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    GINOLFS

    Kein Wolf in der Rhön: Kaniber unterstützt Weidetierhalter

    Der Wolf ist bei Landwirten und speziell den Haltern von Weidetieren kein gern gesehener Neuankömmling. Den Besuch der Bayerischen Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, bei der Weidegemeinschaft Ginolfs nutzen Landrat Thomas Habermann und die Vertreter der Weidegemeinschaft, Peter Schrenk, Reinhold Omert und Klaus Pörtner, um ihre Position in Sachen Wolf deutlich zum Ausdruck zu bringen. In der Fachsprache heißt es „Entnahme“ doch gemeint ist Abschuss. Ein Wolf, der Weidetiere reißt, soll entnommen, sprich abgeschossen werden, um weitere Verluste der Landwirte zu vermeiden.

    Treffpunkt mit der Staatsministerin war die Hutfläche der Weisbacher Jungviehweide, wo der Schäfer der Weidegemeinschaft, Julian Schulz, 1100 Rhönschafe zur Ministerin und zahlreichen Gästen brachte, die, mit Sondergenehmigung ausgestattet, auf der Weidefläche parkten. Der Landtagsabgeordnete Sandro Kirchner hatte die Ministerin zu einer Tour durch den Stimmkreis eingeladen. Neben dem Treffen mit der Weidegemeinschaft gab es auch ein Treffen mit Vertretern der Bayerischen Staatsforsten im Forstbetrieb Bad Brückenau und einen Besuch in Maria Bildhausen.

    Zum ersten Mal in der Rhön

    „Wunderschön“, schwärmte die Ministern, als sie die Rhönschafe und die Weite der Landschaft sah. Es war ihre erste Reise in die Rhön. Peter Schrenk erläuterte die Hintergründe der Weidegemeinschaft, die in erster Linie mit den Rhönschafen Landschaftspflege auf steinigen Flächen betreiben, die maschinell nicht zu pflegen seien.

    Landrat Habermann nutzte den Besuch aus München, um der Ministerin die neuesten Fotos eines Wolfsrisses zu zeigen und die Vorgehensweise des Wolfs beim Erlegen der Beute zu erläutern. Seine Ausführungen untermauerte er mit der Forderung nach der „Entnahme“ des Wolfs in der Rhön, da Präventionsmaßnahmen aufgrund der touristischen Nutzung wie auch der geografischen Lage nicht möglich seien. Unter Präventionsmaßnahmen sei Herdenschutz durch Zäune oder Herdenschutzhunde zu verstehen. „Das geht bei uns nicht“, fasste der Landrat zusammen. Die Ministerin war mit dem Landrat auf einer Linie und versicherte: „Die Botschaft ist angekommen.“

    In Bayern ist der Wolf nicht willkommen

    Intensiv habe sie sich mit der Thematik „Wolf“ bereits auseinandergesetzt. Im Jahr 2006 habe es 50 Wolfrisse in Deutschland gegeben, 2016 bereits 1100, vorrangig in Niedersachsen. „Wir in Bayern sind uns einig, dass wir nicht zuschauen werden, bis der Wolf einmarschiert“, sagte Kaniber. Gleichzeitig sei ihr klar, dass diese Haltung zu Konflikten mit dem Naturschutz führen werde, der sich dem Artenschutz verpflichtet fühle. „Doch in dem Moment, in dem es zu Rissen kommt, muss die Entnahme möglich sein“, so Kaniber.

    Die Alternative einer finanziellen Entschädigung für Weidetierhalter verwarf die Ministerin. Sie habe Gespräche mit Landwirten geführt, die ihr gegenüber deutlich machten, dass sie kein Geld wollen, sondern den Schutz ihrer Tiere. Beim Thema Artenvielfalt und Artenschutz dürfe nicht vergessen werden, dass es gerade die Landwirte mit der Weidetierhaltung seien, die eine ökologische Vielfalt ermöglichen. „Natur- und Tierschutz darf nicht nur in eine Richtung, in Richtung Wolf, verlagert werden. Natürlich unterliegt der Wolf dem Artenschutz, ganz klar, aber es muss auch machbar sein, die Interessen der Weidetierhalter zu schützen“, bezog die Ministerin Stellung.

    Miteinander von Naturschutz und Landwirtschaft

    Dass ein Miteinander von Naturschutz und Landwirtschaft möglich sei, das beweisen die Akteure im Landkreis Rhön-Grabfeld seit langem, verwies Landrat Habermann auf das gute Miteinander und die Kompromissfähigkeit der Beteiligten aus dem Bauernverband und dem Bund Naturschutz. „Wir haben es hinbekommen, fachliche Notwendigkeiten und Naturschutzthemen gemeinsam anzupacken“, so der Landrat. Zudem sei Naturschutz gegen die Bevölkerung ohnehin ein sinnloses Unterfangen.

    „Von den Naturschützern fordern wir ein Einsehen und Kompromissbereitschaft“, sagte Habermann in Bezug auf das Wolfsthema. Die Ministerin verwies auf europäische Forderungen von Vertretern des Naturschutzes, nach denen sich der Wolf in allen Regionen Europas wieder ausbreiten soll. „Das ist für mich nicht nachvollziehbar.“

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