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    Bad Neustadt

    Landratswahl 2020 in Rhön-Grabfeld: Wer sind die Kandidaten?

    Drei Herausforderer für den langjährigen Amtsinhaber Thomas Habermann. Was wollen sie erreichen? Wir lassen die Kandidaten selbst zu Wort kommen.
    Wer wird Chef im Landratsamt Bad Neustadt? Vier Kandidaten stellen sich am 15. März zur Wahl. Foto: Stefan Kritzer

    Seit Jahren war die Wahl des Landrats in Rhön-Grabfeld, dem nördlichsten Zipfel des Freistaats, nicht mehrt so spannend. Denn in diesem Jahr stehen gleich vier Kandidaten auf dem Stimmzettel. Der langjährige Amtsinhaber Thomas Habermann muss sich diesmal bei der Kommunalwahl gleich drei Herausforderern stellen. 

    Wer kandidiert 2020 um das Amt des Landrats in Rhön-Grabfeld?

    Thomas Habermann (CSU): Der 63-jährige Jurist strebt seine vierte Amtszeit an. Seit 2003 steht der Bad Neustädter an der Spitze des Landkreises. Zuvor war er Stadtrat von Bad Neustadt und Kreisrat. Habermann ist Mitglied im unterfränkischen CSU-Bezirksvorstands und Vorsitzender des Bezirksverbands Unterfranken des Bayerischen Landkreistags. In seiner Freizeit ist Habermann passionierter Jäger.

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    Thorsten Raschert (SPD): Der 47-Jährige wohnt in Burglauer und ist seit 2014 Mitglied im Kreistag. Der Einrichtungsfachberater hat vier Kinder, ist Mitglied im SPD-Kreisvorstand und war Vorsitzender des Kreisverbandes Rhön-Grabfeld im Deutschen Gewerkschaftsbund. Raschert bewirbt sich bereits zum zweiten Mal als Landrat. 2014 war er als einziger Gegenkandidat Thomas Habermann unterlegen.

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    Yatin Shah (Bündnis 90/Grüne): Mit dem 41-jährige Mediziner aus Bad Königshofen kandidiert nach über 20 Jahren wieder ein Grüner. Nach einem längeren Aufenthalt in Nepal, seinem Medizinstudium im Würzburg und sieben Jahren als Mediziner in Berlin kam er nach Bad Königshofen zurück. Shah ist Mitglied im Bund Naturschutz und einer von vier Vorsitzenden von „Homeopathy Nepal e.V.“.

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    Karl Graf Stauffenberg (FDP): Der 49-jährige Enkel des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg wohnt seit fünf Jahren im Wasserschloss Irmelshausen. 2014 hat der gelernte Hotelfachmann mit seiner Frau Anna in Irmelshausen die „Gräfliche Eventmanufaktur Stauffenberg“ eröffnet. 2018 war der FDP-Kreisvorsitzende Landtagskandidat seiner Partei im Wahlkreis Haßberge-Rhön-Grabfeld. 

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    Wie ist die Landratswahl 2014 in Rhön-Grabfeld ausgegangen?

    2014 bewarb sich Thomas Habermann zum dritten mal um das Amt des Rhön-Grabfelder Landrats. Einziger Gegenkandidat war damals Thorsten Raschert von der SPD. Das Ergebnis war eindeutig. 69,42 Prozent der Wähler sprachen sich für Amtsinhaber Habermann aus. Das Ergebnis fiel damit ziemlich genau so aus, wie es Habermann vorhergesagt hatte.

    Der hatte kalkuliert, 15 Prozent Stammwähler der SPD und zehn Prozent Stammwähler der Grünen seien für ihn sowieso nicht zu bekommen. Zähle man zehn Prozent Unzufriedene dazu, dann kämen maximal 35 Prozent Gegenstimmen zustande. Am Ende vereinigte Raschert 30,58 Gegenstimmen auf sich, was für einen SPD-Kandidaten in Rhön-Grabfeld ein sehr respektables Ergebnis war.     

    Analyse: Wer hat gute Chancen auf den Landratsposten?
    Hubert Herbert Foto: Angie Wolf
    Je höher die Zahl der Kandidaten, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Stichwahl - jedenfalls mathematisch gesehen. Unter diesem Gesichtspunkt spräche viel für einen zweiten Landratswahlgang am 29. März. Aber dann gibt es ja noch den Bonus des bisherigen Amtsinhabers und die treuen CSU-Wähler im Landkreis. Vermutlich hat Thomas Habermann mit seiner Kalkulation von vor sechs Jahren recht, dass  sich die Stimmen gegen ihn nicht deutlich höher als bei 35 Prozent einpendeln werden. Sie werden sich nur auf mehr Personen verteilen.
    Große Fehler hat Habermann in der vergangenen Amtszeit schließlich nicht gemacht und umstrittene Entscheidungen wie Krankenhausschließungen und der Kreisklinikverkauf sind abgehakt. Die meisten Prozentpunkte der Gegner wird wohl Raschert auf sich vereinigen. Im Gegensatz zu den anderen beiden Kandidaten hat er Kreistagserfahrung. Ob sich der berühmte Name von Karl Graf von Stauffenberg positiv auf das Ergebnis auswirken wird, bleibt abzuwarten. Der Effekt dürfte sich aber in Grenzen halten und vermutlich sogar geringer ausfallen als der, den Yatin Shah durch den derzeitigen Aufwind der Grünen erwarten kann .  

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