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    Strahlungen

    Johannes Hümpfner: Die Dorfgemeinschaft als Lieblingsverein

    Johannes Hümpfner bewegt sich gerne in der Natur - ob beim Wandern oder mit dem E-Bike.
    Johannes Hümpfner bewegt sich gerne in der Natur - ob beim Wandern oder mit dem E-Bike. Foto: Anika Meyer
    Was hat für Sie Vorrang, die Ausweisung neuer Baugebiete oder die Schließung von Baulücken im Altort?

    Ganz klar, die Schließung von Baulücken. Wir haben hier in Strahlungen über 40 unbebaute Bauplätze bzw. bebaubare Baulücken. Hier schlummert ein enormes Potential. Leerstand ist bei uns aktuell durch die Nähe zu Bad Neustadt kein akutes Problem. Wenn Eigentümer verkaufsbereit sind, ist das Haus innerhalb kurzer Zeit verkauft. In naher Zukunft wird sich diese Situation allerdings verschärfen, da es viele Häuser mit mehreren Wohnungen gibt, die aber nur zu zweit von über 65 jährigen bewohnt werden.

    Trotzdem muss die Gemeinde zweigleisig fahren und auch partiell kleinere Baugebiete ausweisen, da die Eigentümer der Baulücken nur nach und nach verkaufswillig werden und Strahlungen sich es in der Zwischenzeit nicht leisten kann, junge Familien zu verlieren, welche die Einwohnerzahl stabil halten und die Kinderbetreuungseinrichtungen auslasten.

    An Strahlungen mag ich besonders …
    das enorme und breit gefächerte ehrenamtliche Engagement für die Vereine, Senioren und Gemeinde.
    Wie sieht Ihre Haltung in Sachen SuedLink aus? Wie ist hier Ihr weiteres Vorgehen?

    Ich kann die Erforderlichkeit von SuedLink fachlich nicht beurteilen. Fakt ist, dass nach aktuellen Gesichtspunkten die Gemeinde Strahlungen damit rechnen muss, dass SuedLink wieder, wie auch die Autobahn, quer über die gesamte Gemarkung verlaufen wird. Je nach genauem Verlauf müssen bis zu 10 Hektar, größtenteils Privatwald, gefällt werden und dürfen zum Großteil nicht wieder aufgeforstet werden. Besonders hart ist es für die Privatwaldbesitzer deshalb, da es die gleichen trifft, die bereits große Flächen durch den Autobahnbau verloren haben.

    An Strahlungen missfällt mir …
    die seit Jahrzehnten schwierige Finanzlage und das Fehlen eines Gewerbegebietes bedingt durch die topographische Lage.

    Hier werde ich mich dafür einsetzen, den Eingriff in den Wald soweit es geht zu minimieren, für eine angemessene Flächenentschädigung bzw. Tausch zu sorgen und die Belange der Gemeinde hinsichtlich bestehender und teilweise neu gebauter Flurwege entsprechend zu vertreten. Gleiches gilt natürlich auch für die landwirtschaftlich genutzten Flächen. Vor allem muss verhindert werden, dass der Suedlink zu nah an die Bebauung unseres Weilers Rheinfeldshof geführt wird.

    Ich war bei allen Informations- und Erörterungsterminen in Würzburg, Bad Neustadt und Bad Kissingen und habe auch bisher schon die Interessen unserer Bürger vertreten und die Konfliktpotentiale dementsprechend vorgebracht.

    Die Gemeinde hat beim Gütesiegel Heimatdorf 60 000 Euro gewonnen. Damit soll am Dorfplatz ein Treffpunkt mit einem Café geschaffen werden. Wie wollen Sie das innerhalb der vorgegebenen Zeit realisieren?

    Aktuell laufen bereits die Vorplanungen und Abstimmungen über etwaige weitere Fördermittel in welche ich bereits umfangreich eingebunden bin.

    Mein Lieblingsplatz hier ist …
    das Areal rund um den Strahlunger Weinberg mit Aussichtsplatz, Muschelgrund und Trauplatz.

    Auch die Betreiberfrage muss in den nächsten Monaten geklärt werden, hier stehen auch noch einige Gespräche aus.

    Ziel ist es, den Umbau bis Ende des Jahres abzuschließen. Wie bei allen Projekten in Strahlungen, wird auch hier wieder umfangreiches ehrenamtliches Engagement erforderlich sein.

    Thema Auffahrt auf die Auffahrt: Sind Sie für einen eigenen Zubringer von Strahlungen auf die A 71? Wenn ja, wie wollen Sie diesen realisieren?
    Wenn ich als Bürgermeister 10 Millionen Euro frei zur Verfügung hätte, würde ich …
    die Verschuldung reduzieren, gleichzeitig Ortsstraßen erneuern und eine Einrichtung zum ambulant betreuten Wohnen schaffen.

    Ich gehörte 2014 zu den Initiatoren der Bürgerveranstaltungen zu diesem Anliegen. Wir haben nie eine eigene Auffahrt bzw. einen eigenen Zubringer für Strahlungen auf die A71 gefordert, sondern nur eine Zufahrt auf den bestehenden Zubringer 287.

    Ich fand es eine Ungerechtigkeit, dass die Gemeinde Strahlungen über 70 Hekter Fläche quer durch die Gemarkung für den Bau der Autobahn hergeben musste und dafür nicht einmal eine relativ einfache Zufahrt auf den bestehenden Zubringer bekam, sondern stattdessen die Bürger auf dem Pendelweg nach Schweinfurt oder Würzburg diesen Zubringer überqueren müssen und ca. 6 km später über Münnerstadt und die Staatsstraße denselben Punkt erst wieder auf dem Zubringer erreichen.

    Zu den Zukunftsvisionen für Strahlungen zähle ich …
    die Erreichung der 1.000 Einwohnermarke und die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements in einer lebenswerten Wohngemeinde für Jung und Alt in direkter Nähe zu Bad Neustadt.

    Wir haben uns an das staatliche Bauamt und an das Bundverkehrsministerium gewandt. Für diese Zufahrt existierten bereits abgestimmte Pläne, die uns auch vorliegen. Es ist mir bewusst, dass eine kurzfristige Realisierung unmöglich ist. Mittelfristig ist es mein Ziel, das Vorhaben in den Bundesverkehrswegeplan zu bekommen. Hierzu ist aber die Zustimmung der Stadt Münnerstadt eine Voraussetzung. Aus diesem Grund wurden der Stadt mehrere Anträge auf Zustimmung übersandt und wir konnten das Vorhaben auch in einer Stadtratssitzung vorstellen. Bisher konnte sich der Stadtrat nicht zu einer abschließenden Entscheidung durchringen. Ich werde dieses Thema in der kommenden Wahlperiode wieder vor den Stadtrat bringen, Voraussetzung ist natürlich, dass auch der neue Gemeinderat in Strahlungen dieses Anliegen weiterhin befürwortet.

    Steckbrief
    Name: Johannes Hümpfner
    Geburtsdatum: 17.02.1989
    Geburtsort: Bad Neustadt
    Wohnort: Strahlungen
    Parteizugehörigkeit: CSU
    Ausbildung/Beruflicher Werdegang: Grundwehrdienst (2009/2010), Studium Diplom-Finanzwirt (FH) (2010 – 2013), Finanzamt
    Familienstand/Kinder: in einer glücklichen Beziehung, ledig, keine Kinder
    Ehrenämter: 2. Bürgermeister der Gemeinde Strahlungen, CSU Ortsvorsitzender, Mitglied im CSU Kreisvorstand, KPV Kreisvorsitzender, Geschäftsführer der Dorfgemeinschaft Strahlungen und Rheinfeldshof GbR, Wanderwart des Rad und Wandervereins Strahlungen
    Hobbys/Interessen: der Strahlunger Weinberg, Wandern, E-Bike
    Lieblingsverein: unsere Dorfgemeinschaft
    Ihr Vorbild: das bleibt mein Geheimnis
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    Bearbeitet von Ralf Hein

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