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    Bad Königshofen

    Kampf gegen die Erderwärmung

    Der Klimawandel betrifft vor allem die junge Generation, deshalb kam der Film "Guardians oft the Earth", zu dem die Energie-Initiative Rhön und Grabfeld eingeladen hatte, gut an und lieferte wichtiges Hintergrundwissen. Foto: Regina Vossenkaul

    Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel davon spricht, dass Deutschland seine Klimaziele nicht erreicht und US-Präsident Donald Trump das globale Klimaabkommen von Paris als "One of the dumbest things I've ever seen" (eines der dümmsten Dinge, die ich je gesehen habe) bezeichnet, wissen nun rund 80 Schüler genauer, worum es geht. Die elften Klassen und die M10 der Grabfeld-Mittelschule besuchten auf Einladung der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld den Film "Guardians oft the Earth" und eigneten sich Hintergrundwissen zur aktuellen Klimaschutzdebatte und der Bewegung "Fridays for Future" an.

    Eindrucksvoll begleitet der Film die Pariser Klimaschutzkonferenz im Dezember 2015, wo es 195 Ländern erstmals gelang, sich auf allgemeine, rechtsverbindliche, weltweite Ziele einigen, um die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen, vorzugsweise auf 1,5 Grad. Regisseur Filip Antoni Malinowski gewährte einen Blick hinter die Kulissen und auf wirtschaftlich schwache oder vom ansteigenden Meeresspiegel besonders betroffene Inselstaaten, die sich zusammenschlossen, um ihren Stimmen mehr Gewicht gegenüber den Industriestaaten und den Öl- oder Kohleexportierenden Ländern zu verleihen.

    So hatten sich die Kinobesucher eine weltweite Klimakonferenz sicher nicht vorgestellt: Die rund 20.000 Delegierten rangen in zahlreichen Konferenzen um einen Text, der am Ende von allen Ländern unterzeichnet werden soll. In eckigen Klammern sind die Einwände der unterschiedlichen Interessensvertreter festgehalten. Und während um Formulierungen wie "könnte", "sollte" oder "muss" gerungen wird und die eckigen Klammern abgearbeitet werden, demonstrieren unzählige Aktivisten in den Straßen von Paris, machen auf die Brisanz der Lage aufmerksam und fordern schnelles Handeln. Die Kinobesucher lernten Christiana Figueres, Generalsekretärin der UN-Klimarahmenkonvention, und den französischen Außenminister Laurent Fabius kennen, der den Vorsitz innehatte, außerdem mehrere Delegierte, zum Beispiel Vertreter von Bangladesch und Samoa, deren Lebensraum aufgrund des höheren Meeresspiegels bereits damals bedrohlich schrumpfte. Alle ringen um die Begrenzung der klimabedingten Katastrophen, was hauptsächlich durch die Verringerung der Nutzung der fossilen Treibstoffe (Kohle, Öl, Erdgas) und die Nutzung von erneuerbaren Energien möglich ist.

    Tränen der Erleichterung hatten viele Delegierte in den Augen, als es am Ende der Konferenz doch noch gelang, sich auf einen gemeinsamen Text (ohne eckige Klammern) zu einigen. Am 5. Oktober 2016 ratifizierte die EU formell das Pariser Übereinkommen. Somit konnte es am 4. November 2016 in Kraft treten. Die Umsetzung in Fünfjahresschritten ist Ländersache. Die Kinobesucher, die der Vorsitzende der Energie-Initiative, Helmut Schwartl, zu Beginn begrüßt hatte, hatten teilweise schon gehört, dass die momentan gesetzten Ziele des Industrielandes Deutschland nicht ausreichen, um den CO2-Ausstoß zu senken - er ist im Gegenteil - in den letzten Jahren noch angestiegen. Kein Wunder, dass in "Fridays for Future" schnelleres und konsequenteres Handeln gefordert wird. Für die elften Klassen war das Film-Thema besonders interessant, weil es genau zu den Lehrplaninhalten passt und abiturrelevant ist. Der Dank aller Beteiligten und der Organisatoren galt den Kinoinhabern, die den Film parallel zur Schulkinowoche gezeigt haben.

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