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    Bad Königshofen

    Landfrauentag: Nach den ernsten Themen ging es richtig rund

    Landfrauen Helau: Mit viel Spaß gestalteten die BBV-Frauen und der Chor "Agrabella" einen bunten Faschingsnachmittag. Foto: Regina Vossenkaul

    Als aus den Umschlägen der Einladungen Konfetti rieselte, war schon klar, dass der Landfrauentag das Thema Fasching aufgreifen würde. Nach einer ökumenischen Andacht mit Pfarrer Lutz Mertten und Diakon Rudi Reuter schlug Kreisbäuerin Margit Ziegler erst einmal ernstere Töne an und berichtete von den engen Zeitfenstern bezüglich der Düngeverordnung und den Schlagzeilen über die Landwirtschaft, die als Hauptverursacherin von Feinstaub, Insektensterben und Grundwasserbelastungen an den Pranger gestellt wird.

    Ziegler gab zu bedenken, dass hinter jedem Bauernhof Familien stehen, die mit ihrer Arbeit für einen reich gedeckten Tisch sorgen, denen nachhaltiges Wirtschaften wichtig ist und die mit dem Boden sorgsam umgehen, weil er die Lebensgrundlage auch für die nachfolgenden Generationen ist. Die Diskussionskultur habe sich verändert, der Ton sei schärfer geworden und es werde ohne Bedenken versucht über das Eigentum Dritter zu verfügen. Sie forderte dazu auf, dem Insektensterben durch gründliche wissenschaftliche Arbeit auf den Grund zu gehen, es kämen auch andere Ursachen in Frage als das Volksbegehren aufzeige. "Bauern brauchen Insekten", so Ziegler. Aber: "Artenvielfalt braucht Handlungsvielfalt und keine Bürokraten, die mit dem Maßstab und dem Terminkalender die Einhaltung kleinkarierter Gesetze überwachen." Die Landwirte seien sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst, aber: "Wir alle sind gefragt uns im Sinne einer starken Demokratie einzubringen und uns für lebendige ländliche Räume zu engagieren."

    Ohne einseitige Schuldzuweisung hätten noch mehr beim Volksbegehren unterschrieben

    Landrat Thomas Habermann griff die Verantwortung von allen Bürgern auf, von Urlaubern auf dem Kreuzfahrtschiff, über diejenigen, die mit dem SUV bis zum Viktualienmarkt zum "ökologischen Einkaufen" fahren, bis zu Land- und Forstwirten. "Hätte das Volksbegehren nicht die Landwirte so einseitig in den Fokus genommen, hätten sicher vier Millionen Menschen unterschrieben, statt 1,7 Millionen", vermutet er. Die Landwirtschaft sei nicht an allem schuld, es sei eine gesamtgesellschaftliche Schuld. Habermann bedankte sich beim BBV des Landkreises für die sehr gute Arbeit, auch in Zusammenarbeit mit dem BN. Die tolle Idee Blühstreifen bis zur Landesgartenschau anzulegen, wurde leider durch die Bürokratie verhindert, so etwas dürfe nicht noch einmal passieren.

    Einkaufen bei Direktvermarktern konnte man während des Landfrauentags in Bad Königshofen. Foto: Regina Vossenkaul

    Die Leiterin der Hauswirtschaftsschule in Bischofsheim, Doris Hartan-Khan, kündigte in ihrem Grußwort ihren Ruhestand für August 2019 an und warb für den nächsten Studiengang Hauswirtschaft. Bürgermeister Thomas Helbling überbrachte die Grüße der Stadt und informierte über aktuelle Bauvorhaben. Stellvertretende Bezirksbäuerin Anette vom Berg-Erbar ging auf das Jahresthema "Im Dialog bleiben" ein und BBV-Kreisobmann Mathias Klöffel bedauerte, dass man gegen "desaströse Unkenntnis" angehen müsse. "Viele Leute reden über Dinge, von denen sie nichts verstehen." Blumen als Dankeschön gab es für Margit Ziegler und ihre Stellvertreterin Heike Schneider. Christian Guschker von der Regierung von Unterfranken erklärte die Aktion Grundwasserschutz und stellte Materialien für die Arbeit auf Bauernhöfen, Kindergärten und Schulen vor (wir berichteten).

    Erst ernst, dann lustig: Professor Kilian Moritz hielt einen Vortrag und sang sein Lied "Schütt die Brüh‘ noo", bekannt von der närrischen Weinprobe, rechts Sonja Rahm und Michael Schneider. Foto: Regina Vossenkaul

    Den Hauptvortrag des Vormittags hielte Professor Kilian Moritz zum Thema "Warum die Musik im Fernsehen oft so nervt - und warum Schauspieler oft so schwer zu verstehen sind." Er sorgte für einen Blick hinter die Kulissen von TV und Rundfunk, wo auch vermeidbare Fehler passieren, wenn Mikrofone nicht richtig gehalten werden oder Hintergrundmusik fast lauter ist als der gesprochene Text. Flachbildschirme mit Lautsprechern nach hinten und mangelnde Ausbildung mancher Schauspieler kommen noch dazu.

    Moritz als lustigen Sänger mit dem Lied "Schütt die Brüh‘ noo", bekannt von der närrischen Weinprobe, konnten die zahlreichen Teilnehmerinnen am Nachmittag erleben. Da ging nämlich unter der Leitung von Sonja Rahm, gemeinsam mit dem "gemischten Landfrauenchor Agrabella" und Musiker Michael Schneider die Post richtig ab mit viel Gesang und Büttenreden - ein lustiger Nachmittag, dessen Erlös dem Verein "Klinikclowns Lachtränen Würzburg" zugutekommt. Im Foyer der FrankenTherme gab es die Möglichkeit bei Direktvermarktern einzukaufen.

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