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    SCHÖNAU

    Kein Interesse an der Zukunft der Gemeinde?

    Das Projekt Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) für die Gemeinde Schönau geht in die entscheidende P... Foto: Manfred Zirkelbach

    Wie entwickelt sich die Gemeinde in den nächsten Jahrzehnten? Was können die Bürger schon heute beeinflussen, um das Leben im ländlichen Raum weiter zu aktivieren und zu verbessern? Dies sind Fragen und Themen einer Zukunftswerkstatt, die mit Hilfe eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) durch die Gemeinde und interessierten Bürgern in Zusammenarbeit mit den Planungsbüros arc.grün (Kitzingen) und Perleth (Schweinfurt) derzeit erarbeitet werden.

    Zuletzt hatten die Bürger die Gelegenheit, die Planer bei einem Rundgang durchs Dorf auf besondere Wohn- und Lebenssituationen hinzuweisen. Die Ergebnisse wurden in den vergangenen Wochen von den Planern Thomas Wirth (arc.grün) und Sabine Wichmann (Perleh) analysiert und nun in einer Werkstattrunde vorgestellt.

    Fehlentwicklungen vermeiden

    Damit können die nächsten konkreten Schritte eingeleitet werden, um weitere Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen, aber auch Fehlentwicklungen zu vermieden. Schade, dass sich nur ganz wenige Bürger und neben dem Bürgermeister sogar nur ein einziger Gemeinderat am Samstagvormittag im Saal des Bauhofes eingefunden hatten, um die bisher erarbeiteten Erkenntnisse weiterzuentwickeln. Schließlich ist es dem Gemeinderat vorbehalten, den Abschluss der Arbeiten im kommenden Jahr zu bewerten und in Beschlüsse zu fassen.

    Stärken und Schwächen

    In fünf Arbeitsbereiche haben die Planer die von den Bürgern bezeichneten Schwerpunkte eingeteilt, die nun in einem Bewertungsbogen nach Stärken und Schwächen untersucht wurden. Vor allem der demografische Faktor macht der Gemeinde in den nächsten Jahren weiter zu schaffen. Die Einwohnerzahlen gehen seit einigen Jahren kontinuierlich zurück, die Alterspyramide weitet sich weiter nach oben aus, in den letzten Jahren besonders stark. Dieser Trend sei ohne den Zuzug jüngerer Familien nur schwer zu stoppen. Diese Entwicklung abzufangen, wird eine der größten Aufgaben des nächsten Jahrzehnts sein.

    Baulücken schließen

    Man werde deshalb bemüht bleiben müssen, die Infrastruktur des Dorfes weiter zu verbessern, was die Wohnsituation, aber auch die Angebote an Arbeitsplätzen und der Daseinsvorsorge angehe. „Heute müssen die richtigen Weichen gestellt werden“, brachte es Thomas Wirth auf den Punkt. Ein großes Potenzial sehen die Planer im Wohnbereich. Nicht nur Leerstände könnten wieder aktiviert werden, sondern auch Baulücken geschlossen.

    Vor allem der Ortskern sollte als besonderer Teil des Gemeinschaftserlebens gefördert werden, wobei das Rhönrad als Alleinstellungsmerkmal von Schönau einen herausgehobenen Platz einnehmen sollte. Es sollte aber auch ein Mittelpunkt für die Begegnung von Jugend, Familien und Senioren geschaffen werden, wurde von Altbürgermeister Walter Vey empfohlen.

    Erholung und Tourismus

    Großes Potenzial wird auch im Bereich Erholung und Tourismus gesehen. Schönau und Burgwallbach seien von einem Waldgürtel umgeben, die Hälfte des Gemeindegebietes sei bewaldet und vielfältige Biotope vorhanden. Dies gelte es zu nutzen. Wander-, Fahrrad- und Mountainbikewege seien bereits vorhanden, Gästeunterkünfte sollten zeitgemäß und attraktiv ausgestattet sein. Auch im Bereich Verkehr müsse man Verbesserungen vornehmen. Vor allem am öffentlichen Nahverkehr gab es Kritik. In den Abendstunden und an Wochenenden sei die Gemeinde weitgehend abgehängt.

    Als Fazit zogen die Planer aus den Diskussionen und Vorschlägen die Erkenntnis, dass Schönau und Burgwallbach trotz der fehlenden Nähe zur Kreisstadt besondere Reize und Vorteile besitzen. Bürgermeister Rudi Zehe mahnte angesichts der leeren Stuhlreihen trotzdem: „Die Bevölkerung muss hinter den Zukunftsaufgaben stehen, die Zukunft geht schließlich jeden an“.

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