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    Mellrichstadt

    Kranzniederlegung: Not sehen und Hilfe anbieten

    Pfarrer Andreas Werner und Pfarrer Thomas Menzel hielten eine kurze Andacht. Foto: Brigitte Gbureck

    Unter Trommelwirbel marschierte die Freiwillige Feuerwehr Mellrichstadt mit Nachbarwehren auf den Platz vor dem Kriegerdenkmal am Großenberg und nahm Aufstellung. Mit dem Abspielen der Nationalhymne durch die Stadtkapelle wurde das feierliche Totengedenken eröffnet.

    Ob dieses Ritual nicht zu althergebracht sei, würden manche Zeitgenossen fragen. Mitnichten, stellte Kommandant Timo Kolano fest, die Feuerwehr Mellrichstadt teile diese Meinung nicht. Sie seien zusammengekommen, um vor allem an die Menschen zu denken, mit denen man Zeit miteinander verbracht hat und die schon den Weg vorausgegangen sind. Als Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr hätten sie für die gleichen Ideale gestanden wie die Feuerwehrleute heute. Sie hätten zu ihrer Zeit versucht, den Menschen zu helfen.

    Frieden und Versöhnung

    Marsch der Mellrichstädter Freiwilligen Feuerwehr mit Kameraden von Gastwehren zum Ehrenmal am Großenberg. Foto: Brigitte Gbureck

    Es werde aber auch an die gedacht, die man nicht persönlich kannte, an die 23 Menschen, die sich am 24. Februar 1869 zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr zusammengefunden haben. "Sie hatten das Ziel, in Not geratenen Menschen zu helfen, getreu der Haltung des heiligen Florian: Wir sind alle Brüder." Kolano wünschte sich, dass heute wieder mehr nach dessen Motiven gelebt werde. "Wenn eine Million Menschen irgendwo sterben, verändert deren Tod unser Leben nicht. Aber wenn einer aus unserem Kreis stirbt, würden alle Werte, die für das bisherige Leben galten, sich plötzlich verändern." Der christliche Glaube würde den Trauernden Trost geben. "Sucht den Frieden und Versöhnung, seht Not und bietet eure Hilfe an nach dem Motto „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ – damals wie heute gilt dieser Grundsatz", beendete der Kommandant seine Ansprache. 

    Wichtiger Dienst für die Gesellschaft

    Unter der Leitung von Johannes Ballweg spielte die Stadtkapelle den Coburger Marsch, ehe die beiden Geistlichen Pfarrer Andreas Werner und Pfarrer Thomas Menzel in ökumenischer Weise die Zeremonie fortsetzten. Abwechselnd sprachen sie den 17. Psalm, wo es unter anderem so passend heißt "Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel“. Pfarrer Menzel las aus dem 25. Kapitel des Matthäus-Evangeliums, wo der Herr spricht „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ – eine Aussage, die treffender für die Feuerwehrleute nicht sein könnte. In den Fürbitten wurde unter anderem für alle gebetet, die in den letzten 150 Jahren treu ihr Engagement in den Dienst der Stadt und ihrer Bewohner gestellt haben und für die, die heute und überall ihre Freizeit nutzen, um für die Gesellschaft einen wichtigen Dienst zu leisten.

    Nach dem gemeinsamen Gebet wurde mit der Kranzniederlegung durch Bürgermeister Eberhard Streit am Ehrenmal besonders auch an den verstorbenen Kommandanten Simon Grönen gedacht. Dabei spielte die Stadtkapelle das Lied vom "Guten Kameraden". 

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