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    Bad Königshofen

    Lange Nacht der Vhs Bad Königshofen: Samba und Präsentationen

    Beeindruckende Sammlung: In jedem Holzkasten (Xylothek) wird ein Baum mit allen seinen Eigenschaften beschrieben. Rindenstücke, Zweige und Blätter gehören zum Inhalt. Foto: Regina Vossenkaul

    Seit 100 Jahren gibt es Volkshochschulen und damit außerschulische Bildungsmöglichkeiten für alle Altersgruppen. Unter dem Motto "Wissen teilen" steht der deutschlandweite Festtag, den die Vhs Rhön und Grabfeld in Bad Königshofen im ehemaligen Kindergarten feierte. Alle Volkshochschulen waren dazu aufgefordert, eine "Lange Nacht" zu organisieren, ihre ehemaligen und neuen Projekte vorzustellen und Interesse an Kursen zu wecken.

    57 Veranstaltungen beim Talentcampus

    Die pädagogische Leiterin der Vhs, Renate Knaut, begrüßte die zahlreichen Gäste, darunter einige Dozenten, viele Kursteilnehmer und Kinder, die an den jeweils viertägigen Talentcampus- Veranstaltungen teilgenommen haben, die vom Bildungsministerium gefördert werden.

    Veranstalter ist die Vhs in Kooperation mit den Museen in der Schranne und dem Jukunet (Netzwerk für Jugendkultur) in Bad Königshofen. Seit sechs Jahren gebe es die Talentcampi, alle hätten daraus viel gelernt, sagte Knaut. 57 dieser Veranstaltungen mit rund 1150 Teilnahmen wurden bereits durchgeführt mit guten Dozenten und Ehrenamtlichen, deren Mithilfe unbezahlbar sei.

    Die Vielfalt der Kulturen, die durch die Deutschkurse und Workshops zusammenkommen, sei eine große Bereicherung innerhalb der Jugendarbeit und der Erwachsenenbildung. Man lerne sich kennen und gehe ganz selbstverständlich miteinander um. Vhs-Geschäftsführer Florian Schmitt fand die Anteilnahme der Anwesenden beeindruckend und erwähnte, dass sich die Vhs in den 100 Jahren ihres Bestehens immer wieder den gesellschaftlichen Anforderungen angepasst hat.

    Atemlos durch die Nacht

    Das sah man auch bei der ersten Darbietung ihres Arbeitsergebnisses durch die Gruppe "Samba di Grabfeld". Gemeinsam mit Dozent Klaus Schmitt wurden Schlaginstrumente selbst gebaut, darunter auch Cachons aus Bausätzen, und erste Rhythmen eingeübt. Außerdem wurden T-shirts selbst gebatikt und Stulpen gebastelt. Das Vorstellen des umgedichteten Songs "We will rock you" machte den Kindern sichtbar Spaß, auch bei den Liedern "Ein Hoch auf uns" und "Atemlos durch die Nacht" schmetterten die Teilnehmer in die Mikrophone und trommelten dazu.

    Die wohl jüngste Sambagruppe entstand in einem Talentcampus: Gemeinsam mit Klaus Schmitt haben die Kinder Instrumente gebaut und trugen erste Ergebnisse vor. Foto: Regina Vossenkaul

    Ergebnisse aus dem Talentcampus-Workshop "Dein Talent für andere" mit David Polotzek und Jutta Derleth wurden ebenfalls als interessantes Beispiel dargestellt. Der Schwerpunkt sei die Bildung, der Spaß komme dazu, so die beiden Dozenten, die sich über viele "Wiederholungstäter" freuen können und die Entwicklung der Kinder sehen, aus denen manchmal Jugendliche werden, die selbst Verantwortung übernehmen. Um dafür gerüstet zu sein, gab es bei "Dein Talent für andere" theoretische, aber auch praktische Lerninhalte.

    Welche Talente habe ich?

    Welche Talente habe ich, was kann ich weitergeben? Darüber machten sich die Kursteilnehmer Gedanken. Hosyar Mohammed und Zahra Mohammadi hatten sich das Thema "Ökologischer Fußabdruck" ausgesucht und zeigten in der "Langen Nacht der Volkshochschulen" die von ihnen erarbeitete Präsentation. Gemeinsam das Essen für alle planen, einkaufen und zubereiten und hinterher aufräumen, gehört zu den Workshops dazu. Wie Polotzek erwähnte, fand er es besonders gut, wenn die Kinder freiwillig mithalfen, damit die Dozenten schneller Zeit für die wesentlichen Inhalte hatten.

    Eine Ausstellung von Xylotheken, das sind Holzkästen, in denen jeweils ein Baum mit allen seinen Merkmalen beschrieben wird, stellten die Kinder und Dozentin Alexandra Laske vor. "Mein Freund der Baum" hieß der entsprechende Talentcampus.

    Integration erfolgt durch die vhs-Veranstaltungen, man komme mit anderen in Kontakt, lerne die Grundlage, die Sprache, könne sich einbringen und so immer mehr Teil der Gesellschaft werden, betonte Polotzek. Wie viele Menschen sich freiwillig einbringen, spiegelte auch das Buffet wider, für das viele Frauen aus unterschiedlichen Kulturen etwas beigesteuert hatten. Am Lagerfeuer im Garten klang dann die Veranstaltung aus.

    Vom Vhs-Deutschkurs gebastelt wurden die Zahl 100 und die Papierblumen, mit denen sich die Kursteilnehmer gern mit Renate Knaut und Geschäftsführer Florian Schmitt (links) zum Erinnerungsfoto stellten. Foto: Regina Vossenkaul

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