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    Bad Neustadt

    Jetzt auch die ersten Corona-Todesfälle in Rhön-Grabfeld

    Aufruf an nicht mehr aktive Pflegekräfte
    Die Corona-Krise im Landkreis weitet sich aus. Seit Karfreitag sind nun auch zwei Todesfälle zu beklagen.
    Die Corona-Krise im Landkreis weitet sich aus. Seit Karfreitag sind nun auch zwei Todesfälle zu beklagen. Foto: Thomas Pfeuffer

    Es war lange befürchtet worden, nun ist es traurige Gewissheit: Im Landkreis gibt es seit Karfreitag die ersten Todesfälle infolge der Corona-Pandemie zu beklagen. Dabei handelt es sich um zwei Personen, die beide erhebliche Vor- beziehungsweise Begleiterkrankungen hatten, heißt es dazu in einer Mitteilung des Landratsamtes. Genauere Angaben über die beiden Opfer wollte eine Sprecherin der Behörde am Freitagnachmittag aus Datenschutzgründen auf Nachfrage dieser Redaktion nicht machen.

    Die Anzahl der bestätigten, mit dem Coronavirus infizierten Personen in Rhön-Grabfeld wurde (Stand Freitag 15 Uhr) mit 79 angegeben, davon befinden sich sieben in stationärer Behandlung. Hinzu kommt die Zahl der als genesen aus der Quarantäne Entlassenen. Die betrugt am Freitagnachmittag 27. Wie das Landratsamt weiter informiert, sind (Stand Montag) zwei Arztpraxen, aber kein Pflegedienst wegen Corona geschlossen.

    Ex-Kreisklinik kein Hilfskrankenhaus

    Beim Thema Planungen für die mögliche Einrichtung von Hilfskrankenhäusern im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie informiert die Regierung von Unterfranken, dass für den Bereich Schweinfurt ein ehemaliges Krankenhaus in Bad Neustadt als Standort vorgesehen ist. Dabei handelt es sich aber nicht um die frühere Kreisklinik in der Goethestraße in Bad Neustadt, sondern um ein vormaliges Krankenhausgebäude oben am Rhön-Klinikum Campus. Die Kapazität der Hilfskrankenhäuser läge bei jeweils bis zu 90 Betten.

    Die Planung von Hilfskrankenhäusern diene der Vorbereitung für den Fall, dass es zu einer Überlastung der regulären Krankenhäuser käme. "Im Moment und auf absehbare Zeit spricht nichts für eine Überlastung der regulären Krankenhäuser. Es besteht deshalb kein unmittelbarer Zeitdruck", betont die Regierung in ihrer Mitteilung.

    Die entsprechenden Planungen, so die Regierung, seien weit vorangeschritten. Eine Realisierung wäre im Bedarfsfall voraussichtlich stufenweise möglich. Die Entscheidung, wo und wann welche Einrichtung in Betrieb genommen werden muss, würde letztendlich der jeweilige Ärztliche Leiter Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) im Bereich jeder Integrierten Leitstelle treffen und zwar in Abstimmung mit dem Innen- und dem Gesundheitsministerium. "Im Augenblick stellen sich solche Fragen noch nicht", so die Regierung.

    Landrat  Thomas Habermann schließt sich einem Aufruf der Bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml an. Er bittet Pflegekräfte, die derzeit nicht im Beruf tätig sind darum, im Kampf gegen die Corona-Pandemie mitzuwirken und sich zu einem Einsatz bereit zu erklären. Derzeit nicht aktive Pflegende und weitere Personen mit Ausbildung in pflegerischen Berufen aus der Region können sich auf der zentralen Plattform www.pflegepool-bayern.de anmelden.

    Als Ansprechpartner im Landkreis Rhön-Grabfeld stehen Veronika Enders, Ramona Nürnberger (beide Fachstelle für Senioren und Menschen mit Behinderung) sowie Frau Sabine Wenzel-Geier vom Pflegestützpunkt Rhön-Grabfeld von Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr, unter der Tel.: (09771) 94 433 zur Verfügung.

    Rückverlegungen möglich

    Mit Bekanntmachung des "Notfallplans Corona-Pandemie" durch das Bayerische Gesundheitsministerium wurde ein Aufnahmestopp für Pflegeeinrichtungen und für stationäre Einrichtungen für Menschen mit Behinderung verhängt.

    Rückverlegungen von Bewohnern in ihre Einrichtung aus dem Krankenhaus dürfen aber vorgenommen werden, wenn diese für 14 Tage isoliert werden können und die notwendige Schutzausrüstung vorhanden ist. Wie das Landratsamt mitteilt, können derzeit sämtliche stationäre Einrichtungen im Landkreis Rhön-Grabfeld die 14-tägige Isolierung ihrer Bewohner, wenn sie aus der Klinik rückverlegt werden, sicherstellen.

    14 Tage Quarantäne

    Weiter wird darauf verwiesen, dass Neuaufnahmen (aus der Klinik oder dem häuslichen Bereich) mit Zustimmung des Gesundheitsamts möglich sind, soweit gewährleistet ist, dass die neu aufgenommenen Bewohner für einen Zeitraum von 14 Tagen von anderen Bewohnern in Quarantäne untergebracht werden. Einige stationäre Einrichtungen im Landkreis könnten daher Bewohner neu aufnehmen.

    Für nähere Auskünfte dazu steht der Pflegestützpunkt Rhön-Grabfeld zur Verfügung. Er ist erreichbar: Montag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 13 Uhr sowie am Dienstag und Donnerstag von 14 bis 17 Uhr unter Tel.: (09771) 94 129. Auskünfte gibt es auch bei der Fachstelle für Pflege und Behinderteneinrichtungen, Tel.: (09771) 94 567.

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