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    Bischofsheim

    Kindergarten Oberweißenbrunn: Neubau oder Sanierung?

    Ob der Kindergarten Oberweißenbrunn aufgestockt oder in der Fläche vergrößert wird, darüber wurde von den Stadträten diskutiert. Foto: Marion Eckert

    Neubau oder Sanierung und Erweiterung des bestehenden Gebäudes? Dass das Gebäude des Kindergartens Oberweißenbrunn eine Verbesserung nötig hat, ist unstrittig. Nur, welche Lösung die optimale ist, das wurde von den Stadträten intensiv diskutiert. Nun soll die vorliegende Planung zur Erweiterung und Aufstockung komplett überarbeitet werden, sodass keine Aufstockung nötig wird, sondern die Erweiterung auf dem vorhandenen Grundstück ermöglicht wird.

    Bereits seit Beginn des Jahres 2018 laufen Planungen zu Generalsanierung des Kindergartens Oberweißenbrunn. Es fanden mehrere Besprechungstermine mit dem Trägerverein und verschiedenen Behörden statt. Die Ergebnisse seien jeweils in die Planung eingearbeitet worden, die im November vorigen Jahres der Regierung von Unterfranken vorgelegt wurde. Im Januar diesen Jahres stimmte die Regierung der geplanten Generalsanierung grundsätzlich zu. Im nächsten Schritt wurden die notwendigen Untersuchungen zum Baugrund und der Statik beauftragt. Die Ergebnisse liegen nun vor und wurden von Architekt Holger Heine (Bischofsheim/Volkach) den Stadträten vorgestellt.

    Bauliche Substanz und Baugrund sind in schlechtem Zustand

    Sowohl die bauliche Substanz des Gebäudes wie auch der Baugrund seien in einem Zustand, der den Erhalt und die Erweiterung möglich mache, zumal 1988 bereits eine Stabilisierung des Fundaments vorgenommen wurde, erklärte der Architekt. Probleme gebe es allerdings mit der Decke im Erdgeschoss, deren Beton so porös sei, dass sie mittels einer Stahlträgerkonstruktion unterfangen werden müsse. Der Architekt sprach von neun Tonnen Stahl, die nötig seien, damit das Gebäude um ein Geschoss aufgestockt und an der Giebelseite bis zur Straße hin erweitert werden könne.

    Auf der Seite des Eingangsbereichs ist ebenfalls eine Erweiterung vorgesehen, sodass im Kindergarten künftig eine Gruppe für unter Dreijährige und zwei altersgemischte Gruppen untergebracht werden könnetn. Von derzeit 400 Quadratmetern würde der Kindergarten auf 750 Quadratmeter erweitert werden.

    Neubau ist schwierig zu realisieren

    Die Kostenschätzung beläuft sich für das Vorhaben auf 2 394 647 Euro, einen Neubau beziffert der Architekt mit Kosten in Höhe von 3 025 887 Euro. Während der stellvertretende Bürgermeister Egon Sturm in der Sanierung den richtigen Weg sieht - entsprechend der Philosophie der Stadt Bischofsheim, dass Bestandsgebäude erhalten und saniert werden - sprachen sich Christian Enders, Manfred Reder und Alfred Thalheimer für einen Neubau aus, um unvorhergesehenen Problemen und Kostensteigerungen bei einer Sanierung aus dem Weg zu gehen.

    Allerdings sei ein Neubau in Oberweißenbrunn nicht so leicht zu realisieren, da kein rechtlich bebaubares Grundstück zur Verfügung stehe. Zudem dürfe bei einem Neubau nur ebenerdig gebaut werden, was ein entsprechend großes Gebäude und Grundstück nötig mache. Für das Grundstück neben dem Kindergarten müsse zunächst ein Bebauungsplan erstellt werden, was bis zu einem Jahr Zeit in Anspruch nehmen würde.

    Erweiterung in Richtung Spielhof?

    Die geschäftsführende Beamtin Ulla Sippach habe diesbezüglich schon beim Landratsamt angefragt und die Auskunft erhalten, dass ein solches Vorgehen unumgänglich sei. Unmut regte sich bei einigen Stadträten, die sich mehr Entgegenkommen und Zusammenarbeit seitens der Behörden wünschten.  "Die Behörden sollten kreativ für uns arbeiten", befand Thalheimer. Kritisch gesehen wurde auch ein Kindergartenbetrieb über drei Etagen hinweg. Im Erdgeschoss und ersten Stock würden laut vorliegender Planung die Gruppenräume sein, der Mehrzweckraum und die Personalräume wären im Dachgeschoss.

    Im Laufe der Diskussion wurde von Manfred Markert und Marc Trum die Idee entwickelt, nicht neu zu bauen, sondern das bestehende Gebäude auf dem Grundstück in Richtung Spielhof zu erweitern. Dieser müsse dann an anderer Stelle untergebracht werden. Auch Thea Schmidt sprach sich für eine solche Lösung aus, die einerseits den Bestand erhalte und anderseits den Kindergartenbetrieb nicht über mehrere Stockwerke verteile.

    Befragt wurden auch die Verantwortlichen des Trägervereins, die als Zuhörer zur Sitzung geladen waren. Zwar sei der vorliegende Entwurf mit dem Trägerverein und dem Personal abgestimmt worden, doch habe der Verein sich von Anfang an für einen Neubau ausgesprochen, erklärte Vorsitzende Ivonne Benkert. Lediglich die Information, dass nicht neu gebaut werden könne und die Aufstockung die einzige Möglichkeit sei, habe sie dazu veranlasst, sich mit dem Konzept anzufreunden  und mitzuarbeiten, denn "Alternativen wurden nie aufgezeigt." Auch von Seiten des Kindergartenpersonals und Trägers werden Probleme gesehen, wenn der Kindergartenbetrieb über drei Etagen stattfinden müsse.

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