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    Bad Neustadt

    Ironore 2019: BRK Rhön-Grabfeld bei europäischer Großübung

    Einsatzszenario bei der europäischen Großübung Ironore 2019: Massenkarambolage in einem Tunnel. Foto: Uwe Kippnich

    Bei einer europäischen Großübung in der Steiermark in Österreich waren in der vergangenen Woche sowohl Ehrenamtliche des BRK Rhön-Grabfeld als auch die Integrierte Leitstelle (ILS) Schweinfurt mit eingebunden. Dazu weitere Einheiten aus dem Bereich des BRK -Bezirks Unterfranken und Deutschland. 14 ehrenamtlichen Einsatzkräften darunter Übungsbeobachter aus den Kreisverbänden Main-Spessart, Miltenberg, Rhön-Grabfeld, Haßberge und Würzburg waren vor Ort.

    Katastrophenschutz aktiviert

    Das Szenario: Ein großes Erdbeben mit mehr als 1.000 Toten und 300 Menschen, die noch unter Trümmern liegen. Da eine solche Lage mit lokalen Kräften nicht gestemmt werden konnte, wurde der EU-Katastrophenschutz-Mechanismus aktiviert. Teamleiter in Österreich waren Jürgen Zosel (BRK Straubing) und Alexander Klamt (Rhön-Grabfeld).

    Geübt wurde im Raum Eisenerz. Einige der Szenarien: Entgleiste Eisenbahnwaggons; zerstörte Häuser; Höhlen und Tunnels, in denen Fahrzeuge in Brand geraten sind: "Es ist die größte Übung, die es in Österreich bislang gab," sagt Uwe Kippnich aus Salz, der als offizieller Beobachter der EU eingebunden war.

    Schnelleinsatzgruppe mit ARGO

    Neben Einheiten aus Deutschland, nahmen Bergungsspezialisten aus Ungarn, Höhlenretter aus Slowenien und etliche Katastrophenschutzeinheiten aus Österreich teil. Aus Rhön-Grabfeld war eine Schnelleinsatzgruppe mit dem ARGO, einem geländegängigem und schwimmfähigem Fahrzeug vertreten. Die Koordinierung und Alarmierung der internationalen Einheiten übernahm die Einsatzzentrale in Brüssel.

    Vor Ort war der ARGO, ein geländegängiges und schwimmfähiges Fahrzeug, das beim BRK Rhön-Grabfeld in der Schnell-Einsatz-Gruppe GILT eingestellt ist. Foto: Uwe Kippnich

    Ironore 2019 war die Feuertaufe für eine neue Spezialeinheit des BRK. Sie ist darauf spezialisiert, sich über mindestens 48 Stunden selbst zu versorgen, Verletzte zu behandeln und zu transportieren, sowie Lageerkundungen aus der Luft mit einer unbemannten Drohne durchzuführen. Eine weitere Einheit aus Bayern kam ebenfalls zum Einsatz: Diese ist spezialisiert auf Reinigungsverfahren von Verletzten und Betroffenen, die mit giftigen Stoffen in Kontakt gekommen sind.

    Innovative Hilfsmittel

    Im Rahmen der Übung wurden außerdem innovative Hilfsmittel getestet. Dazu gehörten Apps für Beiträge von Freiwilligen, das Einbinden von Luftaufnahmen in der Schadensermittlung über das Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen und eine 3D-Simulation des Einsatzgebietes in Echtzeit.

    Der Übungsname „IRONORE2019“ ergab sich aus dem Übungsort, dem Erzbergbau Eisenerz. Die Übung wurde durch die Europäische Kommission finanziert.

    Nahezu realistische Bedingungen

    Uwe Kippnich, der als EU-Beobachter, Koordinator Sicherheitsforschung, Abteilung Rettungsdienst, vor Ort war hat seine Eindrücke zusammengefasst: Bei der Europäischen Großübung IRONORE2019 wurden die verschiedenen Szenarien wie Erdrutsche, Rettung aus einem Zug oder Massenkarambolage lehrbuchmäßig abgearbeitet.

    Bei einem Zugunglück musste der Fahrer aus der Lok gerettet werden. Hier im Einsatz das Team der SEG Rhön-Grabfeld. Foto: Uwe Kippnich

    Für die BRK Spezialeinheit SEG – G.I.L.T  (Schnell-Einsatz-Gruppe Gelände - Infrastruktur - Logistik - Transport) aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld war es eine optimale Möglichkeit, die Konzepte unter nahezu realistischen Bedingungen zu überprüfen.

    "Ich bin sehr froh, das es weder erkrankte noch verletzte Einsatzkräfte gegeben hat und alle Einheiten am Sonntagabend unfallfrei ihre Heimatstandorte erreicht haben", sagte Kippnich. Alle Helfer haben hervorragende Arbeit geleistet.

    Aus Rhön-Grabfeld mit weiteren Rotkreuzlern bei der internationalen Übung dabei: Alexander Klamt, Katastrophenschutzbeauftragter des BRK Rhön-Grabfeld und EU-Beobachter und Koordinator Sicherheitsforschung Abteilung Rettungsdienst, Uwe Kippnich. Foto: Christoph Brönner

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