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    IRMELSHAUSEN

    Kubicki und die Funklöcher

    Beim Sommerfest im Garten des Irmelshäuser Schlosses: (von links) der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki, Hausherr und unterfränkischer Listenkandidat Karl Graf Stauffenberg und Martin Hagen, FDP-Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen im Oktober. Foto: Michael Petzold

    Der prominente Gast lies auf sich warten. Weil er einen anderen Flug als geplant von Berlin aus hatte nehmen müssen, verspätete sich Wolfgang Kubicki um mehr als zwei Stunden. Mag die Autofahrt vom Frankfurter Airport zum Wasserschloss in Irmelshausen für den stellvertretenden Bundesvorsitzenden der FDP auch ermüdend gewesen sein, einmal an Ort und Stelle war davon nichts mehr zu spüren.

    Die Überlebensfähigkeit der Dörfer

    Er hätte ja hier gerne angerufen, aber flächendeckend sei einfach kein Netz vorhanden gewesen, ließ Kubicki am Donnerstagabend die gut 100 Gäste beim FDP-Sommerfest im Schlossgarten wissen. Das Behauptung mag zwar etwas kühn gewesen sein, angesichts der real existierenden Funklöcher im Grabfeld sicherte sie dem Parteigranden schon mal ein paar Lacher und einen mühelosen Einstieg zu einem der Lieblingsthemen der Freien Demokraten, der Digitalisierung. Die Überlebensfähigkeit der Dörfer hänge davon ab, die medizinische Versorgung und die Bildung sowieso. „Wir brauchen ein Unterrichtsfach digitale Medien und eine Lehrerausbildung, die mit dieser Herausforderung fertig wird“, forderte Kubicki.

    Und so ging es im eingängigen Plauderton, gewürzt mit dem einen oder andern Bonmot, immer weiter. Einwanderungsgesetz (das die CSU verhindern wolle), intelligenter Umweltschutz – Kubicki lies kein Thema aus. Da durfte auch die gescheiterte Jamaika-Koalition nicht fehlen und die jüngste Regierungskrise natürlich auch nicht.

    Reden wir nur über Fußball

    Martin Hagen, Spitzenkandidat der FDP bei den Landtagswahlen im Oktober, wollte angesichts der Anwesenheit von Kubicki („Das kann der viel besser“) eigentlich gar nicht über Politik reden, sondern nur über Fußball, tat es dann aber natürlich doch. Zunächst verglich er Bundesinnenminister Horst Seehofer mit Fußballstar Mehmet Özil und warnte schließlich davor, angesichts der WM-Endspielteilnahme von Kroatien, die Kleinen zu unterschätzen und damit auch die FDP, die im Herbst ihr bestes Ergebnis aller Zeiten einfahren werde.

    Ein liebenswerter Teil Bayerns

    Angesichts solch eloquenter Parteifreunde tat sich Hausherr, Sommerfestgastgeber und FDP-Listenkandidat Karl Graf Stauffenberg, der sich selbst als etwas „mikrofonscheu“ bezeichnete, nicht so leicht, seine Botschaften rüberzubringen. Die gipfelten schließlich in seinem ganz persönlichen Wahlziel, „einen liebenswerten Teil Bayerns aus der Vergessenheit rauszuholen und das Dorfsterben zu verhindern.“ Es müsse gelingen, die Region für junge Menschen so attraktiv zu gestalten, dass sie hier bleiben und die, die fortgegangen sind, wieder zurückkehren.

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