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    BAD KÖNIGSHOFEN

    Kaum einer glaubte an den Sieg der National-Elf

    Fast komplett im Bild: Die KönKicker aus Bad Königshofen mit ihren Begleitern in Block 335. Foto: Rudi Dümpert

    Dieses Gefühl muss überwältigend gewesen sein für den kleinen Finn, als er zusammen mit seinem Opa auf den letzten Drücker gerade noch rechtzeitig vor Abspielen der Nationalhymnen seinen Platz 12 in Reihe 11 Block 335 ganz oben unter dem Dach der Allianz-Arena erreicht hatte. Unten auf dem saftigen Grün die zwei letzten Fußball-Weltmeister Deutschland und Frankreich. Die Spieler in Reih' und Glied beeindrucken den Buben. Da stottert der Kleine auf einmal, wie er es noch nie in seinem Leben getan hatte. „Guck? mal Opa, der Pogba und der Mbappé und das ist doch der Griezmann.“

    Der Förderverein macht's möglich

    Seine Aufregung sollte sich in der ersten Halbzeit allmählich legen. Das Spiel selbst war eine Stunde lang kein gutes, eher wie bei der WM in Russland: Ein Pass quer, zwei zurück. Finn und sein Opa waren zwei von 52, für die der „Jugendförderverein KönKicker“ einen Länderspiel-Besuch organisiert hatte. Dieser Verein außerhalb des Vereins trägt sich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und die Erlöse von kleinen Grill- und Familien-Festen und Hallenfußball-Turnieren. Und er fördert und bezuschusst alles, von der Ausrüstung bis zu Erlebnissen, die die Kids für ihre Sportart Fußball nachhaltig begeistern sollen.

    Der Vorsitzende Willi Göbel und seine Helfer Thomas Angermüller, Marco Schüler, Alexander Buchs hatten die Tickets über den BFV bezogen und den Teilnehmern sehr kostengünstig diese elfstündige Reise mit emotionalem Höhepunkt in der Allianz-Arena ermöglicht. Um 16 Uhr startete das Projekt. Die Tipps für einen Euro, die im Bus abgegeben wurden, waren noch nie so Gegner-lastig wie diesmal. Gefühlte fünf Prozent tippten auf einen Heimsieg der Deutschen. Man wolle die Aufstellung erst abwarten.

    Umfangreiche Kontrollen

    Gestärkt durch eine Brotzeit beim letzten Stopp ging es auf die letzte Etappe. Das Ziel war um 19.45 Uhr erreicht. Noch etwas mehr als eine Stunde Zeit bis zum Anpfiff. Erst musste noch der lange Anmarsch bewältigt werden. Der schwarz-rot-gelb und blau-weiß-rot erleuchtete Fußballtempel rückte immer näher. Dann die lange Wartezeit beim Einlass: Kontrolle, sehr intensiv und sehr wichtig, Scannen am Drehkreuz. Dann von Eingang Süd um die Arena herum zum Norden und eintauchen in die schwarz-rot-gelbe Hülle. Treppensteigen so hoch wie auf den Königshöfer Kirchturm. Dann rauf auf die Empore, Reihe 11, Platz 12, und schon werden die Nationalhymnen gespielt.

    Erste Stunde war nicht so prickelnd

    Die erste Stunde reißt einen nicht aus den Schalensitzen. Muttis und Opas übernehmen das Catering mit Pommes und Cola aus den Katakomben. Die letzte halbe Stunde gibt?s keine Papierflieger und Pommes mehr. Da wird wieder mal herzerfrischender Angriffsfußball der Deutschen gespielt. Frankreichs Mini-Fußballzauber hat ausgezaubert, Deutschland: Na, es geht doch noch. Auf einmal spricht man wieder über Sané, Timo Werner, Gündogan und viele Torchancen – und ein 0:0 der besseren Sorte.

    Als der Kuhns Horst den Bus, den er als Letzten auf den Parkplatz brachte, fast als Erster los fährt, ist?s halb zwölf. Und kurz nach drei als man die Finns, und Simons, Pauls und Nicks aufwecken muss: Zurück von der Spitze an der Basis des deutschen Fußballs.

    Herzliche Stimmung in der Allianz-Arena. Foto: Rudi Dümpert

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