrt genommen und sie würden noch angemotzt, wenn sie mit den Fahrrädern unterwegs sind, beschwerten sich Maurice und seine Kumpels. Unpraktisch für die Schulkinder sei es an der Kreuzung, dass die Ampel nicht mehr angeschaltet ist, monierte Vicky. Sie soll eventuell zu Schulbeginn wieder in Betrieb genommen werden, stellte Frank Vetter in Aussicht.

    Einen Zigarettenautomaten gegenüber der Schule findet Maurice nicht gut. Auf dem Schulweg würden ihnen Zigaretten angeboten. Die Stadt könne aber schwer verbieten, einen Zigarettenautomaten aufzustellen, antwortete Frank Vetter. Nachdem alle Wünsche und Fragen vorgebracht waren alle zu einigen Kugeln Eis eingeladen.

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