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    Mellrichstadt

    Kleines, aber feines Orgelkonzert in der Mellrichstädter Lichternacht

    Kontrastprogramm: Organist Elias Mack gestaltete in der Lichternacht ein kleines, aber feines Konzert in der Kirche St. Kilian Foto: Brigitte Gbureck

    Abseits der großen Lichternacht mit ihren vielfältigen Angeboten (wir berichteten) lud Organist Elias Mack zu einer etwas anderen, eher besinnlichen Veranstaltung ein. Anheimelnd war die Kirche St. Kilian illuminiert, als Elias Mack das Publikum begrüßte. Er freute sich, dass so viele Besucher in die Kirche gefunden haben und kündigte vorwiegend moderne Stücke an, aber auch Beiträge aus dem Barock von Dietrich Buxtehude und klassisch-romantische von Josef Rheinberger.

    Mit "Jubilation" von Gordon Young ging es gleich kräftig los, Elias Mack ließ die Orgel laut jubeln. Gordon Young ist ein amerikanischer Organist und Komponist von Orgel- und Chorwerken. Viele seiner Werke gehören heute zum Standardrepertoire der amerikanischen Kirchenmusik.

    Präludium und Fuge D-Dur von Dietrich Buxtehude brachten die Orgel voll zur Entfaltung. Dietrich Buxtehude, ein dänisch-deutscher Organist und Komponist des Barock, ist der berühmteste Vertreter der Norddeutschen Orgelschule. Er war Vorbild von Johann Sebastian Bach.

    Mit Robert Jones aus Wales, einem pensionierten Oberschullehrer, der als Komponist und Organist tätig ist, wurde es modern. Lieblich, ja sentimental, zum Zurücklehnen das "Air Sentimental". Man merkte, dass dem Organisten das Moderne liegt.

    Von der klassischen zur zeitgenössischen Musik

    Etwas kräftiger dagegen "Boogie Toccata" von Grimoaldo Macchia, Komponist, Organist, Arrangeur und Dirigent, geboren in Rom. Von der alten klassischen zur zeitgenössischen Musik, auch zu Pop, Rock und Jazz geht sein Weg. Fast wie ein Ringelreihen hörte sich die Toccata an, immer im Kreis drehten sich die Töne, fast konnte einem schwindelig werden. Zwischendurch wurde es etwas ruhiger, um dann aufs Neue aufzudrehen.

    Josef Rheinberger, geboren in Vaduz, ist Komponist und Musikpädagoge von ungewöhnlicher Musikalität. Bereits als Siebenjähriger versah er den Organistendienst in seinem Heimatort. Bis kurz vor seinem Lebensende war er Professor für Orgel und Komposition an der neu gegründeten Musikschule. Er gehört zu den erfolgreichsten Komponisten seiner Zeit. Romantisch, gemächlich, gleichförmig kamen bei der Romanze aus "Miscellaneen" op. 174 die Töne aus dem Instrument.

    Die ganze Bandbreite der Orgel

    Am Ende ließ der Organist die ganze Bandbreite der Orgel erklingen. Olivier Messiaen zählt zu den führenden modernen Komponisten Frankreichs. "VI Joie et clarté des corps Glorieux" aus "Les Corps Glorieux" – übersetzt etwas "Alsdann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reich ihres Vaters. Jeder Auferstandene hat sein eigenes Licht, seine einzigartige Beleuchtung" war zu hören. Diese unterschiedliche Helligkeit wird durch den Klangfarbenwechsel wiedergegeben. "Joie" ist der 6. Satz eines siebenteiligen Zyklus. Freude und Glanz der verklärten Körper werden musikalisch umgesetzt.

    Verdienter Applaus belohnte den Künstler, der wieder ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Stücke bewiesen hat, einmal volltönend und dann wieder sacht und zart. Die Zugabe war eher besinnlich. Bleibt noch zu erwähnen, dass sein Arbeitskollege Philipp Werner ihm beim Notenumblättern assistierte.

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