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    STOCKHEIM

    Kartoffelfest: Leckerer Lohn nach der Arbeit

    Essen im Grünen: Heidi und Franz Faber lassen es sich auf der Stoogemer Wiese schmecken.
    Essen im Grünen: Heidi und Franz Faber lassen es sich auf der Stoogemer Wiese schmecken.

    Ausgeschrieben war der vergangene Mittwochnachmittag mit dem Titel „Kartoffel-Lesen“ als Teil der Stockheimer Ferien-Kinderbelustigung. Lustig war er in der Tat, aber doch noch viel mehr, nämlich ein Fest für das ganze Dorf. Die Kinder sammelten zwar fleißig Kartoffeln in ihre Eimer, aber am ehemaligen Schenkgarten, jetzt Grillplatz beim Friedhof, gab es am Ende noch ein fröhliches Grillfest.

    Die Mitglieder des Vereins „Wiesenfreunde Stooge“ hatten dort unter der Leitung ihres Vorsitzenden Erich Keuling einen veritablen Festplatz eingerichtet: Tische und Bänke waren aufgestellt, die Unterstellhallen waren für das Fest zu Versorgungsstationen umfunktioniert worden, das große vereinseigene Zelt wurde aufgebaut, Getränke standen bereit, der Grill war angefeuert und ein großes Lagerfeuer vorbereitet.

    Ran an die Kartoffeln

    Um 14 Uhr stand eine große Kinderschar bereit zur Kartoffellese. Jedes Kind war mit einem Plastikeimer ausgestattet, und los ging es die wenigen hundert Meter hinunter über die Streubrücke zu Keulings Kartoffelacker unterhalb der Kreuzkapelle. Ungeduldig warteten die Kleinen darauf, dass der Vereinsvorsitzende mit einem altertümlichen Pflug eine Furche durch den Acker zog, so dass die Kinder sich in das Sammeln und Lesen der goldgelben Feldfrüchte stürzen konnten.

    Erstaunlich, wie viele davon in einer einzigen Furche zutage traten. Und wie gut sie rochen. Alle Eimer waren bald gefüllt und wurden zurück zum Grillplatz geschleppt. Das lohnte sich, denn die Kinder durften die Kartoffeln behalten – ein Geschenk des Vorsitzenden der Wiesenfreunde an die fleißigen Kinder.

    Nach getaner Arbeit durften sich die Kleinen erst einmal stärken. Weil es ein Kartoffelfest war, gab es „Kloß mit Soß“ für den Nachwuchs – bekanntlich eine der Lieblingsspeisen fast aller Kinder. Und dann, als es in den Abend überging, zogen intensive Bratendüfte über den Platz: Erich Keuling hatte seinen großen Spezialgrill geöffnet, in dem ein Spanferkel brutzelte. Und so wurde aus dem Ferienprogramm ein Bürgerfest.

    Spanferkel für alle

    Im Nu hatte sich eine lange Warteschlange vor dem Grill gebildet. Erich Keuling zerlegte und teilte das Fleisch höchstpersönlich aus, und seine Mitstreiterinnen vom Verein gaben Kloß und Soße dazu. Außerdem gab es Leckereien vom Holzkohlegrill, den die Wiesenfreunde gebaut und der Gemeinde zur Verfügung gestellt hatten. Dass auch für genügend Getränke gesorgt war, versteht sich von selbst.

    Bei diesem geselligen Fest war natürlich auch Bürgermeister Martin Link den ganzen Tag dabei. Auch die Seniorinnen aus einem Stockheimer Pflegeheim wurden, wie viele andere Bürger, bereits am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen bewirtet.

    Beim großen Erinnerungsfoto nach Abschluss der Kartoffellese ergab sich ein buntes Bild von zahlreichen Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren – Sinnbild für eine intakte Dorfgemeinschaft, in deren Mitte zwei Personen standen: Erich Keuling als Vorsitzender des Vereins, der alles organisiert hatte, und Martin Link, das Gemeindeoberhaupt, das solche Initiativen nach Kräften fördert.

    Na, ist das nicht eine tolle Knolle? Naya, Helena und Hella (von links), alle drei zehn Jahre alt, aus Stockheim zeigen vergnügt eine kuriose Kartoffel, die unverkennbar an eine Maus erinnert.
    Na, ist das nicht eine tolle Knolle? Naya, Helena und Hella (von links), alle drei zehn Jahre alt, aus Stockheim zeigen vergnügt eine kuriose Kartoffel, die unverkennbar an eine Maus erinnert. Foto: Fred Rautenberg
    Erich Keuling kann es noch: Nach alter Väter Sitte führt er den Pflug, mit dem er im Acker eine Furche aufwirft und damit die goldenen Erdäpfel ans Tageslicht befördert. Die Kinder warten schon auf ihren Einsatz.
    Erich Keuling kann es noch: Nach alter Väter Sitte führt er den Pflug, mit dem er im Acker eine Furche aufwirft und damit die goldenen Erdäpfel ans Tageslicht befördert. Die Kinder warten schon auf ihren Einsatz.
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