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    Bad Königshofen

    Keine Entwarnung beim Wasser

    Die Lage an der Trinkwasserfront ist weiterhin äußerst angespannt, das bestätigten der Vorsitzende des Wasserzweckverbands (WZV) Gruppe Mitte, Thomas Helbling, und Wassermeister Michael Müller bei der gemeinsamen Sitzung der Verbandsräte des WZV Mitte und des WZV Gruppe Nord mit Vorsitzendem Georg Rath.

    Um die Trinkwasserversorgung auch bei zunehmender Trockenheit zu garantieren, haben sich die WZV Mitte, Nord und Süd sowie Wülfershausen zur ARGE "Sicherstellung der Wasserversorgung im Grabfeld" zusammengeschlossen (wir berichteten) und das Büro Baurconsult mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Das Ergebnis dieser Studie trug Tobias Harloff am Donnerstag vor.

    Hollstadt ausgeklammert 

    Dabei haben die Planer die Gemeinde Hollstadt ausgeklammert, die zunächst interessiert war, aber sich jetzt abwartend verhält. Die Gemeinde Sulzdorf vom WZV Süd hat außerdem noch einen langjährigen Wasserbezugsvertrag mit Bundorf.

    "Niederschlagsarm wie Nordjordanien" nannte Tobias Harloff das Grabfeld. Laut Studie wird zur Ergänzung und Schonung der eigenen Brunnen ein Wasserbezug von der Mellrichstädter Gruppe empfohlen, die über ergiebige Quellen verfügt. Der WZV Stadtlauringen könnte nur geringe Mengen abgeben und hat eine Anfrage abgelehnt, ein Bezug von der "Fernwasserversorgung Thüringen" wäre wegen des Leitungsbaus und einem Kubikmeterpreis von zwei Euro zu teuer, trug Harloff vor. Den zusätzlichen Bedarf bezifferte er für den WZV Mitte auf 274 000 Kubikmeter pro Jahr, für die Gruppe Nord auf 36 000 Kubikmeter pro Jahr und für Wülfershausen 10 000 Kubikmeter pro Jahr. Für den WZV Süd kämen später eventuell 86 000 Kubikmeter pro Jahr dazu. Eine Leitung DN 250 wäre zu verlegen, die vom Pumpwerk Heustreu über Hollstadt, Wülfershausen und Saal bis zum Wasserwerk nach Kleineibstadt führen würde. Dort kann das Wasser mit dem eigenen Brunnenwasser gemischt und weitergeleitet werden.

    Wasser mischen

    Für den WZV Nord ergäbe sich dann die Situation, dass dieses Wasser noch einmal mit dem eigenen Wasser vermischt wird. Einige Verbandsräte gaben zu bedenken, dass sich aufgrund der Säurekapazität des Mellrichstädter Wassers Leitungsbeläge lösen könnten und in den Haushalten eventuell eine zwar unbedenkliche, aber "trübe Brühe" ankommt. Als Lösung des eventuellen Problems käme eine partielle Zuleitung des eigenen und des bezogenen Wassers in Frage oder doch der Anschluss der Gruppe Nord an die Thüringer Wasserlieferer. Eine Laborprüfung soll nun Aufschluss über die Eigenschaften des Mischwassers geben. Einen möglichen Zeitplan für den Anschluss an Mellrichstadt stellte Harloff vor. Ohne Verzögerungen könnte die Leitung im November 2021 fertig sein, das wäre nach seiner Meinung schon sehr sportlich. Sobald es neue Erkenntnisse gibt, werde eine weitere Sitzung einberufen, sagte Vorsitzender Helbling.

     Anton Schneider regte an PV-Anlagen für den Eigenbedarf zu installieren, das soll geprüft werden. Noch einmal offiziell beschlossen wurde die Anordnung zum Wassersparen im Verbandsgebiet (wir berichteten). Zwei Aufträge wurden vergeben: Mit den Ingenieurleistungen für den Bau der Wasserleitung im Baugebiet "Am Katzeck" in Großbardorf wurde das Büro Gemmer in Dittelbrunn für 5925 Euro beauftragt, die Erdarbeiten führt die Hildburghäuser Baugesellschaft für 35 543 Euro durch.

    Belastung

    Die Firma GeoTeam, vom WZV Mitte mit der Umsetzung des Schutzkonzeptes in den Wasserschutzgebieten beauftragt, hatte seinen Jahresbericht 2018 vorgelegt, den Helbling vortrug. Im Haubachtal (Brunnen I bis III) ergaben die Bodenproben eine leichte Unterschreitung der Richtwerte. Die Nitratgehalte im Reinwasser lagen beim Brunnen I Anfang 2018 bei 60 mg/Liter, im Oktober 2018 bei 48 mg/Liter beim Brunnen II reduzierte sich der Nitratgehalt im gleichen Zeitraum von 37 mg/Liter auf 18 mg/Liter, beim Brunnen III lag er gleichbleibend bei 2 mg/Liter. Weiteren Beratungs- und Handlungsbedarf sieht die Firma hier, denn laut Bericht sei die Bewirtschaftung auf den meisten Ackerflächen in dem 56,4 Hektar großen Einzugsgebiet nicht grundwasserverträglich. Keinen speziellen Beratungsbedarf sieht das GeoTeam in den Wasserschutzgebieten Kleineibstadt und Großeibstadt, der Nitratgehalt des Wassers lag bei den Brunnen II bis IV in Kleineibstadt und zwei Brunnen in Großeibstadt unter 10 mg/Liter beim Brunnen I in Kleineibstadt bei 17 mg/Liter.                     

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