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    Ostheim

    Konfirmanden konstruieren Hingucker für die Ostheimer Kirchenburg

    Der fleißige Kirchending-Bautrupp mit seinem Werk, das über das Jahr in der Kirchenburg zu sehen sein wird.
    Der fleißige Kirchending-Bautrupp mit seinem Werk, das über das Jahr in der Kirchenburg zu sehen sein wird. Foto: Stefan Wurth

    „Es soll groß werden, soll ein Hingucker sein und soll mindestens ein Jahr in der Kirche stehen. Die Konfirmanden könnten es bauen…“ Das war zunächst nur die Idee von Michael Dietz, dem Jugendbeauftragten im Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde, und von Gemeindepädagogen Stefan Wurth. In einer freiwilligen Aktion zusätzlich zum Konfirmandenunterricht sollte damit erstmals ein „Konfirmanden-Kirchen-Ding“ entstehen und zum 400-jährigen Kirchweih-Jubiläum in der Kirche St.Michael stehen.

    Mit dieser Zielsetzung fragten beide im Frühsommer 2019 die Konfirmandengruppe der evangelischen Kirchengemeinde an. Und es wurde was Großes draus. Denn tatsächlich meldete sich die Mehrzahl der Jugendlichen und wollte bei dem noch ganz unbestimmten Projekt mitmachen. Mit der Ostheimerin Kerstin Sporck, frisch gebackener Absolventin der Holzbildhauerschule in Bischofsheim, wurde eine jüngere Mitarbeiterin gewonnen. Blieben noch die Finanzen zu klären.

    4,20 Meter lang

    Und siehe da: Durch die unkomplizierte Unterstützung der Kulturagentur des Landkreises und mit mehreren großzügigen privaten Spenden konnte der finanzielle Rahmen gesichert werden. Nach einem ersten Kennenlernen und Ideenaustausch fiel bald der Blick auf einen „patenten“ Bauplan: die „Da-Vinci-Brücke“.

    Ganz ohne Schrauben und andere Verbindungstechnik lässt sich nach diesem Prinzip ein Bogen allein aus Hölzern zusammenstecken, die sich unter Belastung gegenseitig stabilisieren. Leonardo Da Vinci hat eine Skizze des Bauprinzips hinterlassen; daher auch der Name. Also ging es in den Sommerferien in der Gemeindescheune ans Werk: Holzplanken messen, anzeichnen, zusägen, schleifen, bohren, in Baugruppen zusammenfügen – drei sonnige Tage und viel Platz im Hof des Pfarrhauses boten beste Bedingungen. Schließlich stand der Bogen mit stolzen 4,20 Metern Länge und 180 Zentimetern Höhe sozusagen als „Rohbau“ da. Blieb noch die Frage der Farbgebung. Was lag näher als die Regenbogenfarben für den großen Da-Vinci-Bogen? Ist der Regenbogen doch ein uraltes biblisches Symbol, bekannt aus der Noah-Geschichte.

    Holzmodell der Kirchenburg

    Nach Beginn des neuen Schuljahres waren alle Beteiligten wieder vor Ort. Nun ging es daran, das Ding mit geistlicher Bedeutung zu füllen. Mit Blick auf das Jahr 2020, in dem die Konfirmation der beteiligten Jugendlichen ansteht, kam die Jahreslosung in den Blick. Für 2020 lautet der Vers 24 aus dem Markusevangelium Kapitel 9: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Die Beschäftigung mit diesem Bibelvers begann im Oktober 2019 und wird die Konfirmanden bis zu ihrer Konfirmation begleiten.

    Unter dem Da-Vinci-Bogen ist auch ein Modell der Kirchenburg zu bestaunen.
    Unter dem Da-Vinci-Bogen ist auch ein Modell der Kirchenburg zu bestaunen. Foto: Stefan Wurth

    Glaubensaussagen der Jugendlichen wurden auf Papierwolken geschrieben und in den Bogen gehängt – himmlische Symbole für den Glauben, der sich nicht machen lässt, der nicht immer gleich da ist, der sich verändert, weiterzieht, neu entsteht. Zusammen mit dem Da-Vinci-Bogen, der aus eigener Kraft hält, der nicht starr und zementiert, sondern federnd und knacksend zwei Seiten verbindet, ergibt sich ein Gesamtkunstwerk. Für die eindeutige Bindung an den Ort „Kirchenburg in Ostheim vor der Rhön“ sorgt dabei eine Arbeit, die zwei Konfirmanden mit Fleiß und Geschick zuhause zusätzlich angefertigt haben: das Holzmodell der Kirchenburg samt Kirche.

    Baustellenschild bleibt

    In eindrucksvoller Größe und farblich ansprechend gestaltet steht es unter dem Bogen, unter den Wolken. Die Besucher von St. Michael in der Kirchenburg werden somit daran erinnert, dass es an diesem Ort nicht nur um historische Bau- und Dekorationskunst geht. Es geht um den Glauben und um das Vertrauen, dass der große Bogen zwischen Gott und uns Menschen trägt und schützt – auch wenn wir das nicht immer glauben. Dann wurde das Konfirmanden-Kirchen-Ding der Kirchengemeinde im Gottesdienst vorgestellt.

    Die Konfirmanden schilderten dazu die Baugeschichte. Holzbildhauerin Kerstin Sporck, Kirchenvorstand Michael Dietz und Gemeindepädagoge Stefan Wurth trugen weitere Gesichtspunkte bei. Ein Schild hängt aber immer noch: „Achtung! Baustelle!“ Denn bis mindestens 29. März  wird weiter dran gearbeitet, bis sich die Konfirmanden eine Woche vor ihrer Einsegnung in einem besonderen Gottesdienst vorstellen.

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