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    Stockheim

    Karmen Wille: Jungen Familien den Altort schmackhaft machen

    Karmen Wille beim Walking in ihrer Freizeit. Foto: Peter Wille

    In Stockheim gibt es zwei Bürgermeisterkandidaten: Karmen Wille tritt für die Freie Wählergemeinschaft Stockheim an. Diese Zeitung stellte ihr folgende Fragen:

    In naher Zukunft soll die Eisenbahnbrücke an der B 285 erneuert werden, um die Durchfahrtshöhe für Lkw zu erhöhen. Angekündigt ist eine Sperrung der Bundesstraße Stockheim-Ostheim für die Dauer von einem Jahr. Wie kann die Gemeinde damit umgehen? Für die Bewohner und Gewerbetreibenden ist mit größeren Einschränkungen zu rechnen.

    Nach meiner Auskunft soll eine Ampellösung über den Sportplatz für die Stockheimer zur Verfügung gestellt werden. Der Durchgangsverkehr wird umgeleitet. Für die Gewerbetreibenden, die vom Durchgangsverkehr leben, wird diese Lösung ein hartes Brot. Unsere Bürger und Vereine sind aufgerufen im Ort einzukaufen, um das Angebot zu halten. Man wird in Gesprächen nach Ideen und Lösungen suchen.

    An Stockheim mag ich besonders ...
    die Menschen.
    Die Gemeinde hat Teile des ehemaligen Sägewerk-Geländes der früheren Firma Rothaupt/Heilmann erworben. Über die Streutalallianz möchte man mit Mitteln der Städtebauförderung die Ruinen abreißen und das Areal renaturieren. Wie soll das Ihrer Meinung nach künftig aussehen und worin kann für die Stockheimer der Gewinn liegen?

    Natur ist immer ein Gewinn für alle. Ein Teil könnte mit Bäumen bepflanzt werden und ein anderer, je nach Bodengegebenheit, mit beständigen Blühern für Insekten im Jahreskreis. Solche Flächen, richtig angelegt, müssen kaum gepflegt werden, sprühen jedoch vor Leben. Dann stellen wir noch eine Bank am Bachufer auf und können in einer lauen Dämmerung die Fledermäuse beobachten.

    An Stockheim missfällt mir ...,
    dass man mit Handicap nicht ohne fremde Hilfe in unsere Dorfkirche kommt.
    Finanziell ist die Gemeinde gut aufgestellt. Dementsprechend ist ein gutes Polster für weitere Investitionen vorhanden. Wo könnten hier in den nächsten Jahren die Schwerpunkte liegen?

    Wenn wir jetzt in den Altort schauen, sind dort schon einige Leerstände zu sehen. Weiter wohnen in vielen Häusern nur noch ein oder zwei Personen älteren Alters. Die Reihen lichten sich und wir müssen versuchen, jungen Familien wieder den Altort schmackhaft zu machen. Erste Schritte wurden durch ein Förderprogramm für die Innenentwicklung gemacht (pro Kind im Haushalt gibt's einen Extra-Zuschuss). Die demographische Entwicklung macht auch vor Stockheim nicht halt. Für Stockheim muss gelten: Innen statt Außen!

    Mein Lieblingsplatz ist ...
    die Bank vor unserer Georgkapelle mit Blick in das Streutal.

    Dann steht der Breitbandausbau noch aus (Spatenstich dafür war 2011). Hotspot-Standorte wurden schon festgelegt, allerdings sind unsere Haushalte noch nicht angeschlossen. Ich hoffe, es dauert nicht wieder acht Jahre, bis sich etwas tut. Nach Ausführung wäre digitale Jugend- und Erwachsenenbildung bei uns möglich.

    Wenn ich als Bürgermeister 10 Millionen Euro frei zur Verfügung hätte, würde ich ...
    unsere Trinkwasserversorgung sanieren und eine Gemeindebücherei als Begegnungscafé einrichten. Barrierefrei versteht sich.

    Eine familienfreundliche Gemeindebücherei mit neuem Konzept wäre ein weiterer Wunsch von mir. Erste Einfälle sind schon gesammelt. Vielleicht lassen sich diese mit dem zerstörten Pfarrhaus verknüpfen. Die Bürgerinnen und Bürger sowie die Jugend sollten sich darüber austauschen.

    Übrigens: Barrierefreiheit im Ortskern sollten wir ebenso für Kinderwagen nicht außer Acht lassen.

    Zu den Zukunftsvisionen für Stockheim zähle ich ...
    unser Dorf als moderne Kommune, in der Menschen zusammenleben, die ihre Ideale von Nachhaltigkeit und Demokratie im fairen Miteinander leben wollen.
    Welche Möglichkeiten der Verbesserung der Nahversorgung sehen Sie für Stockheim?

    Wir haben eine Bäckerei und eine Metzgerei mit erweitertem Angebot in Stockheim. Darüber bin ich sehr dankbar und nutze das Angebot entsprechend. Für jeden sollte klar sein, eine Nahversorgung kann nur bestehen, wenn wir dort einkaufen, wo wir leben. Wenn es sich rechnet, wird jeder Betreiber offen über eine Angebotserweiterung sprechen; da bin ich mir sicher.

    Steckbrief
    Name: Karmen Wille, geb. Diemer
    Geburtsdatum: 11.01.1966
    Geburtsort: Stockheim
    Wohnort: Stockheim
    Parteizugehörigkeit: Freie Wählergemeinschaft Stockheim
    Ausbildung/Beruflicher Werdegang: Realschulabschluss (Ignaz-Reder-Realschule MET), Fachgebundes Abitur (FOS NES Zweig: Wirtschaft), gelernte Hotelkauffrau (IHK), Verwaltungsangestellte am Forstamt MET, derzeit Verwaltungsangestellte am Martin-Pollich-Gymnasium
    Familienstand/Kinder: verheiratet, 5 erwachsene Kinder
    Ehrenämter: Gemeinderätin (Jugendbeauftragte), Kuratin (Vorstand) bei den Pfadfindern, Kinderchorleitung beim Sängerverein, Übungsleiterin in der Prävention (Sport), VHS-Trainerin für die neuen Medien, Leitung von Sprachkursen für Migranten
    Hobbys/Interessen: Meine Familie, mein Garten, meine Gitarre, meine Freunde. Wenn noch Zeit bleibt, töpfere oder male ich. Ab und zu schaffe ich es auch, ein Buch zu lesen.
    Lieblingsverein: alle Stockheimer Vereine mit Jugendabteilung
    Ihr Vorbild: Gerne eine Frau, aber es gibt so viele großartige Frauen, da kann ich mich nicht entscheiden. Sehen Sie es mir nach.

    Bearbeitet von Ralf Hein

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