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    Bad Neustadt

    Jopp kündigt Stellenabbau in Bad Neustadt an

    Automobilzulieferer Jopp: Betriebsbedingter Personalabbau von 35 Mitarbeitern. Was dafür die Gründe sind.
    Jopp in Bad Neustadt kündigt einen Stellenabbau an.  Foto: Jopp

    Man sei sehr betroffen, dass man schon kurz nach dem 100. Jubiläum einen Personalabbau von 35 Stellen ankündigen muss, sagten die Verantwortlichen bei Jopp in einer Pressemitteilung, die die Presse am Mittwochnachmittag erreichte. Man habe die Krise im Jahr 2009 ohne größere Blessuren überstanden, jetzt seien die strukturellen Veränderungen am Absatzmarkt zu groß, um sie anders abfedern zu können. Ziel des Unternehmens sei es, Strukturen so anzupassen, dass sie zukunftsfähig sind, lässt Jopp verlauten.

    Rückgang der Aufträge in der Fertigung

    "Wir haben einen hohen Rückgang der Aufträge in der Fertigung am Standort Bad Neustadt. Im Unterschied zu der Finanzkrise 2009 rechnen wir nicht mit einer Rückkehr zu alten Umsätzen. Alleine die Krise bei Ford wirkt sich stark aus. Modelle wie der C-Max, für den wir seit Jahren die Schaltung gefertigt haben, wurden eingestellt. Ford selbst baut 12 000 Stellen in Europa ab", erläutert Martin Büchs, Geschäftsführer von Jopp in Bad Neustadt, in der Presseerklärung. Aber auch der gestiegene Kostendruck wirke sich stark aus, so dass eine Anpassung von Strukturen, gerade in indirekten, fertigungsnahen Bereichen, notwendig sei. Man sei gezwungen gewesen, kleinere Aufträge im letzten Jahr nach Tschechien zu verlagern.

    Richard Diem, in der Geschäftsführung unter anderem für Vertrieb und Entwicklung zuständig, ergänzt: "Trotz eines schwierigen Marktumfeldes mit Absatzrückgängen von teilweise mehr als zehn Prozent erwarten wir für die Gruppe eine nahezu stabile Umsatzentwicklung. Positive Effekte gibt es dabei an anderen Standorten der Gruppe, leider aktuell nicht in der Produktion in Bad Neustadt."

    Keine Abstriche in der Produktentwicklung

    Man wolle an der eingeschlagenen Strategie festhalten und im neuen Entwicklungscampus weiter in die Entwicklung von Produkten für zukünftige Antriebe in Fahrzeugen investieren, sagen beide Geschäftsführer. Insofern seien in der Produktentwicklung keine Abstriche geplant. Man habe bereits Aufträge für Elektrofahrzeuge. Außerdem sei man im Brennstoffzellenantrieb bei Audi und im Lademanagement bei Porsche mit dabei. Den Entwicklungsbereich am Jopp Campus werde man in naher Zukunft organisatorisch in die Jopp Holding abspalten. Diese werde dann ihren Sitz ebenfalls im neuen Gebäude haben.

    Über die Art des Personalabbaus will sich Jopp nur vorsichtig äußern: "Wir sind bestrebt, eine einvernehmliche Lösung mit dem Betriebsrat und den Mitarbeitern zu erzielen." Man wolle dort den Verhandlungen nicht vorgreifen und sich bemühen, dass es keine sozialen Härtefälle gibt. Auch sei man weiterhin bestrebt, Auszubildende zu übernehmen. Allerdings könne man auch diesbezüglich den Verhandlungen mit dem Betriebsrat nicht vorgreifen.

    720 Beschäftigte in Bad Neustadt

    Jopp beschäftigt aktuell über 930 Mitarbeiter im Landkreis Rhön-Grabfeld, davon über 720 in Bad Neustadt. Als Partner der Automobilhersteller entwickelt Jopp Getriebeschaltungssysteme, Schaltgriffe und Kunststoffbaugruppen und produziert diese weltweit. Für die Zulieferer der Automobilindustrie fertigt Jopp Präzisionsdreh- und Sinterteile sowie Elektronikbaugruppen und Lederteile für den Innenraum. Mit mehr als 1900 Mitarbeitern erzielt die Unternehmensgruppe derzeit einen Jahresumsatz von über 205 Millionen Euro an 12 Standorten weltweit.

    Bearbeitet von Sigrid Brunner

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