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    Großeibstadt

    Keine Durchfahrt am beschädigten Schmiedstor

    Stark beschädigt wurde am Zweiten Weihnachtstag das historische Schmiedstor in Großeibstadt. Die Fachfirma Stiel aus Ostheim hat das Gebäude jetzt gesichert. Fußgänger können das Tor passieren. Bis der Verkehr wieder fließen kann, wird es einige Zeit dauern. Foto: Hanns Friedrich

    Vermutlich für die nächsten Monate dürfte die Durchfahrt am Schmiedstor in Großeibstadt für den Verkehr gesperrt sein. Grund genug für Sebastian Roth vom Landratsamt Rhön-Grabfeld, in nächster Zeit eine Ortsbegehung vorzunehmen.

    Dabei geht es um einen Hinweis auf das gesperrte Tor an der Einfahrt von der Bundesstraße nach Großeibstadt. Außerdem muss auf eine Umleitung hingewiesen werden. Das heißt, die Zufahrt zum Dorf erfolgt über eine Seitenstraße. Wie berichtet,wurde das historische Schmiedstor am zweiten Weihnachtsfeiertag durch einen Zuckerrübenlaster stark beschädigt. Trotz Betriebsurlaub hat die Fachfirma Stiel aus Ostheim kurzfristig die Sicherung am Tor vorgenommen und für Fußgänger eine weitere Absicherung am Fußweg durch eine Überdachung angebracht.

    Ein Fall für die Versicherung

    Wie Bürgermeister Emil Sebald auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt, ist der Schaden am historischen Schmiedstor ein Versicherungsfall. Nun steht ein Gutachten an und dann die Auftragsvergabe für die Sanierung des Gebäudes. Stark beschädigt ist vor allem der Rundbogen, wo ein großer Sandstein herausgerissen wurde. Am Tor selbst sieht man einen Riss. Der Schaden am Schmiedstor dürfte entsprechend hoch sein.

    Ein großer Quader-Sandstein wurdet aus dem Torborgen regelrecht herausgerissen. Durch einen Holzklotz wurde dieser Bereich gesichert, außerdem wurde der Bogen entsprechend abgestützt. Foto: Hanns Friedrich

    Der ehemalige zweite Bürgermeister, Hugo Neugebauer, weiß, dass das Schmiedstor in den vergangenen Jahren immer wieder einmal durch größere Fahrzeuge beschädigt wurde und man deshalb die entsprechenden Warnschilder aufgestellt hat. Warum diese missachtet werden, sei unverständlich.

    Verbotsschilder werden missachtet

    Das unterstreicht auch Bürgermeister Emil Sebald. Er sagt, dass man im Gemeinderat schon mehrmals überlegt hatte, wie man, ähnlich wie in Trappstadt, eine Höhenplanke anbringen könnte. Nun sei erneut zu überdenken, wie man verhindern könne, dass trotz entsprechender Verbotsschilder große Fahrzeuge durch das Schmiedstor fahren.

    Bis auf weiteres wird das Tor für den Verkehr gesperrt bleiben. Das Schmiedstor von Großeibstadt gehört zu den ältesten Gebäuden der Gemeinde und wurde 1631 erbaut. Die Besonderheit: Schmiede und Tor bilden eine bauliche Einheit. Etwas, das in Unterfranken Seltenheitswert hat.

    Haus ist ein Museum

    Schon lange werden keine Kühe und Pferde mehr beschlagen und es gibt auch keinen Schmied mehr. Heute ist das ganze Haus, inklusive der einstigen Werkstatt, ein Museum. Ausgetretene Steinstufen sind ein Beleg für die Nutzung in den vergangenen Jahrhunderten, in denen die Schmiede genutzt wurde. Das Wohnzimmer war einst ausgemalt, ein kleines Fresko erkennt man noch an der Decke. Rauchgeschwärzt ist die Küche im Erdgeschoss, wohl auch deshalb, weil der Rauch aus der Schmiede hier hinein zog. Das Tor ist in die Liste der "Grabfeld-Treffpunkte" aufgenommen und soll künftig für Besichtigungen genutzt werden.

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